Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Demagoge m.
Demagoge m.
Demagoge m. ‘Volksverführer, Aufwiegler’, entlehnt Mitte des 18. Jhs. aus griech. dēmagōgós (δημαγωγός), einer Zusammensetzung aus griech. dḗmos (δῆμος) ‘Volk’ und agōgós (ἀγαγός) ‘Leiter, Führer’ (s. Pädagoge). In den griechischen Demokratien, besonders in Athen, bezeichnet das Wort zunächst einen angesehenen Leiter und Ratgeber des Volkes, seit Kleon (gest. 422 v. u. Z.) einen ‘Verführer und Hetzer’. Vorwiegend in dieser Verwendung setzt es sich in zahlreichen Sprachen durch (engl. demagogue, frz. démagogue 17. Jh.). Im Dt. wird Demagoge (oft auch Demagog) besonders als Schimpfwort während der Auseinandersetzungen mit progressiven Bewegungen des 19. Jhs. geläufig (vgl. Demagogenriecherei 1830, Demagogenjagd, -verfolgung). – demagogisch Adj. ‘Demagogie treibend, aufwieglerisch’ (Ende 18. Jh.), vgl. frz. démagogique; zum Schlagwort (der Reaktion) wird die nach den Karlsbader Beschlüssen (1819) geläufige Verbindung demagogische Umtriebe. In neuerer Zeit meint demagogisch vor allem ‘mit trügerischen Versprechungen und geschickter Entstellung der Wahrheit zu täuschen suchend’.