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Bō¹sem

mhd. bis Dial. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

WWB
Anchors
4 in 4 Wb.
Sprachstufen
4 von 16
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1
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3

Eintrag · Westfälisches Wb.

Bō¹sem m.

Bd. 1, Sp. 1080
Bō¹sem m. ⟨›bō¹sen‹ verbr. in Asd, Klo, Mep, Kr. BersenbrückBbr nordwestl., Kr. VechtaVch nördl., Ben, Lin, Tek, Kr. OsnabrückOsn westl., Ahs, Stf, Kos, Mün, Wdf, Bor, Lhs, Bek, Wie, Pad, Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek nördl. der Lippe; südl. der Lippe nur verstreut, in einigen ostwestf. Orten nur in Bed. 1 und bes. lautlicher Form. Der Vokalismus entspricht im Hauptverbreitungsgebiet ›ō¹‹, im westl. Krs. Kr. Aschendorf-HümmlingAsd gekürzt zu „Bossen, -m“. Ältere Formen auf -m sind verstreut belegt, gelegentlich neben jüngeren -n: (Kr. Aschendorf-HümmlingAsd Kr. Aschendorf-Hümmling@HeedeHe, Kr. MeppenMep Kr. Meppen@DalumDa, Kr. Grafschaft BentheimBen Kr. Grafschaft Bentheim@Alte PiccardieAp Kr. Grafschaft Bentheim@EmlichheimEm Kr. Grafschaft Bentheim@GildehausGh Kr. Grafschaft Bentheim@HiltenHi Kr. Grafschaft Bentheim@HohenkörbenHk Kr. Grafschaft Bentheim@NeuenhausNh Kr. Grafschaft Bentheim@OsterwaldOw Kr. Grafschaft Bentheim@WaldseiteWa), Kr. LingenLin Kr. Lingen@PlantlünnePl = Berger, (Kr. BersenbrückBbr Kr. Bersenbrück@AnkumAn, Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@AlstätteAl Kr. Ahaus@AmmeloeAo Kr. Ahaus@Große MastGm Kr. Ahaus@SchöppingenSc Kr. Ahaus@SüdlohnSl, Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@AltenbergeAb Kr. Steinfurt@MetelenMe Kr. Steinfurt@WettringenWt, Kr. TecklenburgTek (verbr.), Kr. OsnabrückOsn WWB-Source:145:KlönKlön Strodtm, Kr. CoesfeldKos Kr. Coesfeld@DaldrupDd), Kr. MünsterMün Kr. Münster@MünsterMü = Kaum, (Kr. Borken u. die krfr. Stadt BocholtBor Kr. Borken u. die krfr. Stadt Bocholt@BocholtBh Kr. Borken u. die krfr. Stadt Bocholt@BiemenhorstBi Kr. Borken u. die krfr. Stadt Bocholt@BorkenBo Kr. Borken u. die krfr. Stadt Bocholt@VeenMv Kr. Borken u. die krfr. Stadt Bocholt@NordbrockNb Kr. Borken u. die krfr. Stadt Bocholt@RhedeRh, Kr. BeckumBek Kr. Beckum@AhlenAl, Kr. PaderbornPad Kr. Paderborn@DelbrückDb, Kr. SoestSos HolthKr. SoestSos Schmb, Kr. BürenBür Kr. Büren@BokeBo), die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LangendreerLd, Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@ElseyEl Kr. Iserlohn@KalthofKh. Meist mit stimmh. -s-, jedoch stimmlos (soweit erkennbar): im Kürzungsgebiet des Krs. Kr. Aschendorf-HümmlingAsd sowie Kr. IserlohnIsl Es (baus, baus), (Kr. WiedenbrückWie Kr. Wiedenbrück@LangenbergLb Kr. Wiedenbrück@SendeSe) „Baoussen“ und (Kr. WiedenbrückWie Kr. Wiedenbrück@ClarholzKl) „Baußen“, WWB-Source:235:RathertRathert S. 15 bεɔsn, (Kr. PaderbornPad Kr. Paderborn@HövelhofHö) „Bäußen“, (Kr. PaderbornPad Kr. Paderborn@DelbrückDb, Kr. HöxterHöx Kr. Höxter@SandebeckSb; Bed. 1) Bëus, (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@GohfeldGo, Bed. 1) „Beoßen“; weitere Bildungen: Bed. 1: „Bëospen“ (Kr. BürenBür Kr. Büren@BokeBo), „Beusben“ (Kr. BürenBür Kr. Büren@ScharmedeSc), bosmə Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)Wal Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)@BenkhausenBh, bausmə Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@EvingsenEv; Bildungen wie „Baußmen“, „Bauspiggen“ u. a. sind im Bedeutungsteil unter Bed. 1 und 3 angeführt⟩ 1. Busen (Kr. OsnabrückOsn WWB-Source:145:KlönKlön „Bosem“, WWB-Source:146:KlönAKlönA „Bosen“, Kr. HerfordHfd Kr. Herford@GohfeldGo „Beoßen“, Kr. LippstadtLst Kr. Lippstadt@DrewerDr „Bauspiggen“), Kr. HöxterHöx Kr. Höxter@SandebeckSb bEus Kb bēozən, Kr. BürenBür Kr. Büren@BokeBo „Beospen“, Kr. BrilonBri Kf „Būsmen“, Kr. AhausAhs Ka „Bosmen“, GrimSG „Boßmen“), Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)Wal Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)@BenkhausenBh bosmə; Brustkasten Kr. PaderbornPad Kr. Paderborn@DelbrückDb bęusm; Frauenbusen (Kr. MeschedeMes Kr. Meschede@BrachtBr „Bausmen“); busmʒn Busen der Frau, bes. der üppige Kr. HöxterHöx Kr. Höxter@SandebeckSb; „der offene Busen eines Menschen“ (Kr. OsnabrückOsn WWB-Source:282:StrodtmStrodtm „Bosem“). „Hingerm Bossmen hewwen“ verspeist haben (WWB-Source:325:WoeNWoeN), Kr. BrilonBri Kr. Brilon@AssinghausenAh. — 2. a) Rauchfang in der Küche des alten Bauernhauses, ursprünglich über dem offenen Herdfeuer; im NW bis zur Lippe belegt, jedoch stark veraltet. In manchen Bauernhäusern bis heute erhalten, jedoch zumeist funktionslos. Früher diente der Bō¹sem in einem Teilgebiet zum Räuchern der Würste und Fleischvorräte; das weitaus umfangreichste Wortmaterial basiert auf den Fragen: „Raum, worin geräuchert wird“ (1950), und „die Stelle, wo geräuchert wurde“ (1975 ff.). In einer beträchtlichen Anzahl von Orten — vor allem aus den Kreisen Ahs, Kos, Stf, Kr. LingenLin und Kr. TecklenburgTek — wird auf die erste Frage Bōsen, Bausen geantwortet, ohne daß damit die ’Räucherkammer’ gemeint sein kann. Kr. Grafschaft DiepholzDie Gewährsleute haben hier offensichtlich „Raum“ in Richtung „Stelle“ uminterpretiert, wie an manchen Antworten durch den Zusatz „Rauchfang“ deutlich zu sehen ist; „Bousen-Fleiskwimen“ (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@LengerichLe). — Nähere Erläuterungen zur Form: trichterförmige Einfassung des Schornsteins über dem Feuerherd (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor WWB-Source:153:KöppenKöppen), Schornsteinunterbau (Kr. CoesfeldKos Kr. Coesfeld@OsterwickOw = WWB-Source:251:SchepersSchepers II 238), vorgebaut und herabhängend (Kr. Grafschaft BentheimBen Kr. Grafschaft Bentheim@NeuenhausNh = WWB-Source:247:SauvRSauvR 90); unten war der Bosen verziert mit dem Bōsenklǟd (Kr. LingenLin Kr. Lingen@BeestenBe) s. unten -klē²d. In (Kr. Aschendorf-HümmlingAsd Kr. Aschendorf-Hümmling@LorupLo Kr. Aschendorf-Hümmling@SurwoldSw) heißt der Rauchfang zwar Bousen, die Zierborde aber Lūkenkläit. „Der Bōsen reichte manchmal bis zu 2 Meter tief herab. Das im Winter täglich brennende Herdfeuer gab mit seinem Rauch den Schinken den Wohlgeschmack. Im Sommer trockneten die Fleischvorräte im Bōsen. Da immer Luftzug vorhanden war, setzte kein Schimmel an“ (NW-Münsterl). Der kastenartige Rauchfang über der alten Herdstelle, der Bausen, wurde in eine Räokpuipe weitergeführt (Kr. SoestSos WWB-Source:309:WallmWallm 72). — Rauchfang über der Feuertür des Backhauses (selten) WWB-Source:235:RathertRathert 15. — „Tante Drüke (Gertrud) was so groot as’n Bosen hoog“ (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@VredenVr). „Owerile di nich, sä de Junge, dei ne Floh un ne Lus innen Bausen hadde, tau de Lus, dat Bieten schall dei Rietut wal doan häbben“ (Kr. BersenbrückBbr WWB-Source:190:MittHgMittHg XV 24). Wiewer un Katten hoert unner’n Bausem Zurechtweisung für Frauen, die sich gern in fremde Angelegenheiten mischen: Kümmere dich um den Haushalt und nicht um die Außendinge (Kr. BersenbrückBbr Kr. Bersenbrück@NortrupNo). Kr. Grafschaft DiepholzDie Bauersfrau sagte wohl mit Stolz: „Ick häff noch watt in’n Boosen“ ich habe noch größere Fleischvorräte (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@KatenhornKa). — b) „Eingangsöffnung eines besteigbaren Schornsteins“ (Kr. MeschedeMes Kr. Meschede@BrachtBr); Schornstein: „den Bausen kehren“ (Kr. MeppenMep Kr. Meppen@AhmsenAm). Sprw. und Raa: „Du kanns dat män in’n Bosen schrīwen“ in den Schornstein schreiben (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@AltenrheineAr), das wird nie bezahlt (Kr. WarendorfWdf Kr. Warendorf@WarendorfWd), „... innen (swarten) Bausen ...“ (WWB-Source:325:WoeNWoeN). — c) Rauchfang über dem Schmiedefeuer Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@IserlohnIs (WWB-Source:325:WoeNWoeN). — 3. Kitteltasche (Kr. OlpeOlp Kr. Olpe@OlpeOl = Hbll. Olpe 1931), „Bausmann Kittelbausch“ (Kr. BrilonBri Kr. Brilon@AssinghausenAh). „Ausbuchtung am weiblichen Brustkleid: Man sall nich alls dat gemeine Volk in’n Bosen schuwen wollen“ (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@AltenrheineAr). Syn. zu Bed. 1 → Aßene.
4439 Zeichen · 66 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    bôsemstm.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    bôsem stm. s. buosem.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    bôsem

    Mittelniederdeutsches Wb.

    ° bôsem s. bôssem (Rauchfang, Kaminfang , -wand; auch für b.-stê[i]n, bückebörger b.), ein poröser Tuffstein, der zu Rau…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    bosemm.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    bosem , m. sinus, bei Luther, wie sonst bosam: ich gebe dir die seel allzeit über und steck sie nicht in meinen bosem. 1…

  4. modern
    Dialekt
    Bō¹semm.

    Westfälisches Wb.

    Bō¹sem m. ⟨ › bō¹sen ‹ verbr. in Asd, Klo, Mep, Bbr nordwestl., Vch nördl., Ben, Lin, Tek, Osn westl., Ahs, Stf, Kos, Mü…

Verweisungsnetz

7 Knoten, 3 Kanten

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit bosem

15 Bildungen · 11 Erstglied · 2 Zweitglied · 2 Ableitungen

bosem‑ als Erstglied (11 von 11)

Bō¹sembank

WWB

bosem·bank

Bō¹sem-bank Ablage beim Rauchfang: „ De besten Knabbeln, dat Weeke, kwamm in de Knabbelkist up de Bosenbank “ ( Kos Ow ).

bôsemebrêf

MNWB

bosem·e·bref

bôsemebrêf (boessenbreif) , m. , urkundlicher Nachweis der Zugehörigkeit, des bôsmes.

Bō¹semfldeken

WWB

Bō¹sem-faeldeken. „ Bosenfäölleken Bosengardine“ ( Ahs Vr ).

Bō¹semfang

WWB

bosem·fang

Bō¹sem-fang. -ou- die Stelle, wo geräuchert wurde (Frbg.) ( Tek Lx ). ¶ Wohl Kontamination aus hd. „Rauchfang“ und nicht mehr ganz verstande…

Bō¹semfelleken

WWB

Bō¹sem-felleken. „ Bausen- oder Bousenfelleken “ Gardine am Rauchfang ( Ahs Al).

Bō¹semhänger

WWB

bosem·haenger

Bō¹sem-hänger Vorrichtung, mit dessen Hilfe der Bōsem an den Trägern der Decke befestigt wird: „Der bōzm (Rauchfang) hängt mittels der bōzmh…

Bō¹semklē²d

WWB

Bō¹sem-klē²d ⟨ Bōsen- ( Ben Qd , Lin Be Sb , Ahs Vr , Stf Reck Wt, Rek Lb ), Bor Ba , -ou- ( Klo Hb , Vch Br ), -ōu- Mün Mü , -au- ( Asd Vr …

Bō¹semlegger

WWB

bosem·legger

Bō¹sem-legger. bōzmlegɐ Pl. -legɐs Träger, an dem der Bōsem befestigt ist Lin Pl = Berger 51. → Bō¹semhänger .

bosem als Zweitglied (2 von 2)

Ableitungen von bosem (2 von 2)

bebôs(e)men

MNWB

bebôs(e)men , swv. , die Verwandtschaft bestimmen, nachweisen; Beweis der eigenschaft Leibeigenschaft gegen jem. bringen, jem. als Hörigen i…