dar-füᵉr
Adv. [verbr.] 1. davor. Mi grüggelt tǫfüer mir graut davor (Kr. IserlohnIsl Dh). Du moss di daovö in Acht nïemen (Kr. TecklenburgTek Me). — Ra.: Öinen dovor denn töin, ruiden a) einen tiefen, gesunden Schlaf tun, den Mittagsschlaf halten, schnarchen; b) ein Stück spielen, aufspielen (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh). Öin P dafor sedden, schruiben einer Sache Einhalt gebieten, ein Ende machen (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh). Et gäit nix dervüör es geht nichts darüber, wird durch nichts übertroffen (KKWB). — Sprichw.: Vey staot dervüör, vey mött derdüör Aufforderung zum Durchhalten (Kr. MeschedeMes Kr. Meschede@EversbergEv || verbr.). Bai kan dervör, dä derächter es geschehene Dinge sind nicht zu ändern (WOENL). ’N Biäddelsack hänget nitt hunnert Joahr füär dainer Düär, äouk de Geldsack hänget moaist nitt länger defüär (Kr. Unna u. die krfr. Stadt HammUnn Kr. Unna u. die krfr. Stadt Hamm@HemmerdeHm). — Sagw.: Et geiht niks dofüör, wann me ’t siek leisten kann, saggte de Käel, doa gong hei met diär sammeten Buchse in diän Hamer (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@LüdenscheidLü). Derfoär es grāde so guet at drin, sach de Pastauer (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). — 2. dafür. Sau geiht dat nich: Prumen iäten un nix dorför betahlen (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@LienenLi). Eck kann nicks dåför (Kr. MindenMin Kr. Minden@HahlenHa). Doför hät heu Geld kriegen (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@IstrupIs = PLATENAUWB). — Gramm. Phras.: Dåför dat dafür daß, in Anbetracht dessen, daß (Kr. MindenMin Kr. Minden@HahlenHa). — Ra.: Derfür opkūmen den Schaden bezahlen (Kr. IserlohnIsl Is). Hunger, Dost dafor häbben danach hungern, dürsten (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh). Dä hät kein Ohr dorför
z.B. für die Not anderer, für Musik (Kr. MindenMin Kr. Minden@RehmeRe). Dat wōr dåfǖr das war deine Strafe (Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)Wal Bh). — Sprichw.: Goatt giett us woall ne Kauh un ouk daoför te freatten, män hä dait se us nich an’t Strick (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LangendreerLd). — Sagw.: Bat kann dat arme Kind doafüör? saggte de Wiesemouer (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@LüdenscheidLü). — Reim: Slop Kinneken slop, / Deine Mutter is en Schop, / Dein Vater is en Duseldier, / Bat kannst du arme Kind doför (Kr. BrilonBri Kr. Brilon@RixenRi || mehrf.). ⟨In der Regel unterscheiden sich die Notationen für ’davor’ und ’dafür’ nicht. Zuweilen wird der semantische Unterschied durch unterschiedliche Schreibung ausgedrückt: -›vüᵉr‹ ’davor’ — -›füᵉr‹ ’dafür’ (WOEN, KKWB); derfǖr ’davor’ — derfür ’dafür’ (Kr. IserlohnIsl Is)⟩