Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
ergeilen swV.
1.1 ‘froh, heiter machen’
1.2 ‘etw. hervorsprießen lassen’
2 refl. ‘sich (einer Sache) erfreuen’
1 tr. 1.1 ‘froh, heiter machen’ – jmdn.: dû vröuwest unde ergeilest / die kristen algemeine KvWPant 976; swen ir berndez minnezwî / niht ergeilen künne, / der gê sterben unde sî / lebender fröude ûf erde frî! KvWLd 11,48; dez wart dirre ritter dergeylet / in sinem muͤt und wart sin vro Minneb 3948. 4623. – jmds. sinne, herze: die minne, / diu manges trûrgen sinne / mit freuden helfe ergeilet Parz 733,5; wâ vinde ich armer solhen trôst / der noch mîn herze ergeile / und al die wunden heile KvWAlex 1071; daz diu wunne mit lust ist vruot / und manic trûric herze in vreude ergeilet Loheng 3716. – ein Tier: er [der alte Widder] wart [durch ein Zaubermittel] an allen dingen / erjunget und ergeilet KvWTroj 11053 1.2 ‘etw. hervorsprießen lassen’ was der lenntz frücht ergailt, / das volbringt die summer zeytt / und geitt es dann dem herbst seytt Teichn 714,8 2 refl. ‘sich (einer Sache) erfreuen’ dô wart gesungen [...] ein schœne messe / der ritterlichen presse [Schar] , / der muot sich wolte ergeilen KvWTurn 255; ich solte mich ergeilen / noch hînaht dîner minne KvWTroj 29046; hânt sî sich ergeilet / an uns mit sigerîcher tât, / mîn lîp daz ungerochen lât / niemer stunde, sol ich leben Reinfr 16516
MWB 1 1879,48; Bearbeiter: Tao