drīten V. [WMünsterl Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Mark Olp, verstr. bes. Münsterl] den Darm entleeren (gröber als →
schīten [verstr. Münsterl]). — Ra.: Säo kolt, dat ’t dritt sehr kalt (Kr. Unna u. die krfr. Stadt HammUnn Kr. Unna u. die krfr. Stadt Hamm@AfferdeAf). Öäwer de Lunge drīten sich erbrechen (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). Hä friätt sük fett un dritt sük mager er bleibt trotz des vielen Essens mager (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LaerLr). He hett inne Nïedeln gedrïeten er hat Pech gehabt, seine Erwartungen sind enttäuscht worden (die krfr. Städte Gelsenkirchen u. Wanne-EickelGel Üd || mehrf.). He süeht nich widder, as en Fïerken dritt er ist stark kurzsichtig (Ennepe-Ruhr-KreisEnr Ennepe-Ruhr-Kreis@HattingenHt). Hä süüt aan de Waige, wann dat Kind driten maut er weiß alles besser (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LangendreerLd). Hä es te dämlich tom Drieten er ist sehr dumm (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LaerLr || mehrf.). He weet nich van Drieten of Miegen er versteht nicht das Geringste von der Sache (WMWB). Hä hiett guet drieten; hä hiett de Fuett bi sick er hat alles, was er sich wünscht (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LangendreerLd). Froer konn ’e vör Smacht nich drīten früher war er sehr arm (die krfr. Städte Gelsenkirchen u. Wanne-EickelGel Üd). Se driet alle op einen Houpen sie halten zusammen (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@LüdenscheidLü || mehrf.). Dat is ’t leste Wark, wat ’n Düwel dretten heff sagt man von einem Handlanger (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@VredenVr). Sou genau driätt käine Kauh sei nicht zu kleinlich (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LaerLr). Mi dritt kene Mus int Korn mir kann niemand etwas anhaben (Ennepe-Ruhr-KreisEnr Ennepe-Ruhr-Kreis@GevelsbergGb). Nu es dat Drieten am Dokter nun gibt es kaum noch Hilfe (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@ImmeckeIm || mehrf.). ’t ess ümmer noch biätter ass in de Hand gedrïetten sagt der Bettler, wenn er eine kleine Gabe erhalten hat (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@RecklinghausenRh). Spigge in dä Hänne un driet op dä Arbäit sagt man zu jmdm., der fleißige Arbeit vortäuscht (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LaerLr). Dä, dor häw we ’t Kalw an’t Drieten sagt man verärgert über eine mißglückte Sache (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@KirchhellenKh). Driet Baukstawen, dann kann ek et mi drut saiken sagt man zu jmdm., der (aus Angst) nicht sagen will, was er auf dem Herzen hat (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LangendreerLd). Bülleken, driet äs grobe Erwiderung für einen Angeber (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@VredenVr). Wenn nich praoten kaas, dann driet; dann weet ’m wennigstens, dat läws sagt man zu sehr stillen Personen (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@VredenVr). Wat? Dä Katte dritt schwatt Erwiderung auf lästige, bes. mit wat beginnende Fragen (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LaerLr). Dräive’el vüer dä Glocke; wann dä Rüer dritt, giätt et Brocken Erwiderung auf lästiges Fragen nach der Uhrzeit (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LaerLr). Köttel, well häff di dretten fragt man jmdn., der sich groß aufspielt (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@VredenVr). Dritt di wat grobe Ablehnung (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@ImmeckeIm || mehrf.). Ick will di wat drieten dass. (Kr. LüdinghausenLhs Kr. Lüdinghausen@SelmSm || mehrf.). Gedrïeten auk dass. (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl || mehrf.). — Sprichw.: Wä de Fuett utlennt, maut dör de Tänne drieten zu große Gutmütigkeit bringt Schaden (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LangendreerLd || (ähnl.) mehrf.). Der Deuwel dritt ümmer op’m gröttsten Haup (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@HohenlimburgHl || mehrf.). Wann kleine Blagen dritt as en Ollen, dann biesset ne de Äs (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@EvekingEv || mehrf.). Wä di wat dritt, dä bäckt di ken’n Pannkauken (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@RecklinghausenRh || mehrf.). Wenn dä Rüer dritt, kann hä nich bellen sagt man bei einer verpaßten Gelegenheit (die krfr. Stadt WittenWit die krfr. Stadt Witten@WittenWi). — Berufsspott: ’n Buer es ’n Schelm van Natur: Päckt mä ’n aan’n Kopp, bitt’ hä; päckt mä ’n aan dä Mäse, dritt hä ein Bauer weiß sich immer zu helfen (Ennepe-Ruhr-KreisEnr Ennepe-Ruhr-Kreis@HerbedeHe || mehrf.). — Sagw.: Unverhofft kommt oft, saggte de Junge, doa har iäm ’n Lüling op’t Buetter drieten (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@LüdenscheidLü). Hart giägen hart, sag dä Buer, do dräit hä giägen’t Dunnerwie’er (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LaerLr). Wo käin Mist henkömmt, helpt dat Gebet auk nix, sag dä Buer, do dräit hä op’t Land (die krfr. Stadt WittenWit die krfr. Stadt Witten@WittenWi). Et dampet alt; wann et brient, giet et Füer, saggte de Foß, doa dreit hei op’t Ies (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@LüdenscheidLü). Füör drei Pennige Döüwelsdreck, verlangere de Buersfrau. Geit nit, siet de Apeteiker, füör drei Pennege dritt de Döüwel nit (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@LüdenscheidLü). — Bauernregel: Hamerschlag (Schäfchenwolken) witt, rägnt daden Dag, dat ’t dritt (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@VredenVr). — Rätsel: Gedretten, gespäet, Arschwisch; kömmt beneen op’n Herrendisch: Ei, Honig, Rinderzunge (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@KirchhellenKh = ROTTMANN 36). ⟨›drīten‹ [verbr.], dridden (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh). — Prä
s.: 3. Sg.: drit [verstr.], ›driᵉt‹ (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LaerLr); Prät.: 1./3. Sg.: ›drē²t‹ [verstr.], dret (Kr. Borken u. die krfr. Stadt BocholtBor Kr. Borken u. die krfr. Stadt Bocholt@DingdenDi); Pl.: ›driᵉten‹ [verstr.], ›drē²ten‹ (Ennepe-Ruhr-KreisEnr Ennepe-Ruhr-Kreis@SchwelmSw);
Part.: ›(ge)driᵉten‹⟩ ¶ Vgl. RHWB 1,1476: dreissen I; NDSWB 3,555: drīten.