Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
brâmelkrût
‚Brombeerpflanze‘(= Ru-
bus caesius L.
‚die Kratzbeere‘? vgl. brâmelstoc,
brâmenstrûch und mndd. brāmkrūt). Das lat.
Lemma apiastellum, das in einer dritten Hs. als
bremenkrût glossiert wird (s. d.), ist keine Be-
zeichnung für eine Brombeerpflanze, sondern
war ein Name für den
‚Gift-Hahnenfuß‘(Ra-
nunculus sceleratus L.), viell. auch für die
‚Wei-(Lamium album L.); vgl. Fi-
ße Taubnessel‘
scher, Mittelalt. Pflanzenkunde 272. 281. Das
Ahd. Wb. I, 1317, hält bremenkrût für die kor-
rekte Übersetzung, die von den Schreibern der
anderen Hss. mißverstanden wurde, indem sie
bremen- zu brema1
‚Brombeerstrauch‘stellten,
statt zu brema2, bremo
‚Bremse‘. Aber da der
Name Bremsenkraut sonst nicht vorkommt,
könnte brem[en]krût viell. eine Entstellung von
brennekrût sein (→ brennikrût
‚der Gift-Hah-). S. brâma, krût. – Ahd. Wb. a. a. O.;
nenfuß‘
Splett, Ahd. Wb. I, 95. 490; Starck-Wells 73.