Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Bison
Bison
Wisent m. Der Name der großen europäischen, wildlebenden Rinderart ahd. wisunt (um 800), mhd. wisent(e), wisant, mnd. mnl. wēsent, aengl. wesend, weosend (anord. visundr aus dem Mnd.) kann mit apreuß. wissambrs ‘Auerochse’, dessen zweites Kompositionsglied mit aruss. zubrь ‘Auerochse’, russ. zubr (зубр) ‘Wisent’ zusammengestellt wird, und mit lat. vīsīre ‘furzen’, spätlat. vissio ‘Gestank’ sowie den unter Iltis und Wiesel (s. d.) angegebenen Formen an die Wurzel ie. *u̯eis-, (schwundstufig) *u̯is- bzw. (als schallnachahmende Nebenform?) *u̯es- ‘zerfließen, fließen’, auch vom Geruch faulender („zerfließender“) Pflanzen, angeschlossen werden. Grundlage bildet der moschusähnliche Geruch des Tieres in der Brunstzeit. Die germ. Namen (westgerm. *wisund-) dürften als substantivierte Präsenspartizipien (auf ie. -ont-) im Sinne von ‘Stinker, Stinkender’ anzusehen sein. Mit dem Aussterben der Tiere wird die Bezeichnung im Nhd. selten und erst durch Brehms Tierleben wieder verbreitet (19. Jh.). Aus dem Germ. entlehnt lat. bisōn m., griech. bísōn (βίσων) m. ‘Buckel-, Auerochse’, daraus mfrz. (Ende 15. Jh.), frz. bison und (durch Linné in die zoologische Nomenklatur eingeführtes) zoolog.-lat. Bison. Aus dem Lat. rückentlehnt nhd. Bison m. (16. Jh.), anfangs (im Anschluß an die lat. Stammform, vgl. den Genitiv lat. bisontis) auch Bysante (1585) und Bisont (1615).