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etslich

mhd. bis Dial. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

etslich

Bd. 3, Sp. 1178
etslich und verderbt etzlich, mhd. ëteslîch, ëtslîch, ahd. ëtislîh, ëteslîh, ëdeslîh, ëddeslîh, ëthaslîh (Graff 1, 146), unter welchen ëddeslîh die älteste form und der partikel ëddo zunächst steht. ëddo aber ist das goth. aiþþau, scheint also schon verdünnung eines älteren, nirgend aufzuweisenden eiddô, dessen diphthong nicht nur im goth. ai, sondern auch im lat. au von aut und autem hinlänglichen grund findet. wir gerathen hier in eine der ältesten und dunkelsten conjunctionen. offenbar liegen goth.und das in aiþþau, eiddô steckende aiþ, aid den lat. partikeln it, wie es in iterum enthalten ist, aut und autem verwandt und die lautverschiebung stimmt nur in diesem fall, denn die übrigen ahd. formen verwischen wieder alle spur des gesetzes. möglich aber ist auch, dasz das ahd. ëtas, ëtes und ëtalîh unmittelbar aufzurück geht und nicht aus aiþ gekürzt wurde. wie nun die vorstellungen aut und forte in einander greifen, dies zu untersuchen gehört noch nicht hierher, sondern erst unter die conjunction oder, hier ist blosz gelegen an der bildung ëddes, ëdes, ëtes, die sich mit lîh und wie wir nachher sehen werden, mit den fragwörtern was, wer, wie und wo verbindet, kein entsprechendes goth. aiþþis ist in den bruchstücken überliefert, wäre gleichwol denkbar und könnte den bekannten allis, raihtis, halis zur seite stehen, ja mit rücksicht auf aiþþau sogar aiþþaus (analog dem filaus) lauten. in den frühsten ahd. glossen erscheint wirklich ein allein auftretendes ëthas tandem (Hattemer 1, 212a), wo es nicht mit dem vorausgehenden wanne demum zu verbinden ist, wie auch hernach ethashuanne tantundem folgt. dies praefix ëtes oder ëta, welchem vielleicht gleiches alter einzuräumen ist, hat nun deutlich in den wörtern ëteslîh, ëtalîh, ëteshuër, ëtahuër, ëteshuaʒ, ëtahuaʒ u. s. w., die kraft des lat. ali in aliquis, aliquid, aliquot u. s. w. d. h. es kommt dadurch in die vorstellung etwas unsicheres, wie wir es auch durch irgend ausdrücken, der etsliche, etliche ist irgend einer, etswas, etwas irgend was hier mag schon vorläufig daran erinnert werden, dasz selbst in den disjunctionen aut, ëddo, ëdo, odo, oder ein anklang von alius und alter ist, da durch aut die einheit, durch alter die einzahl überschritten und aufgehoben erscheint. Diese höher schwebenden fragen bei seite gesetzt, reizt es zu forschen, welche mhd. dichter ëtslîch, ëteslîch statt ëtelîch, so wie die nachfolgenden ëteswâ, ëteswaʒ u. s. w. statt ëtwâ, ëtwaʒ gebrauchen oder welche beide nebeneinander anwenden. willkür der schreiber hatte doch hier viel freie hand: ëtslîcher was ein rubîn. Parz. 85, 4; ouch heten die este und ëtslich dorn ir hemde zerfüeret. 257, 9; ëtslîcher riet ir brœder lîp, daʒ si diu wërc volbrâhte. 518, 26; vor ungedolt ër sich sô want, daʒ brast ëtslîch sîn wunden bant. 587, 24; ëtslîch frouwe wart gehurt. 777, 11; ëtslîch man daʒ prîste. Wh. 4, 22; ëtslîche wolten daʒ bewarn. 182, 8; ëtslîche nâmen sînen solt. 184, 21; entsliuʒ ûf daʒ tor, ich erzürne ëteslîchen noch hiute davor. Nib. 457, 2; ganzer tage drî und ëteslîche naht. MSF. 126, 21; doch sæhe ich an ir ëteslîchem gërne ein schanden mâl. Walther 30, 23; waʒ ob ir ëteslîcher ûf lieb gedinge mir gelîchem kumber hât. MS. 1, 154b; ëtslîchen den list oder den rât. Trist. 385, 19; nu bæte ich gërne, möhtëʒ sîn, ëtslîcher hëlfe dich. Barl. 124, 25; ze ëtslîcher stunde. Gerhart 2994; ouch fuoren zuo dem rîche dës mâles ëteslîche. tr. kr. 25028; unde ëteslîchen grâven. Helmbr. 415. die stellen lehren, dasz das ahd. ëddeslîh, ëteslîh auch zur mhd. zeit fortbestand. man könnte ëteslîch dem bairischen, ëtelîch dem schwäbischen dialect beilegen wollen, doch sehen wir selbst Wolfram zwischen beiden bildungen schwanken und bei Megenberg findet sich zwar etswie, überaus oft etleich, nur selten etslich, z. b. 28, 32; umgekehrt mangelt ëtslich weder in Gotfrieds, Conrads noch Rudolfs dichtungen, wie es auch späterhin elsäszische und schwäbische urkunden gewähren. man begreift leicht, wie etslich zuletzt nhd. in die schlechte schreibung ezlich und etzlich übergieng, da in unserm anlautenden und zuweilen auch auslautenden z der ts laut enthalten ist und z. b. für seltsam häufig seltzam, für gotes kotz, potz gesetzt wurde. Rothes thür. chr. hat fast immer etzlich. der sagten etzlich grausam mer. Schwarzenberg 104, 1; vor etzlichen jaren. Rebhun klag des armen mannes s. 3. indessen gerieth die form bald in abnahme. Dasypodius, Maaler, Denzler stellen nur etlich auf, kein etzlich, Henisch 951, 18 und Stieler 884 geben noch etzlich an, Frisch 1, 234 mit richtigem bezug auf eddeslîh, bei Adelung ist es nichts als gemeine, oberdeutsche mundart. belege für etzlich liefern die chroniken von Königshoven, Anshelm, Wurstisen u. a. m. der Schweidnitzer stadtschreiber Jacob Garthener in seinem bericht von den unruhen in den j. 1520 —1524 sagt s. 394: sulch vorhoren vorzugk sich 'einen etzlichen tag', d. i. einen oder etlichen tag, etliche tage, fast wie sich Chemnitz (vorhin sp. 1177) ausdrückt. das etzlich mochte also in Schlesien haften, unter den dichtern des 17 jh. hängt ihm Opitz besonders an, obschon er auch etlich gebraucht: hilf gott! hat denn der krieg nicht volk genug gefressen von etzlich jahren her? 2, 34; von etzlich tausend jahren. 2, 105; etzliche vernichten die poeterei gar mit einander, etzliche, und diese die klügsten, gestehen u. s. w. (a. 1622) 2, 247; nicht weit von ihnen lagen etzliche lauten, geigen. 2, 265; und bestetigen mich in dieser meinung etzliche Holländer. prosod. germ. p. 54; etzliche sein der meinung. Hofmannswaldau vorr. und oft. so steht auch im erzschrein der fruchtbr. ges. s. 129 für etzlicher zeit (a. 1638); s. 45 etzliche andere. in Riemers reime dich s. 2 etzliche unnütze, doch lustige fälle; s. 5 ein schlechtes löhnchen, nemlich das lob etzlicher wenige; s. 12 etzliche mengen unter die wahrheit ganz ungeschehene dinge; etzliche nennen sich unverschämte historienschreiber u. s. w. und ebenso oft in seinem pol. stockf. (1681): etzliche liebesblicke einzuernten. s. 90; etzliche blicke. s. 123; etzliche mal gesuchet. s. 133; wisset ihr nicht, dasz Cupido zweierlei pfeile führet, etzliche womit er zwinget und verwundet, etzliche aber, womit er rächet und strafet. s. 144; bisz auf etzliche augenblick. s. 146; etzliche unter denen medicis. s. 335. Stieler 884 stellt etzlich neben etlich. aus dem 18. 19 jh. läszt sich wenig oder nichts anführen, wenn gleich das wort im leben und in büchern hin und wieder vortritt; es hat dann zuweilen einen gesuchten oder scherzhaften nachdruck.
6577 Zeichen · 134 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    ëtslichpron. adj.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +1 Parallelbeleg

    ëtelich , ëteslich , ëtslich pron. adj. mancher, ein und der andere; plur. einige. etelich u. sumelich wechseln als syno…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    etslich

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    etslich und verderbt etzlich, mhd. ëteslîch, ëtslîch, ahd. ëtislîh, ëteslîh, ëdeslîh, ëddeslîh, ëthaslîh ( Graff 1, 146 …

  3. modern
    Dialekt
    etslich

    Schweizerisches Idiotikon

    etslich Band 1, Spalte 590 etslich 1,590

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit etslich

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Ableitung von etslich

etsen + -lich

etslich leitet sich vom Lemma etsen ab mit Suffix -lich, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

Keine Komposita gefunden — etslich kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.