Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
erlamen swV.
2 ‘schwach, müde werden, nachlassen’
3 ‘jmdn. lähmen’ , hier ‘jmdn. durch Lähmung von etw. abhalten’
1 ‘lahm, gelähmt werden’ wi er irlamete vn̄ genas MarHimmelf 1381; EbnerMarg 3,12; ich sihe wol, dû bist niht / erlamt an den füezen Ottok 4731. – erlamen müezen im diu bein Walth 28,23; zehant / was im der arm und die hant / erlamet RvEWchr 33721; WvRh 14840; Philipp 2132; sô wünsche ich, daz sîn ungetriuwe zunge müeze erlamen Walth 28,25; KvWEngelh 3666; KLD:LvS 8:1,3; Brun 1929; den selben müezen erlamen die knübel! TannhHofz 144 2 ‘schwach, müde werden, nachlassen’ mir müss erlamen / in den armen all min craft, / dir frumptt nitt all din ritterschaft / du gebest uff ross und gewand GTroj 246. – daz reht stât crumber danne ein sichel, / frid und genâde sint erlamt KvWLd 2,50; diu starke minne erlamet an ir krefte, ist zwîfel mit wanke ir geselle Tit 51,4; min hertz an manhaitt ist erlamtt : / ich sol nüt üben schilttes amptt GTroj 11817; und tuo alsô daz sîn name / an ritters lobe niht erlame RvEAlex 7098; des pin an vrewden ich erlamt Suchenw 11,256 3 ‘jmdn. lähmen’, hier ‘jmdn. durch Lähmung von etw. abhalten’ dikein swerlich ungemach / mochte in davon nicht erlamen, / er enwolde ie disen lieben namen [Jesus Christus] / anschrien dicke und dicke Pass III 167,32
MWB 1 1973,54; Bearbeiter: Tao