Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)
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eröfnen , aperire, ahd. iroffanôn, mhd. eroffen: 11) sinnlich, aufthun, öfnen, was zu und verschlossen war: wurden ihr die seitenwehr der mutter mit hasenlupp bestrichen, auch gar erlassen und eröffenet. Garg. 104a; eine ader eröfnen, schlagen; das bad eröfnet die schweiszlöcher; eröfnend ihren wüsten mund. Weckherlin 57; spricht wo sein (des schmeichlers) groszer mann 'mir ist gewaltig warm', so trucknet er die stirne, eröfnet sein gewand, entdecket sein gehirne, obwol für grimmen frost des daches nägel springt. Logau 3, 216; oder harret ihr, bis dasz der rechte ring den mund eröfne. Lessing 2, 280; ich hielt die wache im vorsaal, als mylord die thüre schnell eröfnete. Schiller 436a; sie lebt, sie lebt! sie hat dem tage wieder ihr aug eröfnet. Göthe 9, 259; mein schrei eröfnet ihr die sinnen. 33, 258; siehst du des tischlers da drüben für heute geschlossene werkstatt? morgen eröfnet er sie. 40, 323; ein haus, thor, einen laden, einen park dem allgemeinen zutritt, ein fenster, schlosz mit gewalt eröfnen, eine kiste, flasche, einen brief, ein testament eröfnen. 22) figürlich, 2@aa) das geschehene offenbaren, kund thun: da sie wusten das er floh, haben sie mirs nicht eröffenet. 1 Sam. 22, 17; der himel wird seine (des gottlosen) missethat eröffenen. Hiob 20, 27; und gebot im, das er nieman sagete, das er im solchs eröfnet hete. apostelg. 23, 22; der uns auch eröfnet hat ewre liebe im geist (goth. saei jah gakannida uns izvara friaþva in ahmin). Col. 1, 8; siebenmal hatte der donner das heilige dunkel eröfnet. Messias 1, 395; als Wilhelm seine mutter des andern morgens begrüszte, eröfnete sie ihm, dasz der vater sehr verdrieszlich sei. Göthe 18, 7; als ihm der wirth sogleich im vertrauen eröfnete, dasz mademoiselle Philine eine eroberung gemacht habe. 18, 222. 2@bb) befehl und meinung kund thun: allen völkern zu eröffenen, das sie auf den selbigen tag geschickt weren. Esther 3, 14; eröffene ich meine meinung und gutdünken auf die artikel. Luthers br. 1, 575; keiner unterstunde sich die deutung dieses traums zu eröfnen. pers. rosenth. 1, 3; dasz ich mich nicht enthalten kann, darüber einige anmerkungen zu eröfnen. J. E. Schlegel 3, 217; ein identischer satz, der nichts über die art meines daseins eröfnet. Kant 2, 317; da mein herz voll ist und ich es in kein herz eröfnen kann, als in das deinige. Fichtes leben 1, 281; einem sein anliegen, seine gedanken über etwas eröfnen; das kürzste wird wol sein, dasz ich dem herrn ganz gradezu des patriarchen wunsch eröfne. Lessing 2, 217. 33) beginnen, anheben, anfangen, gleichsam anschneiden, anbrechen oder aufthun: die schule, die hohe schule eröfnen; ein geschäft eröfnen; die jagd, die weide eröfnen; den krieg, den tanz, ball eröfnen; eine eisenbahn dem verkehr; die sitzung wurde mit einer erklärung des fürsten eröfnet; von welcher seite Saladin, im fall es völlig wieder losgeht, seinen feldzug eröfnen wird. Lessing 2, 219; kaum entfaltet die natur ihre freundlichen schätze, so sind die kinder dahinter her, um ein gewerbe zu eröfnen. keines bettelt mehr, jedes reicht dir einen strausz. Göthe 17, 310. 44) refl. durch d. Ecken, der sich selbs in seinen worten und schreiben einen landrüchtigen erzlügner eröfnet hat. Luther 1, 345a; es eröfnet sich zu dieser unserer zeit unter geringen leuten eine sucht u. s. w. Simpl. K. 25; die ermunterten blumen eröfnen sich duftend in dem frischesten schmuck und verhauchen gerüche von balsam. Zachariä 2, 14; der mensch fühlt das bedürfnis sich andern zu eröfnen. Kant 5, 312; eh ich mich eröfne, wie man einer homerischen übersetzung diesen anstrich geben könne. Bürger 136b; in diesem augenblicke eröfnete sich die thüre und Montan trat herein. Göthe 23, 206; warum haben sie sich mir nicht längst eröfnet? Klinger 1, 386. das lehen eröfnet sich (feudum fit apertum) heiszt das lehen kehrt, nach erlöschung des vasallen, wieder dem herrn zurück.
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15.–20. Jh.
Neuhochdeutscheröfnen
Grimm (DWB, 1854–1961)
eröfnen , aperire, ahd. iroffanôn, mhd. eroffen: 1 1) sinnlich, aufthun, öfnen, was zu und verschlossen war: wurden ihr …
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Wortbildung
Komposita & Ableitungen mit eroefnen
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Cotta, M. (2026). „eroefnen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/eroefnen/dwb
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Cotta, Marcel. „eroefnen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/eroefnen/dwb. Abgerufen 18. May 2026.
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Cotta, Marcel. „eroefnen". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/eroefnen/dwb.
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