dämonisch von 54 Belegen 18 in Eckerm seit 1828 (iZshg mit der Arbeit an DuW 20); früheste Belege 1805 in einem Gespr u 1808 in Sonette I (s Pkt 2; etwa gleichzeitig modifizierte Verwendungen von ‘Dämon’, sd Vorbem)1).
In der späten Darstellung seiner Konzeption des Dämonischen in DuW 20 führt G für seinen Wortgebrauch ausdrückl das antike Beispiel an; seine Wesensumschreibung erinnert an die in der abendländ Tradition geläufig gewordene antike Auffassung von den Dämonen als vielfach differenzierten, oft gestaltlosen Zwischenwesen u Mittelsmächten zw der Sphäre des hohen Göttlichen u der des Irdischen u Menschlichen. Diese Ambivalenz qualifiziert den Begriff zum Namen für best von G erfahrene schicksalhafte Wirkungen, die außerhalb eth Wertung u theol Zuordnung stehen 1
mythol, meist von halbgöttl Naturwesen, gestaltlosen göttl Mächten, Geistern u ihrem Wirken, auch iSv gottgesandt; gelegentl iSv übernatürlich, fabelhaft; nur vereinzelt ‘das D-e’ Jonien, wo d-e liebende Quellgötter sich begatten und den Homer erzeugen GWBB28,267,12 Creuzer 1.10.17 Agamemnon .. schiebt seinen Fehler auf göttlichen und d-en Einfluß.
*Mythe von der Schuld [
vgl 19,86ff Ζεὺς καὶ Μοῖρα καὶ .. Ἐρινύς, | οἵ τέ μοι .. φρεσὶν ἔμβαλον ἄγριον ἄτην] GWB41
1,312,15 Ilias Ausz indem die Fabel sich ganz rein menschlich erweis’t, und ihr nicht mehr D-es zugetheilt ist, als nötig war, damit das Außerordentliche, Überschwängliche des Menschlichen sich desto leichter entfalte. Anfang und Ende nur sind wunderbar GWB41
1,352,1 Rez:Calderon,Tochter dLuft GWB15
2,213,12 Faust II Plp GWB49
1,83,3 u 130,9 Philostrat GWB49
2,81,25 BlüchersDenkbild
uö als Kennzeichnung für einen verstorbenen Heros (nach griech Sprachgebrauch; auch im griech Bezugstext) GWB49
1,92,15 Philostrat
übertr, einmal als Prädikat für die ‘Urphänomene’ Da Sie [
in einem Br üb EntoptFarb] so freundlich mit den Urphänomenen gebaren, ja mir selbst eine Verwandtschaft mit diesen d-en Wesen zuerkennen GWBB34,191,22 Hegel 13.4.21 die Totalwirkung [
eines Gebäudes] bleibt immer das D-e [die Gottheit
Var], dem wir huldigen GWB35,161,9 TuJ 2
in überwiegend begriffl Verwendung, häufig ‘das D-e’ als metaphys Kategorie des G-schen Altersdenkens zur Bezeichnung einer universal, bes aber im Bereich des (hist) Geschehens schicksalhaft wirksamen unfaßbaren Energie des Paradoxen, mehrf als Gegenspieler der eth u rationalen Instanz, öfter die Wende zu etw Neuem, Außerordentlichem markierend a
in allg (wesensumschreibenden) Aussagen [
Rückblick auf die Annäherungen des jg G an das ‘Übersinnliche’] in den Zwischenräumen dieser [
Glaubens-] Regionen .. begegnete ihm manches, was zu keiner von allen gehören mochte .. Er glaubte in der Natur .. etwas zu entdecken, das sich nur in Widersprüchen manifestirte und deßhalb unter keinen Begriff, noch viel weniger unter ein Wort gefaßt werden könnte
2). Es war nicht göttlich, denn es schien unvernünftig; nicht menschlich, denn es hatte keinen Verstand; nicht teuflisch, denn es war wohlthätig; nicht englisch, denn es ließ oft Schadenfreude merken. Es glich dem Zufall .. ähnelte der Vorsehung .. schien mit den nothwendigen Elementen unsres Daseins willkürlich zu schalten .. Nur im Unmöglichen schien es sich zu gefallen .. Dieses Wesen, das zwischen alle übrigen hineinzutreten, sie zu sondern, sie zu verbinden schien, nannte ich
d., nach dem Beispiel der Alten .. Ich suchte mich vor diesem furchtbaren Wesen zu retten, indem ich mich .. hinter ein Bild flüchtete [
im folgenden üb die Konzeption von ‘Egmont’] GWB29,174,17 DuW 20 Obgleich jenes D-e sich in allem Körperlichen und Unkörperlichen manifestiren kann, ja bei den Thieren sich auf’s merkwürdigste ausspricht, so steht es vorzüglich mit dem Menschen im wunderbarsten Zusammenhang und bildet eine der moralischen Weltordnung, wo nicht entgegengesetzte, doch sie durchkreuzende Macht, so daß man die eine für den Zettel, die andere für den Einschlag könnte gelten lassen GWB29,176,11 ebd die großen Urworte .. Das Absolute, die moralische Weltordnung, Systole und Diastole! .. Daß nächste mal .. muß ich dir noch einen Begriff vom D-en geben, dann bedarf es nichts weiter
3) GWBB29,358
[] Zelter? [vgl JbSKipp6,319] 31.3.18 K GWBTgb 4.4.13
uö in DuW 20 Plp u Eckerm b
das Dämonische in konkr Manifestationen im menschl Bereich, meist mBez auf Personen von genialer, alle Normen sprengenden Kraft u Wirkung u auf schicksalhafte Konstellationen; insbes in seiner Korrespondenz mit einer lebensgeschichtl-psych (seltener einer hist-gesellschaftl) Disposition; vereinzelt auch krit als Phänomen des Aberglaubens Es gibt eine d-e, ja diabolische Größe. Erstere erscheint uns, wo der Einfluß unsichtbarer Mächte, wobei wir nicht immer an Gott als das sittlich vollkommenste Wesen denken, in der Erscheinung und Handlung sichtbar zu werden scheint Gespr(He2,39) Weitze Mitte Aug 05 Am furchtbarsten aber erscheint dieses D-e, wenn es in irgend einem Menschen überwiegend hervortritt .. Es sind nicht immer die vorzüglichsten Menschen .. aber .. sie üben eine unglaubliche Gewalt über alle Geschöpfe, ja sogar über die Elemente .. vergebens, daß der hellere Theil der Menschen sie als .. Betrüger verdächtig machen will, die Masse wird von ihnen angezogen .. sie sind durch nichts zu überwinden, als durch das Universum selbst, mit dem sie den Kampf begonnen; und aus solchen Bemerkungen mag wohl jener .. ungeheure Spruch entstanden sein: Nemo contra deum nisi deus ipse GWB29,176,25 DuW 20 Haben wir nicht in den neuern Tagen Cagliostro gesehen, wie er .. überall Anhänger finden konnte? Ist es denn zu viel gesagt, daß ein gewisser Aberglaube an d-e Menschen niemals aufhören .. wird GWB35,230,15 TuJ [
Reflexionen bei Erzählung der Umstände von G-s endgültigem Weggang aus Frankf nach Weim] mein kleines Leben .. dem aber doch auch seltsame Ereignisse, wenigstens mit einem d-en Schein bekleidet, bevorstanden .. .. wir verschwören uns gar zu gern mit dem Irrthum gegen das Natürlichwahre .. damit ja dem Zufall sein Antheil an der That nicht verkümmert werde; und so entsteht gerade das Element, worin und worauf das D-e so gern wirkt und uns nur desto schlimmer mitspielt, jemehr wir Ahnung von seiner Nähe haben GWB29,177,20 u 186,1 DuW 20 Je höher ein Mensch .. desto mehr steht er unter dem Einfluß der Dämonen .. So waltete bey meiner Bekanntschaft mit Schillern durchaus etwas D-es ob [
folgt Begründung aus dem jeweiligen lebensgeschichtl Moment] Gespr Eckerm 24.3.29 Gespr Eckerm 5.3.30 GWB49
1,116,3 Philostrat GWBB37,175,4 Ottilie 18.8.23
uö einmal im mythischen Naturbild Ein Strom entrauscht umwölktem Felsensaale | .. Er wandelt unaufhaltsam fort zu Thale. | D. aber stürzt mit einem Male — | .. Sich Oreas, Behagen dort zu finden, | Und hemmt den Lauf .. Gestirne, spiegelnd sich, beschaun das Blinken | Des Wellenschlags am Fels, ein neues Leben GWB2,3 Sonette I Mächtiges Überraschen 5
als wesentl Merkmal von CarlAug, Napoleon, Paganini, Friedr II, Peter dGroßen, Byron Gespr Eckerm 2.u8.3.31
mBez auf Figuren u Geschehensabläufe der Tragödie [
üb Egm] Das D-e, was von beiden Seiten im Spiel ist, in welchem Conflict das Liebenswürdige untergeht und das Gehaßte triumphirt, sodann die Aussicht, daß hieraus ein Drittes hervorgehe, das dem Wunsch aller Menschen entsprechen werde GWB29,175,26 DuW 20 Ödipus .. ein Mann, der durch d-e Constitution .. gerade bei der Großheit seines Charakters, durch immerfort übereilte Thatausübung den ewig unerforschlichen, unbegreiflich folgerechten Gewalten in die Hände rennt GWB41
2,249,14 Zu Aristot,Poetik GWB16,241,18 Maskenz 1818 Progr
als Element der Kunst, künstlerischer Produktivität In der Poesie .. ist durchaus etwas D-es .. Deßgleichen ist es in der Musik im höchsten Grade Gespr Eckerm 8.3.31 ebd 11.3.28 u 20.6.31 Rose Unterberger R. U.