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bethätigen

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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

bethätigen

Bd. 1, Sp. 1699
bethätigen , re probare, praestare, durch die that erweisen, ein wort, dessen ursprung hernach zu besprechen ist, das, von Göthe in vers und prosa oft gebraucht, unsrer sprache unverwischbar eingeprägt wurde. 11) bethätigen, bewähren, darthun: nun bethätigt er, noch mehrere jahre glanzreich, einen heftigkühnen und mutigen charakter. 6, 212; der einzelne vermag seine verwandtschaft mit der gottheit nur dadurch zu bethätigen, dasz er sich unterwirft und anbetet. 24, 320; dasz wol zu wünschen wäre, Poussin hätte sein herliches talent in solchen räumen bethätigt. 30, 149; mit seiner gewöhnlichen ruhigen haltung zeigte er darauf einige zweideutige versuche, welche die eigenschaften eines diamanten bethätigen sollten. 31, 233; ein reisetagebuch von Zelter, das mir aufs neue die überzeugung bethätigte, dasz. 32, 178; war er sich selbst gleich, und er bethätigt hierdurch den vorzug zartgebildeter naturen. 32, 264; bis eins dem andern übermacht bethätigte. 40, 387; und also sei zum schlusz, was wir bisher bethätigt, für alle folgezeit durch schrift und zug bestätigt. 41, 293; dabei entwickelt er nothwendig alle die tugenden, die er bereits in seinen frühern werken zu bethätigen wuste. 46, 233; er werde sein talent in dieser angelegenheit fernerhin bethätigen. 46, 332; bethätigt weiter glückliche bereitung an dieses tages günstger vorbedeutung. 47, 127; da er in die farbenwelt von der chemischen seite herein tritt und also mit freiem unbefangnen mut sein verdienst hier bethätigen kann. 54, 319; dasz eine jede echte, treu beobachtete und redlich ausgesprochene naturmaxime sich in tausend und aber tausend fällen bewahrheiten und insofern sie prägnant ist, ihre verwandtschaft mit ebenso fruchtbaren sätzen bethätigen müsse. 55, 68; indem es mich zugleich schmerzt nicht ... auch ihnen gefällig sein und ein dauerndes, bedeutendes verhältnis bethätigen zu können. Göthe an Savigny in dessen kl. schr. 4, 253. 22) sich bethätigen, sich durch die that erweisen: nur rastlos bethätigt sich der mann. 12, 88; in absicht eines höhern blicks in die weltlichen dinge, der sich mehr in ihren handlungen als in ihren worten bethätige. 17, 289; auszer dem kreise dessen, was sich durch erfahrung bethätigen läszt. 32, 265; damit der begrif einer lebendigen kunst sich mehr und mehr bethätige. 39, 17; so musz die identität sich alsobald bethätigen. 55, 47; dieses bethätigt sich dem aufmerksamen beobachter durch folgenden umstand. 55, 50; ferner müste in nördlichen ländern dieses allgemeine naturgesetz wieder auf eine besondere weise sich bethätigen. 55, 66; alles wodurch sich jemand als mensch, als beobachter, als denker bethätigt. 59, 175. Diesen ausdruck, bei dessen anwendung er offenbar an that und thätig, zuthätig dachte, fand Göthe längst vor, auch Wieland bediente sich seiner und sagte z. b. irgendwo: seine manier justiz zu handhaben durch gräszliche auftritte bethätigen; der geschäftssprache des 17. 18 jh. wird er nicht unbekannt gewesen sein. doch Lessing, Gellert u. a. brauchen ihn nie, Adelung hat ihn in beiden ausgaben nicht und nur das supplement (1818) bringt ihn bei. einen beleg liefert aber schon Butschkys hochd. kanzelei (Breslau 1659), wo es s. 164 heiszt: wann ich in erwägung fasse mit was angenehmer freundschaft von meinem hochg. hn. ich betähtiget worden. den misverstand, der das wort herbeiführte, bekundet Stieler 2354, welcher tätigen, betätigen, vertätigen, austätigen für die richtige form statt teidigen, beteidigen, verteidigen, austeidigen erklärt, tätigen solle sein res agere, practicare, betätigen concordiam tractare, arbitrum esse. in allem dem irrt er aber höchlich, denn dieses tädigen, teidigen (wie man mit d, nicht mit t schreiben musz), oder thädigen, theidigen geht hervor aus dem ahd. tagadingôn placitare, mhd. tegedingen, teidingen, hat also das subst. tagadinc, placitum, induciae, tagansetzung zur unterlage. die bedeutung von verhandeln, tractare, handeln nähert sich nun der des thuns und thätig seins und so wird begreiflich, wie man nach verdunklung und verunstaltung des wortes tagedingen auf die falsche schreibung thätigen und auf einen wirklichen zusammenhang mit that und thätig gerieth. weder die volksmundarten noch benachbarte stämme kennen etwas dem verbum thätigen analoges. unser sprachgebrauch wird sich aber jetzt nicht nehmen lassen, bethätigen und vertheidigen, die auf gleichem wege entsprungen sind, nebeneinander zu verwenden. belegstellen für das ältere richtige bethedigen, betheidigen erfolgen unter diesen wörtern.
4521 Zeichen · 52 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Bethätigenv., trs.

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    ○ Bethätigen , v. trs. 1) Thätig machen, in Thätigkeit, Bewegung setzen. »Durch Nerven, die von ihrem Ursprunge getrennt…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit bethaetigen

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Ableitung von bethaetigen

be- + thaetigen

bethaetigen leitet sich vom Lemma thaetigen ab mit Präfix be-.

Keine Komposita gefunden — bethaetigen kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.