Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
erbarn swV.
1.1 ‘(jmdm.) etw. zeigen, offenbaren’
1.2 ‘jmdn. bloßstellen’ ( ‘entblößen’ ?)
1.3 daʒ swërt ~ ‘zücken’
2 refl. ‘sich zeigen’
1 tr. 1.1 ‘(jmdm.) etw. zeigen, offenbaren’ her reit ci Salivelt in Duringe lant. / dâ irbaritimi got diu sîni hant Anno 41,2; das her [Gott] ir [der Menschheit] ouch irbarte / die gnade sines trones / und des ewigen lones HeslApk 7550; wirt si stæte an mir hin zir gewar, / sost mîn hoffenunge daz si liebe mir rebar KLD:GvdF 2:4,6 1.2 ‘jmdn. bloßstellen’ ( ‘entblößen’ ?): vmbe gezogen [überfallen] hat er [Joseph] mich [Potifars Frau] gare unbillich / und hiet ich loͮte niht gehart gare hiet er mich erbart / unde hiet mich gehonet GenM 79,11 1.3 daʒ swërt ~ ‘zücken’ div swert sie erbarten, / den grimmen tot sie garten Wernh D 4877; her Egge ain vil guͦt swert erbart, / damit heln unde bruͥnne / vil vor gescroten wart EckenlE2 102,11; Priesterl 515. – subst. ‘das Erscheinen, Ansehen’ etslîche wâpin ôt bewarn / den lîb vor vîentlîchin vârn. / sô ist daz swert nâch sîne urbarn / wol dem werke glîch gezalt, / dâmite der vîent wirt gevalt NvJer 2495 2 refl. ‘sich zeigen’ mit den worten da habent sich mit erpart unde eroffent die dri genende [drei Personen der Trinität] der ainvaltigen gothait Konr (Sch) 116,6; als [...] sich der tac hete erbart [heraufgezogen war] Eracl 4930; ein groz zeichen harte / sich in dem himel irbarte / der menscheite zu wunnen HeslApk 16460
MWB 1 1790,1; Bearbeiter: Runow