Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)
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besebeln, besefeln, inquinare, decipere, in der rotwelschen gaunersprache (nach allen verzeichnissen) besebeln und besefeln concacare, wie sefeln cacare, sefel merda, bei welchen wörtern, die keinen hebr. ursprung haben, sich an besabbern, besebbern und nnl. bezabberen, bezeveren, nd. beseevern, nhd. beseifern besudeln denken liesze. Lichtenb. 3, 76 führt an: er hat sich besäbelt für betrunken, und säbel heiszt nach Schm. 3, 184 ein rausch, was doch kein säbelhieb, sondern besudelt zu sein scheint. im 16 jh. kommen beide formen, besebeln und besefeln oft für betriegen, ganz wie bescheiszen vor, und mit deutlichem bezug auf die gauner und landfahrer: die zigeuner besefeln den hautzen und die hautzin (den bauer und die bäuerin). Agricola spr. 204b; die hutzen beseflen und kamesieren. Fischart groszm. 50; wie abgeführt (abgefeimt) sie (die landfarer) die leut übertölpelen, besefelen (u. s. w. vgl. oben sp. 866 unter ausgaukeln). Garg. 192a; wenn mancher untrewlich handelt, besebelt jederman. Mathesius 49b; rauben und schinden, besebeln und uberfortheilen alle welt. 111b; und wend in schon besebeln kanst, es schad im nichts bei meinem aid. Ayrer fastn. sp. 17a; heutigs tages will der brauch aufkommen, dasz die jungfrauen und witwen freier ausschicken und sich hie und da anbieten lassen. allein es liegt hie nicht an jemandes laufen und wollen Röm. 9, 16, sonder diejenige, die am meisten laufen, die werden oft also besebelt, dasz sie ihr lebenlang drüber zu klagen haben. Creidius 2, 187. Kaum ist es zulässig, mit diesem unreinen wort, wenn die analogie von bezeveren fehlschlagen sollte, das edle nnl. besef intellectus, intelligentia, beseffen intelligere, alts. afsebbian, mhd. beseben (Herbort 6422. myst. 1, 252, 14) und entseben zu vergleichen, die so wenig als begrijpen, begreifen in den sinn von polluere umschlagen. auch wird aus beseffen nie mit L ein beseffelen fortgebildet.
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15.–20. Jh.
Neuhochdeutschbesebeln
Grimm (DWB, 1854–1961)
besebeln , besefeln , inquinare, decipere, in der rotwelschen gaunersprache ( nach allen verzeichnissen ) besebeln und b…
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Cotta, M. (2026). „besebeln". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/besebeln/dwb?formid=B05277
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Cotta, Marcel. „besebeln". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/besebeln/dwb?formid=B05277. Abgerufen 9. May 2026.
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Cotta, Marcel. „besebeln". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/besebeln/dwb?formid=B05277.
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