durniz dürnitz,
f. stube, geheiztes gemach. man vermutet es sei aus dem russischen gornitza
gebildet, das gleiche bedeutung hat. Graff 5, 459
führt nur aus einem glossar des 11
ten jahrhunderts den pl. turniza
caumata (
geheizte stuben)
an und fragt ob für den sing. auch turniza
anzunehmen sei. Ben. 1, 406
setzt daher dürnitze
starkes und schwaches fem. an. er hat kein beispiel aus dem mhd., indessen zeigt sich in einer bearbeitung vom Herzog Ernst, wahrscheinlich aus dem ende des 12
ten jh., dürnitz (Haupts
zeitschr. 7, 257).
es war ein zu einem besondern gebrauch bestimmtes gemach, meist eine geheizte badestube, auch ein speisezimmer; vergl. das mhd. phiesel.
das wort ist in Ober- wie Niederdeutschland, auch in Dänemark verbreitet. wie die bedeutung, wechselte auch die form. durnutz dornz dornse dortze Diefenbach
Gloss. lat. germ. 211
a. dornitcze ader heise gadim oder stobe
Voc. vrat. 1422. dornicz oder stubelein
aestuarium Voc. vrat. dürnicz
estuarium Voc. 1429
bl. 4
b. durnitzstuben
estuarium stuba
Voc. theut. 1482 f 5
a. turnitz
estuarium, vulgariter badstuben
Voc. incip. teut. y 4. dornsche,
stoeve, estuarium, stuba
Teutonista 77
b. dirnsen
hypocaustum (
geheizte badstube) Alberus
Lexicon. dörntze stube
hypocaustum, hibernaculum Chyträus
Nomenclator saxon. 390. dirnitz
triclinium palatinum, aulicum, coenatio palatina seu aulica Schönsleder L 2. dörnze
rathstube Braunschw. stadtrecht bei Leibnitz
script. rer. brunsv. 3, 450. dirniz tirniz dürniz ein hintergebäude in welchem die dirnen oder die hausfrau mit den mägden wohnte und arbeitete, und welches kein fremder mann betreten durfte Westenrieder
Gloss. germ. lat. 106. salzdörnze
wo man salz trocknet Frisch 1, 203
b. die dürnitz in klöstern und herschaftlichen gebäuden ein zimmer wo knechte und andere dienstleute zu essen pflegen Höfer
Oestreich. wörterb. 1, 169. dörnse dornse donse winterstube die man heizen kann
Brem. wörterb. 1, 185. 229.
ebenso dörnsch dönnsch
im holsteinischen Quickborn 320. dönsk
zimmer auf Helgoland, in Jever dœhns därnz dörnsch dörnze dönsse dünnsse Frommann
Mundarten 3, 30. 37. 42.
friesisch, dörns dörnse dörnsk dörnst dörnset Outzen
Fries. glossar 47.
dänisch, dörns dörens döns darns daans
familienstube der bauern Molbech
Dänisches dialectlexicon 93. si trugen (
den wein) in die dornczen, in die kellere Konrad Stolle
Thüring. erfurt. chronik (
aus der zweiten hälfte des 15
ten jh.) 166. fele lude logen (
lagen) in den dornczen mit den kindern di sich nicht erwermen konden (
in dem kalten winter) 167. die kowe (
kühe), swin und zegen stalleten in ore dornczen 172. item Jacobi und Bartholomei heisten (
heizten) etliche ore dornczen 174. und stunt uf von dem tisch (
wo er asz) und gingk zu der dornczen usz und riff sinem knechte und sprach 'wo blibestu? wiltu nicht trinken brengen?' 177. und heisten die dornczen in bis hene Johannis baptiste 184. geschehen a. 1490 zu Amberg im schlosse, der stuben darin herzog Georg die zeit war, ob der türnitz Krenner
Bair. landtagshandl. 10, 266.
bei dem leichenmahl des im jahr 1508
verstorbenen herzogs Albert IV. wird in der türnitz auf 24 tische zugerichtet 14, 5. die tirnizen seien vol (
von hofbedienten)
Münchner landtag von 1514
s. 479. wir wöllen in die durnitz nein und mit dem adel frölich sein H. Sachs 3. 2, 199
c. fürt in auch in die türnitz nein Jac. Ayrer 159
b. kommt nur rein in die türnitz, darin wollen wir essen ietzt 290
a. zwen brüder die sich einander gelaidigt haben zu wald in der thürnitz Hund
Bair. stammbuch 1, 347. die vier jungfrauen (
die bei der fronleichnamsprocession in München heilige personen vorstellen sollen) berueft man alzeit am antlasabent zum nachtmal hinein in die neufest, und sie liegen dieselbige nacht dinnen (
entweder) im dirnitz- oder (
im) frauenzimmer Westenrieder
Beiträge 5, 126
zum jahr 1580. a. 1326 erbauten die pfalzgrafen in Amberg auch ein neues schlosz und eine grosze gewölbte türnitz welche auf fünf steinenen säulen stunde Wiltmeister 112. 121. 123. die königlichen commissarien waren 1498 versammelt im groszen türniz im bischofhof zu Regensburg Gemeiner
Regensb. chronik 4, 21. landgraf Friedrich von Thüringen besserte den abgebranten thurn auf der vestung Wartburg und legte darauf eine schöne hofdornczin Menken
Script. saxon. 2, 1782. ungefehr vor twintich jaren (
um 1600) sind baben vier efte vif dornschen und noch weiniger köken unde schorstene im ganzen karspel Busen nicht gefunden, un is solches erstlich an der pastoren edder prediger gebuwten angefangen; denn des winters beholpen se sik an den kikern Neocorus 1, 195.
im Lexicon von Baiern ist die rede von einer türnizstube mit elf betten
für mehrere soldaten in einem hohen thurm von Hohensalzburg, item von der neuen türniz oder mirabellcaserne Schmeller 1, 398.
auch ein theil des schlosses zu Burghausen ist unter dem namen der dürnitz
bekannt 1, 399.
in einer herzoglich bairischen speiseordnung vom jahr 1552
ist die dürnitz
ein zimmer in welchem die hofbedienten essen Oberbair. archiv für vaterländ. geschichte 9, 10. 11. Meisen in unser durenze ist der alte burggräfliche thurm, welcher 1596 völlig abgetragen worden Ursinus
handschr. geschichte des kreuzklosters s. 305.
beim Münchner hofsilberkammeramt wurden ehmals unter den bedienten schneller auf dirniz, abspüler bei der dirniz
angeführt (
Edelknabeninstruction hs. vom jahr 1717) Schmeller 1, 398. hofdienste mit der hofpfründe aus dem zehrgaden der diernitz
Landshuter wochenblatt 1815, 54. das dörren des flachses auf dornczen oder beim feuer Anton
Geschichte der landwirthschaft 3, 284. die wohlverschlossenen dürnitz, abgegrenzt von andern gemächern Spindler
König von Zion 1, 285.