DEWEDER pron., konj. ahd. mhd. deweder.
as. ēndihweđar.
zuss. mit weder
pron. dem ersten kompositionsteil liegt dieselbe kasusform des germ. dem.pron. (
wohl gen. sing.neutr. wie got. þis)
zugrunde wie bei dehein
pron. vorwiegend obd. – deweder
wird entweder negierend gebraucht oder es steht unter bestimmten syntaktischen bedingungen und zwar in hypothetischen sätzen oder in sätzen, die eine negation enthalten, in fragesätzen, in von fragesätzen abhängigen sätzen und in verallgemeinernden relativsätzen. 1
als indefinitpronomen nomina substituierend. a
disjunktiv zur bezeichnung eines elementes aus einer menge von zweien. positiv, einer, eines von zweien: v1022 zuei ding sint, fone dîen alliu uuerh kefrumet uuerdent, taz ist uuillo unde maht .. kebristet tero deuuederes, sô nemag tero dingo neheinez keziugôt uuerden Notker
1,3,251 ATB. u1200/10 wâ von sît ir ein Anschevîn?/ .. ist unser deweder
(Parzival oder Feirefiz) ein Anschevîn,/ daz sol ich von arde sîn Wolfram
Parzival 7746,11 L./H. 14./15.jh. wa zwoͤn von vnser stat .. sich stellent fuͥr gericht vmb dehein sache, .. vnd ist das, das deweder darnach uon vnser
(stadt) vert vnd nit sin recht wil suͦchen noch sin recht tuͦn wil, .. so sol ..
rechtsqu. Bern I 1,90. b
kopulativ, zur bezeichnung beider elemente aus einer menge von zweien. α
positiv, jeder, jedes von zweien: u1185 beide guot unde gemeit/ wâren die stegereife,/ .. wes was dirre deweder,/ darmgürtel joch stîcleder? Hartmann
Erec 37680 ATB. u1270/80 dô wart ein minne gerndez wehen,/ des ie dewederz wol enphant./ sîn herze sich in ir herze want
heidin 2,1493 P. β
negierend keiner, keines von zweien; mit oder ohne zusätzliche negationspartikel: u1120/30 wir sageten im
(Joseph) unsir troͮme, die schiede er uns uil sloͮne;/ er sprach, ich gewnne hulde, den phistir hienge man umb sine schulde:/ der d[e]wedirz sich uerwandelot, ich lebe, der phistir lach tot
milst.genesis 83,16 D. v1209 beidiu sîn nam und sîn lant/ diu sint manigem erkant/ der ir dewederz nie gesach Wirnt
171 K. 1523 vermisch win und wasser zemen glych vil, so empfindstu eigenlich, das dweders sin natur und krafft behalten mag, sunder ist es ein ungeschmackt ding Zwingli
2,46 E./F. 1537 dweders,
keiner von zweien Dasypodius
dict. germ. lat. R 1d. 2
als indefinitpronomen in adnominaler funktion. a
disjunktiv, ein element aus einer menge von zweien heraushebend: 1296 missehêllent aber si
(schiedsleute), so svlen si beidenthalp ir vrteilde gescriben gêben dem oberman bi ir eide, vnd dvnket den dewêder vrteilde rêcht, der sol er volgen
corp. altdt. originalurk. 3,531 W. 1500 es soll auch kein tail
(partner eines bündnisses) dem andern, seine feind .. wißentlich nit husen .. und wo deweders tails .. feind und beschaͤdiger bey dem andern tail, oder in des landen .. begriffen werden moͤge, daß der tail, bey dem er ist, .. zu demselben grifen und richten laßen
hist. unters. (1779)1,2,171 M. b
kopulativ, beide elemente einer menge von zweien zusammenfassend. α
beide elemente einschließend: hs.2.h12.jh. daz Christ unuerwantinlichen dewederre siner nature got unde mennisk uollichen ist in ietwederre natura
windb. cantica 144 S. 1466 der selb Ruͦdolff Meyer habe .. offenlich gerett, er förchte dewedren Waldman allein
(jeden von zwei brüdern Waldman) dok. gesch. Waldmann 1,62 G. β
negierend, beide elemente ausschließend, kein; mit oder ohne zusätzliche negationspartikel: u1225 noch stuont der bischof allez hie,/ unz der arme wol bevant/ daz er deweder sîne hant/ möhte erlœsen von dan
(von der bahre) Konrad v. Heimesfurt
himmelfahrt 686 P. u1450 ze jungst da nu die botten mengerhant wurbend .. und dewedrer teil
(der streitenden parteien) nitt wollt gefölgig sin .. Fründ
chr. 35 K. 1537 auff dwederer seiten.
neutrò Dasypodius
dict. germ. lat. R 1d. 3
seltener als relativpronomen nomina substituierend: 1264hs.1370 bist dû edeler oder schœner oder rîcher an friunden oder an guote oder jünger, an dewederm daz ist .. Berthold v. Regensburg
1,320 P./S. 4
als konj., entsprechend dem verhältnis von weder
konj. zu weder
pron. nebenordnende konjunktion in mehrgliedrigen konjunktionalen ausdrücken. a
disjunktiv, in verbindung mit oder, alde;
entweder: u1060 îetemêr mugin dih geirren deuueder pagani oder mali christiani Williram
27,4 S. u1194 hân ich deheinen holden trût,/ deweder mâc alde man, .. Ulrich v. Zazikhoven
2287 H. b
häufiger kopulativ, in verbindung mit noch
sätze oder satzglieder verneinend; weder: n1190 dannoch in dise iaren/ deweder nach noch e/ quam ir zv samne nie me Herbort
3419 F. 1525 meine hern achten, das inen dweder der punt, noch yemands ander wider recht thun .. wöll
akten bauernkrieg Oberschwaben 40 B.J. Bahr/Th. Kochs