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DEUCHTEN

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DWB2
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Eintrag · Grimm Neubearbeitung (1965–)

DEUCHTEN vb.

Bd. 6, Sp. 798
DEUCHTEN vb. neubildung zu der nach dem prät. sekundär gebildeten präsensform deucht von dünken vb., s. d. (3). vgl. bedeuchten vb. zuerst im präs. bezeugt: 1427 teuchtet (3. sg. ind. präs.) schweiz. id. 13,692. 1534 dychtet Eppendorff Plutarch, sprüch 182. im 16. jh. auch der inf.: 1534 dychten ebd. 1536/7 deuchten (nachschr.) Luther tischreden 3,236 W. zögernder und im ganzen seltener das prät.: 1534 deuchtet (3. sg. ind. prät.) Eppendorff Plutarch, sprüch 149. 1644 deuchtete Augspurger Montchrestien, schäfferey 92. 1646 gedeuchtet (part. prät.) urk. u. actenstücke Friedrich Wilhelm v. Brandenburg 4,231. –deuchten steht in bedeutung und syntaktischer verwendung in abhängigkeit von dünken vb., wird diesem gegenüber aber entschieden seltener verwendet. stärkster gebrauch im 17. jh., anfang des 19. jhs. ungebräuchlich werdend. am längsten hält sich der inf., vereinzelt noch, preziös: 1928 Claudius ges. w. (1957)1,79 J.in den meisten md. und nd. mdawbb. noch neben dünken vb. gebucht, auch kärnt. und els., selten schweiz. in den obd. mdaa. ist im übrigen die abgrenzung gegen dünken vb. wegen möglicher kontraktionen in den flexionsendungen problematisch. 1 auf jmdn. einen bestimmten eindruck machen, jmdm. in bestimmter weise erscheinen mit dem erfolg, daß der betreffende von dem vom subjekt bezeichneten eine bestimmte meinung oder ansicht hat; dreiwertiges tätigkeitsverb mit persönlichem dativ-, seltener akkusativobjekt und prädikativ. a von sachen, erscheinungen, situationen, seltener personen als gegenstand eines subjektiven beurteilens und einschätzens: 1427 so wellent wir unser sin und maynig melden und öffnen, was uns in dem pillich und müglichen teuchtet schweiz. id. 13,692. 1534 so er aber acht nam der traͤumvßleger, der warsaͤger vnd deßgleichen voͤlcklins, deüchtet yn nichts naͤrrischer sein dann der mensch Eppendorff Plutarch, sprüch 149. 1629 weil allezeit die medecin viel herber, bitterer vnd saurer seyn muß, als dem patienten die kranckheit an jhm selber deuchtet magna horologii campana (1631)63. 1744 endlich lasse sich es niemand ein wunder deuchten, daß der bernstein begraben werde Zimmermann Henkel, schr. 545 Z. 1838 die lange ruhezeit hatte ihnen nur wie eine einzige nacht gedäuchtet Schubert morgenland 1,141. b seltener refl. von personen im sinne der selbsteinschätzung und -beurteilung: 1523 das du dich also deuchtest, das du gern mer wolst thuͦn dann er (Christus) hat than (bearbeitung) Luther w. 12,470 W. 1644 so gantz vnüberwündlich ich mich auch deuchtete; zähmet mich ietzo eine eintzige (frau) Augspurger Montchrestien, schäfferey 10. 2 einer bestimmten meinung, ansicht sein; zweiwertiges tätigkeitsverb in unpersönlicher konstruktion mit persönlichem dativ-, selten akkusativobjekt und gelegentlich mit es als scheinsubjekt. a die betreffende meinung oder ansicht ist in einem daß-, seltener infinitivsatz oder in einem logisch abhängigen aussagesatz ausgedrückt: 1636 wie offt deuchtet vns, wir hören ein glocken gethön, windbrausen, wasser rauschen, die bien schwärmen, da wir doch nichts dergleichen hören vnd also jrren müssen Schwenter deliciae 249. 1738 der englischen fregatte Victory, die just hinter die achtersteven dieses schiffs kam, deuchtete es, als wenn es grösser denn das schiff Londen wäre Downing, unruhen 68. 1821 desto gewisser auch däuchtete mir’s, daß beim rücklauf der wellen nur ein kleiner zwischenraum bis zum lande statt finden könnte Nettelbeck lebensbeschr. 1,67. 1836 so lasse sich auch dies geschlecht nicht deuchten,/ freiheit zu finden, weil es bricht die bande Rückert ges. poet. w. (1868)1,30. vereinzelt noch: 1928 die erde, will mich deuchten,/ wär’ ein umirrter hügel nur./ und du darauf das leuchten Claudius ges. w. 1,79 J. b gelegentlich impliziert die verbbedeutung das merkmal der zustimmung, deren voraussetzung in einem modalen oder konditionalen satz oder satzglied ausgedrückt ist; für richtig, gut halten: z.j.1590 das ein jeder nachbar und mitwoner der stadt Trautnaw kan .. ein rindvich .. zwene oder drei miteinander, oder wie es ihnen mehr gefallen und sie es deuchten moͤchte, schlachten .. lassen Hüttel chr. Trautenau 303 Sch. 1696 schade war es um den wunder-schönen tempel Salomonis (in der opernaufführung), daß derselbe so mit muste vor die hunde gehen, es hätte mich sollen deuchten, wenn nur ein fleckgen daran wäre gantz geblieben Reuter Schelmuffsky 230 TND. 3 als etwas, in bestimmter weise erscheinen; zweiwertiges zustandsverb mit prädikativ: 1719 bey der nacht, da es ein wenig schwühler zu seyn deuchtet Fleming jäger 1,380b.V. Zimmermann
4607 Zeichen · 99 Sätze

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    Neuhochdeutsch
    Deuchten

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Deuchten , S. Adelung Däuchten .

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    deuchten

    Goethe-Wörterbuch

    deuchten s dünken Elke Umbach E. U.

  3. modern
    Dialekt
    deuchten

    Bayerisches Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    deuchten Band 3, Spalte 3,1600

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bedeuchten

DWB

bedeuchten , videri, eine aus dem organischen bedauchte, praet. von bedünken, neu gebildete, fehlerhafte praesensform, deren praet. dann bed…