Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
erloube swv.
I. erlaube. partic. prät. erleubet Bert. 305.
1. mit accus. der sache. ir virsene sî dir irloubet Diemer 10,7. daʒ mahtu mir ze kurzer wîle erlouben gerne Walth. 70, 23. Artûs erloubte Keien strît Parz. 290,23. erloubet uns die botschaft Nib. 689,1.
2. mit untergeordnetem satze. sît Artûs het erloubet daʒ, daʒ si tæten Parz. 724,27. erloubet daʒ ich müeʒe schouwen das. 784,17. welt ir erlouben daʒ wir iu mære sagen Nib. 142,1. si erloubte im daʒ er solde haben dâ gewalt das. 440,3.
3. mit infin. ir wart erloubet küssen den wætlîchen man Nib. 296,3.
4. mit präpos.vgl. Gr. 4,849, wo eine ellipse von gên angenommen wird. irloube mir übern man gestatte mir ihn anzugreifen pf. K. 78,1. Karl 30. a. sô erloube ich ir über mich gestatte ihr mich zu prüfen MS. 1, 159. a. sô ist ubir die kristân irloubet fundgr. 2,120,14. in was ze hove erloubet Nib. 687,4. den erloub ich zuo den frouwen mîn Bit. 6875.
5. mit adverbien. gedanken wil ich niemer gar verbieten, in erloube in eteswenne dar (dahin zu gehn) und aber wider sâ zehant MS. 1,72. a.
II. erlaube einem zu gehn, entlasse ihn. er erloupte ime Genes. fundgr. 39,14. duo erloupt er in (dat. plur.) das. 71, 12. vgl. urloube.
III. ich erloube mich eines d. entschlage mich des, gebe es auf. swenn die irrera sich ir unglouba woltin erlouben leseb. 304, 14. ir sult iuch erlouben ringens ûf der louben MS. 1,23. b. und wil er sichs erlouben niht, sô muoʒ ich im von schulden sîn gehaʒ das. 56. b. daʒ er sich ir erloubet 1464, wo Sommer 1453 ohne grund geloubet schreibt. daʒ got niht eine wil daʒ wir uns des üblin irloubin, wir entuon ouch daʒ guote Leys. pred. 143. diz leben ist niht guote, ich wil mich is urlouben H. zeitschr. 5,432.