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Dranktunn

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MeckWB
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Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

Dranktunn f.

Bd. 2, Sp. 464
Wossidia Dranktunn f. Tonne, in welchem Spülicht mit Speiseresten zum Schweinefutter zusammengegossen wird. 1. sprachliche Zeugnisse: Drink man, Köster, säd' de Buer, 't kümmt süs in de Dranktunn V. H.-Kal. 1878, S. 11; gah hen, deck de Dranktunn to (damit du nicht in den Drank fällst und die Schweine nicht Verdauungsstörungen bekommen) Wa; MaMalchin@StavenhagenStav; auf die Klage dor (auf dem mageren Vieh) sitten de Hexen up gab es zur Antwort: de Hexen sitten in de Dranktunn Schö Schönberg@SchlagsdorfSchlagsd; da die Schweine den Inhalt der Dranktunn gierig fressen, entstehn Vergleiche mit Menschen, die viel durcheinander essen: dee maakt ne Dranktunn ut sinen Buk Jeppe 46; häufig vom Vielfraß und Säufer, vgl.: wo lettst du dat blot, hest woll ne Dranktunn in 'n Liw Schw; von einem Dicken sagt man: he is ne tweibeinig Dranktunn RoRostock@KlockenhagenKlock; wenn dor Kopp un Bein af is, is 't ne gaud' Dranktunn Börg; Wa; SchöSchönberg@GrevesmühlenGrev; die Schwangere hett 'n Lif as ne Dranktunn HaHagenow@RedefinRed; abgewandelt für denselben Sinn: dee is œwer de Dranktunn stolpert WiWismar@ThurowThur; dor kann 'n ok leiwer mit ne Dranktunn danzen als mit einer schwerfälligen Tänzerin Wa; GüGüstrow@GülzowGülz; Dranktunn to Sadel im Tanzreim; Dranktunn der dicke Leib der Kuh im Rätsel Wo. V. 1, 165 u; auch FN. und Gehöftname; Rdaa.: läben as 't Küken in de Dranktunn aus dem Vollen wirtschaften RoRostock@KühlungsbornKühl; se höllt Hus as dat Küken in de Dranktunn Wa; da äußere Sauberkeit nicht von Belang war und namentlich dem Platz dahinter keine besondere Aufmerksamkeit zuteil wurde, begreift man folgende Redewendungen: dee ward hollen as 'n Feudellappen hinner de Dranktunn eine schlecht behandelte Ehefrau Wa; dee is as de geschäftig Martha, schüert de Dranktunn un lett dat Botterfatt stahn Wa; vgl. noch: Rennlichkeit is 't halw Läben, säd' de oll Fru, wascht de Nachtmütz in de Dranktunn ut Wa; 'n Gesicht ut de Dranktunn ein häßliches Gesicht HaHagenow@RedefinRed; dee hett ok wider nicks as 'n Slœtel to de Dranktunn von einer Mamsell, der die Hausfrau nicht alles anvertraut StaStargard@WulkenzinWulk; auf die Dranktunn richtet sich in der häuslichen Rede vielfach der Blick, lästige Fragen werden dahin abgelenkt, unpassende Bemerkungen damit berichtigt, meist iron.: dee kann 'n dodig Gössel ut de Dranktunn wuchten iron. von einem Schwächling RoRostock@LichtenhagenLicht; de Titt is in de Dranktunn smäten zum Kinde, das entwöhnt werden soll WaWaren@JabelJab; wenn der Ausdruck Diern im Gespräch als ungehörig empfunden wird, weist das damit angeredete Mädchen ihn zurück mit den Worten: de Dierns hett de Buer achter de Dranktunn, was besagen soll, daß der Ausdruck nur für die Schweinemagd gut sei StaStargard@WulkenzinWulk; Dierns stahn uppe Dranktunn und hebben 'n Schötteldok in 'n Noors SchöSchönberg@BössowBöss; abfertigende Antwort auf die Frage wat wist warden? Söckensnider achter de Dranktunn LuLudwigslust@SpornitzSporn; und die Frage wo is dee? Dee is inne Dranktunn versapen Wa; im Kinderreim: wo bliben de Ulen? Uppe Rostocker Dranktunn Wo. V. 2, S. 257; Snut, Snut, wo wahnt Dut? Hinner de Dranktunn 3, 380; scherzhafte Ratschläge: stäk 'n Kopp inne Dranktunn beim Blindekuhspiel Gü Güstrow@RecknitzReckn; wasch di inne Dranktunn RoRostock@Nienhagen bei DoberanNHagD; beim Abschämen: hest dinen Noors in de Dranktunn hatt Wa; das Äußerste andeutend: ick gah to Mark, un wenn s' mi ne Dranktunn vör 'n Noors binnen, seggt de Diern Wi; um jem. anzudeuten, daß er bald zu Gevatter geladen werde: smit den Daler (d. h. das Patengeschenk) man in de Dranktunn, dat he blank ward GüGüstrow@SchwaanSchwaan. 2. Brauch: früher wusch man Hände und Gesicht in der Dranktunn RoRostock@ElmenhorstElm; Regel war es für Mädchen, weil sie davon hübsch wurden MaMalchin@BredenfeldeBred; wenn man die erste Schwalbe sieht, soll man stillschweigend zur Dranktunn gehn und sich darin waschen, dann brennt einen die Sonne nicht so gäl WaWaren@LansenLans; wenn die Braut von der Tru (Trauung) kommt, soll sie in die Dranktunn sehen, dann soll sie gute Klür (Farbe) haben, wenn sie späterhin in andere Umstände kommt StaStargard@ZirtowZirt; wenn ein Huhn kluckt, soll man es mit 'n Noors in die Dranktunn stecken LuLudwigslust@SpornitzSporn; Küken soll man mit den Beinen in die Dranktunn stecken, denn töben se bleiben auf dem Hofe Wa; gegen das Gerstenkorn hilft dreimal in de Dranktunn kiken GüGüstrow@BützowBütz. Mnd. dranktunne. Br. Wb. 1, 248; Dä. 86a; Kü. 1, 358; Me. 1, 836.
4131 Zeichen · 32 Sätze

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Dranktunne

WWB

Drank-tunne f. [verstr.] Behälter zum Sammeln der Speisereste, zum Aufbewahren des (gekochten) Vieh- bzw. Schweinefutters.