Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
bevilhe stv.
I. begrabe. daʒ er in dâ niht bevulhe Genes. fundgr. 75, 5. er bevalech si scône mit stanch aller bîmentône das. 33,31. vgl. unten bevilde.
II. übergebe, übertrage (mando). in dieser bedeutung zeigt sich mehrfach, namentlich im mnd. und md. quellen und später allgemeiner synkope des h. bei Jerosch. findet sich ein prät. bevûl. später scheint bevelhen auch mit bevilen bisweilen verwechselt zu sein; wenigstens steht bevilen ich H. zeitschr. 8,219 und bevilhen für beviln Hätzl. 2,5,314. — es lassen sich folgende einzelne bedeutungen sondern:
1. ich übergebe, übertrage einem etwas, besonders um dafür zu sorgen oder es zu schützen, empfehle.
a. den lîp bevalch er dem grabe krone 164. a Sch. dô man den ritter werde bevolhen hâte der erde U. Trist. 3298.
b. bevelhet ir liute unde lant Iw. 112. daʒ lant sî dir bevolhen Nib. 1459,1. er bevalch im sîne krône, gerihte unde lant (der könig seinem nachfolger) das. 658,1. dem wart des grâles van bevolhen Parz. 501,24. dâ im stab u. krône offentlîchen wart bevoln (: doln) Pass. K. 10,49. dâ her ime di kirche beval myst. 37,10. der nam uns noch bevolhen ist W. Wh. 48,18. — ohne dativ. man bevalch ieslîche porten sô Parz. 377,7.
c. wenne befulhe du mir in, daʒ ich sule rede geben? Diemer 11,14. bevalch dise geste in allen Parz. 641,18. den daʒ kint bevolhen was Barl. 23,26. vgl. H. zeitschr. 8,168. Hätzl. 1,9,33. 14,21. dô der keiser demi selbin heirrin bival sich Anno 579. — lât û dise vrowe sîn bevoln En. 12757. lâ dir bevolhen sîn unseren gast Parz. 34, 11. lât iu bevolhen sîn die tumben Gudr. 278,1. vgl. Barl. 183,20 Pf. — er bevalch si hant von hande dem getriuwen Foitenande Trist. 1639. wâ ich iu bevilhe mîne muntalde ziweren triwon leseb. 190,27. scalchen und diuwen pevalch er daʒ vihe ze triuwen Genes. fundgr. 45,25. bevalher ûf ir triwe Meljanzen allen Parz. 344,28. lât iu bevolhen sîn ûf triuwe und ûf genâde den lieben bruoder mîn Nib. 363, 2. — ohne dativ. sus wart bevolhen dâ der knabe Parz. 345,12.
d. daʒ gesinde daʒ bevalch ich gote Iw. 24. 192. dem hôhsten gote bevilh ich dich MS. 1,91. a. ir sult âne sorge gote bevolhen varn Nib. 1030,1. vgl. Parz. 799,13. Pass. K. 462,79. bevalch sich gote das. 58,64. so bevilhe ich den genâden dîn die vil armen sêle mîn Barl. 359,21 Pf. befulhen gote beide ir nôt Wigal. 3500. — ohne dativ. bevalh elliu sîniu dinch an unseren trehtîn Genes. fundgr. 56,13. ich bevilhe hiute in dînen segen mîn kint Wigal. 1400. ir kindelîn bevalch si dô in sînen gewalt troj. 44. c. in dîne hende bevilen ich mînen geist H. zeitschr. 8,219. daʒ er sich beval in ander liute gebet das. 216. wand ich mich in sîne gnâde bevele Ludw. 54.
2. stelle anheim. wie breit ein ieglîcher sterre sî, daʒ bevelhen wir gote Bert. 300.
3. empfehle einem etwas zu thun, trage ihm als pflicht oder amt auf. er bevalch ime umbe Ruolanten: bringestu mirn ze hanten, daʒ diene ich immer pf. K. 93, 4. sun, lâ dir bevolhen sîn, swâ du guotes wîbes vingerlîn mügest erwerben, daʒ nim Parz. 127,25. — diu rede wart im bevolhen gar Iw. 279. als im ê was bevoln Pass. K. 45,31. waʒ im von ir was bevoln das. 45,31. bevûl in, daʒ si im irvûrn di mêre Jerosch. 61. c. der meistir mit gebîte bevûl im der bîsorgin werc das. 130. b. bevalch ime daʒ her gewaldic legâte wêre myst. 133,27. — an mîne sêle bevalch er mir daʒ ich den gürtel gæbe dir Wigal. 1371. bevalch ir verre unde an ir lîp, daʒ si sich in leite Trist. 1894.