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buochstap

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MWB
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Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)

buochstap stswM.

Bd. MWB 1 1110, Sp. 31
buochstap stswM. 1 ‘Buchstabe’
2 ‘Geschriebenes, (In-)Schrift, Schriftwerk’
3 Pl., ‘Wissenschaften, Gelehrsamkeit’
4 Pl., ‘Sprache’
   1 ‘Buchstabe’ wer waz der erste man, der die buͦchstaben vant [erfand] ? Lucid 16,1; EnikWchr 1410; des [Latinus’] muͦter hiez Nicostrata, / dú vant latinische buͦchstabin RvEWchr 20078; E was der êrste bûchstab [von dem Namen Eneas] En 10624; nu geviel si an die buochstabe, / dâ man si [die Namen Tantris und Tristan ] beide schepfet [zusammensetzt] abe, / und vant in disem al zehant / die selben, die’s in jenem vant Tr 10111; mit guldinen buͦchstaben / was an der listen [Verstärkung des Helmblechs] ergraben: / ‘elliu werlt wafen / di muzen mich maget lazen. / wilt du mich gewinnen, / du furest scaden hinnen.’ Rol 3295; [er] sach das heilige cruce an dem himele [...] vnd sach puͦstaben darobe gescriben, die sprachen: an disem czeichen gesigestu Konr 10,12; in sînen helm, den adamas, / ein epitafum ergraben was [...] / sus sagent die buochstabe: / durch disen helm ein tjoste sluoc / den werden der ellen truoc [...] Parz 108,2 (oder unten zu 2?); ein kriuze mit drîen orten, / geschaffen sô der buochstap [Tau = T] / den got den Israhêlen gap / mit dem lambe bluote / ze schrîben durh die huote / an bîstal und an übertür Wh 406,21; biz der himel und erde vorgêt, abir ein bûchstabe odir ein kritz insal nicht vorgên von der êe, biz alle dinc geschên EvBeh Mt 5,18. – in magischem Gebrauch: wellestû machen, daz dich dîne vînde müezen vermîden, sô scrîp an ein plîge oder an eine zinîne tavel sînen namen unde dise buochstabe: h. h. s. it. ł. v. p. unde trach den brief under dînem fuoze Barth 148,12. – Wendungen mit Verben: ib nit er kan di buͦstabin [ si non scit litteras, wenn er nicht lesen und schreiben kann] BrZw 58; ine kan decheinen buochstap Parz 115,27; uz dem vischære der nie von menschen lere puchstab gelerent, auz dem machet er einen edeln predigær PrOberalt 113,20; gramatica die lert / buchstaben, silben Mügeln 281,2; HvNstGZ 802; Eracl 398; wer daz [Neue] bringt ze buchstaben [niederschreibt] , / daz sol man fuͤr ticht haben Teichn 589,37. – ‘Sprachlaut’ vocales in latine / sint genennet vumf buchstabe, / dar die wort alle lut abe / nemen die man gesprechen mac HeslApk 1365. 1374; sie sazten vor uns, die alten, / gerecht tichtene in der wegene [in der Weise? (vgl. Anm.  z.St.)] / daz kein buchstab begegene / der vumfer an deme worte, / daz einer an dem borte, / der ander an dem ende ste ebd. 1400. – ‘Wortlaut, buchstäblicher Sinn’ sô volge wir dem buochstabe [der Bibel] , / der ez sus her brâht habe Aneg 1205; dô wâren buochstap unde sin [der beiden schriftlichen Berichte] / sô gar gelîch daz mê noch min / wider einen puncten nieman vant / und ir deweders hant / dem andern sîn wârheit brach KvHeimUrst 1687; die juden, die neur dem puochstaben volgent BdN 318,15    2 ‘Geschriebenes, (In-)Schrift, Schriftwerk’: – im Sg.: dar auff [Grab] was haydenischen geschriben / wie Tarsia da was peliben. / di geschrifft sprach also: / ‘zu eren Appolonio.’ / do sprach der ander puchstabe / ‘gemachet ist das grabe / zu lieb und zu mynne. / da ligt pegraben inne / sein liebes kint Tarsia, / die dulce amur amia’ HvNstAp 15520; diu tür was ein guldîn gater. / dâ stuonden buochstaben [mehrere Inschriften] an, / der ich gemerken niene kan, / wan einer sprach dâ bevor / ‘quid non audet âmor: / waz getar diu minne niht bestân?’ / der ander sprach, daz ist mîn wân, / ‘minne ist ein wernder unsin’ UvZLanz 4849; daz hât nû dirre buochstap [die Quelle] , / daz Adâm vil manigen tac / after diu, wære / mit leide und mit sêre / sô harte bevangen, / daz er von dannen / alzogis sîne chonen meit Aneg 1660. – Pl. in singularischer oder pluralischer Bed. (auf eine oder mehrere Schriften usw. bezogen; Pl. in pluralischer Bed. auch oben in UvZLanz 4849): daz hât uns geschriben dâ / Mathêus êwangelistâ / an sînen heiligen buochstaben [in seinem Evangelium] Aneg 2583. ob ir aber sinen buchstaben [Moses’ Schriften] niht gelavbet, wie gelavbet ir dann minen worten? EvAug 223,11 (Io 5,47); ez liegen denn die buochstaben [die Quelle] , / sô hât der vout [= voget ] von Berne / nie hertern strît gehaben JSigen 37,11. 85,5 (Laa.); die gerechtichait aufhaben / nach den alten puechstaben, / das man die geschriben recht liess gan Teichn 641,100    3 Pl., ‘Wissenschaften, Gelehrsamkeit’ sie [Logik] ist ein wec zu aller kunst [...]. / an werltlichem prise / wirt man von ir wise / unde ein meister genant [...]. / [...] [die Demut] ist ein gewerlich pfat / zu aller geistlicher kunst: / swer ouch darbet der begunst / an ir kunstlichem vrumen, / der sal kum werden vollen kumen / unde eines meisters stat haben / an der tugende buchstaben Vät 22652; aver nach den puechstaben / pin ich aller chuͤnst beschaben Teichn 442,211    4 Pl., ‘Sprache’ von Pazzouwe der bischof Pilgrîn / [...] hiez schrîben diz maere, / wie ez ergangen waere, / in latînischen buochstaben KlageB 4299; swaz so von der nuwen e / die apostelen geschriben haben, / daz schriben sie in krieschen buchstaben, / sunder Matheus und Paul HeslApk 19394

MWB 1 1110,31; Bearbeiter: Tao

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    buochstap

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +5 Parallelbelege

    buochstap , buochstabe buchstab. vgl. Tac. Germ. 10. der êrste buochstab En. 282,16. Trist. 362,34. ine kan decheinen bu…

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Wortbildung

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Zerlegung von buochstap 2 Komponenten

buoch+stap

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buochstap als Zweitglied (3 von 3)

goltbuochstap

Lexer

golt·buochstap

golt-buoch-stap stm. ein ieglîcheʒ blat was von goltbûchstaben âvê Marjâ wol erhaben Marlg. 108,61.