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DEFTIG

nhd. bis spez. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB2
Anchors
9 in 9 Wb.
Sprachstufen
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3

Eintrag · Grimm Neubearbeitung (1965–)

DEFTIG adj.

Bd. 6, Sp. 536
DEFTIG adj. lehnwort aus nnl. deftig adj., das mit bildungen wie ae. gedæfte ‘mild’, an. dafna ‘tüchtig, stark werden’, got. gadaban ‘sich ereignen, passen’, ferner lat. faber ‘handwerker’, aksl. dobrъ ‘gut, schön’ zur idg. wz. *dhabh- ‘passend fügen, passend’ gehört. die entlehnung erfolgt im 17. jh. in die nd. mdaa. (1 und 2), von wo aus sie gelegentlich in literarische texte eingang findet. die bedeutung 3 wird im 19. jh. umgangssprachlich im nd. neu ausgebildet und schriftsprachlich aufgenommen. 1 vortrefflich ausgezeichnet; von angesehenen personen, gediegenen sachen; attributiv und prädikativ. in nd. und rhein. mdaa. weit verbreitet, aber lexikographisch nicht immer eindeutig gegen 3 abgegrenzt; gelegentlich schriftsprachlich: 1663 deft, deftig firmus, eximius, solidus Schottel haubt spr. 1300. 1689 so geit he d[eftich] treden (gewichtig schreiten) hamb. wb. 1,697. 1767 dat kleed steit deftig .. ene deftige predigt .. een deftig mann .. vir gravis, strenuus brem.-ns. wb. 1,189. 1902 daß es gerade ein militärschneider war .. wenn’s noch ein richtiger däftiger bürgersleutschneider wäre Viebig wacht 110. 2 größen als ausgedehnt, handlungen als intensiv bestimmend; attributiv (und prädikativ?). seltener, nd. und gelegentlich schriftsprachlich: 1688 dat stund d[eftich] schön hamb. wb. 1,697. 1888 er .. wartete, bis wir eine deftige strecke vorweg waren Stinde frau Buchholz 114. 1902 Wolffs, die er .. gegen däftige miete in sein haus nimmt Kerr ges. schr. (1917) I 1,95. 1928 d[äftig] angetrocke sen rhein. wb. 1,1223. 3 derb, kräftig; attributiv und prädikativ, seltener adverbial. mit einem 1 gegenüber erweiterten anwendungsbereich seit dem 19. jh. umgangssprachlich im nd. und rhein., von da aus schriftsprachlich, auch über das nd. gebiet hinaus. in nd. wbb. durchweg gebucht. a von personen und sachen, besonders von kräftiger, nahrhafter kost: 1836 der mittelstand Hamburgs besteht aus einem, wie man dort sagt, defftigen schlage menschen hamb. wb. 1,697. 1921 der jahrelange umgang ex officio mit deftigen großstädtischen lager- und hafenarbeitern haben nicht vermocht, das scham- und ekelgefühl in mir zu ersticken Wobbe leben (1919)3,18. 1964 ’n deftigen stock hamb. wb. 1,697. 1965 ein handfestes, deftiges grünkohlessen mit westfälischer wurst frankf. allg. ztg. 283,8. b von äußerungen und handlungen: 1879 schreib mir .. ob die letzte zeile .. zu deftig Allmers brw. 216 K. 1928 er schimpfte deftig auf alle schiffahrt und seine reederei insbesondere Claudius ges. w. 1,67 J. 1963 einen deftigen skat zu dreschen Böll ansichten 261.H. Albrand
2603 Zeichen · 90 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    deftigAdj.

    Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer) · +1 Parallelbeleg

    deftig Adj. ‘kräftig, derb, grob’. Im 17. Jh. wird nl. deftig ‘belangreich, gewichtig, vornehm, würdevoll’, auch ‘tüchti…

  2. modern
    Dialekt
    deftigAdj.

    Mecklenburgisches Wb. · +4 Parallelbelege

    deftig tüchtig, kräftig Mantz. Ruh. 4, 42; Kruse 41; 'defftig wedderstaan' (1722) Kohf. Hg. 19, 2; deftig kolt Schw Rab …

  3. Spezial
    deftig

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    def|tig I adj. 1 saré (sará, sarada) 2 (z.B. Witze) sëch (sëc, sëcia), sterch (stersc, sterscia) 3 picant (-nc, -a) 4 (n…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit deftig

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Zerlegung von deftig 2 Komponenten

def+tig

deftig setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

deftig‑ als Erstglied (1 von 1)

DEFTIGKEIT

DWB2

deftig·keit

DEFTIGKEIT f. abl. von deftig adj. 1: 1927 Buhmanns gesicht verlor die schlaffheit, sein gehaben wurde blutreicher .. und das gab ihm eine g…