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drahten

mhd. bis Dial. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
9 in 6 Wb.
Sprachstufen
3 von 16
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10
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5

Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

drahten

drahten

Draht m. ‘gezogener oder gewalzter Metallfaden’, ahd. thrāt (11. Jh.), mhd. drāt ‘Faden, Schnur’, mnd. drāt, asächs. thrād, aengl. þrǣd, engl. thread ‘Faden, Zwirn, Garn’, mnl. draet, nl. draad ‘Faden, Draht’, anord. þrāðr ‘Faden, Leine’, schwed. tråd setzen germ. *þrēðu- voraus, das auf eine mit ie. *tu-Suffix versehene langvokalische Form ie. *trē- der Wurzel ie. *ter(ə)- ‘drehend reiben’ (s. drehen) zurückgeht. Draht ist ursprünglich das aus Flachs, Wolle u. dgl. ‘Gedrehte’. Die dt. Bedeutungsspezialisierung ‘gezogener Metallfaden’ setzt bereits im Mhd. ein, als man in Stoffe eingewebte Gold- und Silberfäden mit mhd. golt-, silberdrāt bezeichnet; die alte Bedeutung wird dagegen im Engl. und Nl. bewahrt, im Dt. noch in Schuster- oder Pechdraht ‘Nähfaden des Schusters’ (17. Jh.). Aus Telegraphendraht verkürztes Draht tritt in der 2. Hälfte des 19. Jhs. ein für ‘Telegraf-, telegrafisch’ in Bildungen wie Drahtantwort, -bericht (für Depesche), -meldung. Daher stammt wohl auch die Wendung auf Draht sein ‘schnell, tüchtig sein’ (20. Jh.). An Telefondraht anknüpfend heißer Draht ‘direkte Telefonleitung für dringende Fälle’, zuerst (in der Übersetzung von amerik.-engl. hotline bzw. hot-wire) für die unmittelbare Verbindung zwischen den führenden Staatsmännern der UdSSR und der USA (um 1960). – drahten Vb. ‘telegrafieren’ (19. Jh.); drahtlos Adj. ‘durch Funkverkehr’ (20. Jh.). drahtig Adj. ‘kräftig, sehnig, gewandt’, eigentlich ‘fest und biegsam wie Draht’ (20. Jh.). Drahtzieher m. ‘Drahthersteller’ (14. Jh.), ‘geheimer Lenker politischer Aktionen’ (18. Jh.), im Vergleich mit dem unsichtbaren Marionettenspieler, der die Puppen an Drähten agieren läßt.
1672 Zeichen · 59 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    drahtensw. V.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    drahten , sw. V. Vw.: s. trahten

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    drahten

    Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer) · +2 Parallelbelege

    Draht m. ‘gezogener oder gewalzter Metallfaden’, ahd. thrāt (11. Jh.), mhd. drāt ‘Faden, Schnur’, mnd. drāt, asächs. thr…

  3. modern
    Dialekt
    drahten

    Bayerisches Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    drahten Band 4, Spalte 4,139

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit drahten

4 Bildungen · 2 Erstglied · 0 Zweitglied · 2 Ableitungen

drahten‑ als Erstglied (2 von 2)

Drahtende

RhWB

draht·ende

Draht-ende dr:tsę·ŋ.(k) Rip, Eup ; -ę· ŋ.əl Erckeyenbg n.: Pechdraht.

Ableitungen von drahten (2 von 2)

bedrahten

MeckWB

bedrahten ein Stück Acker- oder Weideland mit Draht einzäunen Schw Banzk .

verdrahten

ElsWB

verdra h te n [fərtrûtə Dü. ] mit Drahtanlagen versehen. I ch will mini Rëwe n v. für jede Reihe Rebstöcke einen Draht spannen.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „drahten". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 16. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/drahten/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „drahten". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/drahten/pfeifer_etym. Abgerufen 16. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „drahten". lautwandel.de. Zugegriffen 16. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/drahten/pfeifer_etym.
BibTeX
@misc{lautwandel_drahten_2026,
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