Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
bildunge stF.
2 ‘Einbildung(skraft), sinnliche dinghafte Vorstellung’
3 ‘Trugbild, Vortäuschung’
4 ‘Gleichnis, Beispiel’
1 ‘Abbild, Ebenbild’ dú [ gehúgde ] ist bildung aller ding und ist glich aim schrin oder ainer arche. in dem schrine behaltet man kram der edel ist. also behaltet gehúgde bildung aller dinge die der mentsch ie gesah PrGeorg 233,2; alz sich got in der sele bildet, daz si in denne mit ir hertzen erkennend und sehend wirt an der bildung die si von im enphangen hat ebd. 274,11; ThvASu 52,4; do begegent im in geistlicher unsaglicher bildunge dú ewig wisheit Seuse 200,22 2 ‘Einbildung(skraft), sinnliche dinghafte Vorstellung’ wan die wîle daz diu bildunge der minsten krêatûren in dir ist mit wollust, sô vereiniget sich got nimmer mit dîner sêle Eckh (Pf) 375,38. 25,7. 24,36; Eckh 3:90,1; der erste staffel der beschoͮde ist bildung RvBib 66,6 u.ö.; dar umbe so enmag er [Gott] noch von den sinnen noch von bildungen gesehen werden, sunder allein von dem verstan ThvASu 236,27; die neigunge der sinnelicher krefte und ir bildunge Tauler 10,21. 351,11; Seuse 520,6. 524,3. 524,9 3 ‘Trugbild, Vortäuschung’ daz dritte úbel ist des túvels vaͤlschú bildung; won dar an mag sich der reht mentsche liht missehuͤten. der túvel ist wunder kúndig. er nimet etwenn ains engels bilde an sich PrGeorg 202,8; da von ez got selben gicht: / ‘boͤsi bildung muͤß ergan.’ / aber we dem selben man / der die boͤsen bildung bar [Verrat geübt hat; vgl. Mt 26,24] Teichn 569,75 4 ‘Gleichnis, Beispiel’ des wil ich ew pildung sagen: / wer seinen nächsten hat erschlagen, / der muß darumb leiden ser Teichn 697,33
MWB 1 804,36; Bearbeiter: Tao