Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
erbalden swV.
1.1 intr.
1.1.1 mit präp. Erg. ‘den Mut in Bezug auf etw. zusammen nehmen, sich ein Herz zu etw. fassen’
1.1.2 mit Inf. ‘sich etw. herausnehmen’
1.2 refl.
2 tr.
2.1 ‘etw. kühn in Angriff nehmen’
2.2 ‘jmdn./etw. bestärken, ermutigen’
1 ‘kühn werden, seinen Mut zusammen nehmen’ 1.1 intr.: ze jungest gwan er den muot, / daz er gie gein der gluot, / er erbaldete und gewan den sin, / daz er enalmitten gie dar in Eracl 1267; ze jungist erbalte der alte man, / die rede huob er alsus an Kchr 3045; ez ist vil manic man, der niemer getörste erbalden unde gewâgen in einem wilden walde ze sînne PrBerth 1:542,25; Ottok 3186; Vät 36843. – [eine Stimme spricht:] ‘dû solt her gân, / lieber vriunt, und chüsse mich.’/ vil chûme erbaldete ich, / daz ich gerne dar sach KvHeimUrst 1442 1.1.1 mit präp. Erg. ‘den Mut in Bezug auf etw. zusammen nehmen, sich ein Herz zu etw. fassen’ ich negetar nach deme geiste erbalden [fragend vorzudringen ?] me baz, / zerluogenne sine suntergenge bin ich leider vile laz Himmelr 5,1; [nach der Aufforderung, dass nur treue Ehefrauen ein Opfer geben sollen:] dô begunden die vrouwen [...] mit opher zuo dringen. / die da tougen heten man, / die erbalten dar an / und wurden die aller êrsten dar StrAmis 394; UvZLanz 1012; si begonden sere erbalden / gegen den guten alden Pass III 87,65 1.1.2 mit Inf. ‘sich etw. herausnehmen’ ez ist ce behvtene daz mit decheiner vrsage ieman irbalde [ praesumat ] den anderin mvnich besirme [l. beschirmen ] BrHoh 69; daz niht erbalde mere zerheuen sich der mennisk uf der erde PsM 9,39 1.2 refl.: Genelun erbalte sich do Rol 1757; noh insol sich inchein irbalden daz ir mit sim apte in dim chlostre old v̂zirhalp frevlich chriegeie BrEng 3. 33; Agly do, diu wol gestalt, / erbalt sich und zwincte, / mit augen si do wincte / Wildhelm WhvÖst 9445; Seuse 117,2. 5,12. – wohl hierher: hey reyt van heyden zo heyden / ind heysch sy sich wael gehalden / ind mennelich an dem stryde ervalden [sich im Kampf zu behaupten] KarlGalie 12666 2 tr. 2.1 ‘etw. kühn in Angriff nehmen’ daz ist daz sieden, in dem wir sieden muzzen ê wir mit got veraint werden. von disen sieden wer noch vil cze reden und auz der mâzzen suzzew red, denn daz ich ez niht getar erpalden MvHeilFr 42 2.2 ‘jmdn./etw. bestärken, ermutigen’ ein wîser herr sol einen man / erbalden der im rætet, wan / ob er mit vorhten râten sol, / sô mac er selten râten wol WälGa 13142; von dem gedingen sîner [Gottes] liebe, dâ von wirt si [ minne ] erbaltet DvASchr 392,3
MWB 1 1782,51; Bearbeiter: Runow