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bescheiszen

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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

bescheiszen

Bd. 1, Sp. 1559
bescheiszen , concacare, prov. concagar (Rayn. 3, 284b), franz. conchier. ahd. piscîʒan (Graff 6, 560), mhd. bescîʒen, ags. bescîtan, bekacken. das einfache scîʒan sceiʒ, altn. skîta skeit, ist das skr. had, gr. χέζειν (für χέδειν) κέχοδα, woher χόδος stercus, litt. szudas, übrig in μυόχοδος, litt. pelszudis, mäuseschisz, mäusedreck. das vorgetretne S (wie in sceran κείρειν, schleim limus und a. m.) hat die verschiebung des K in G gehemmt. 11) leiblich, von menschen und thieren. sich bescheiszen: vae me, puto, concacavi me. Seneca apocol. 4; tum vero vultum magni ut viderunt Jovis, totam timentes concacarunt regiam. Phaedrus 4, 17 von den hunden; concacatus, von feiglingen, altfranz. conchiez, ahd. pisciʒan, war ehrenrührigste schelte: si quis alterum concacatum clamaverit. lex sal. 30, 2, wie heute ein scheiszkerl (stud. schisser) = memme. Nun, unser hänlin (der kleine Gargantua) liesz sich wol an, schrei nicht, als nur ein wenig, aber beschisz sich schier alle stund (bei Rabelais: ne crioit que bien peu, mais il se conchioit à toutes heures). Garg. 111b; ja oft wann sie denken ein fürzlein zu lassen, so bescheiszen sie sich gar. daher heiszen sie die herbstdunken und herbstbescheiszer. 197b; heiszt sich das nicht fein in der klugheit beschissen? Luther 3, 78b; beschissene kinder soll man nicht wegwerfen; vogelhund, der sehr beschissen was. Wickram rollw. 6; wenn die laus in grind komet, so macht sie sich beschissen. Luther 5, 272a; die mauern bescheiszen (schiccherare) als die schnecken thun. Bocc. 2, 80b; nun wöll wir dich in kerker weisen, darin die fliegen dich nicht bescheiszen. H. Sachs IV. 2, 29a. Im mittelalter giengen unsaubere sagen vom teufel (z. b. bei Vintler, Haupt 9, 90 und Frey garteng. cap. 77), nach welchen man oft wiederkehrende redensarten buchstäblich auslegen darf: der teufel sollt sie bescheiszen allesampt. Luthers br. 3, 506; wann mich nun der teufel beschisz. Bocc. 2, 136a; dein red lautet gleich, als möcht uns auch der teufel mit disem handel bescheiszen. Wirsung Cal. G 4b; wer der Witzel da gewest, der teufel hett den schecher beschissen. Alberus wider Witzel. C 5b; ich wolte doch gerne wiʒʒen, wel tiuvel uns mit den heiden allen hete beschiʒʒen? Morolt 3014; der teufel uns beschissen hat. Alberus Esop 72b; müst dich der teufel erst mit im bescheiszen. H. Sachs III. 3, 40c; hat mich der teufel mit dir bschissen. III. 3, 45c; wie ihr zur selben zeit, da ihrs ubel ausgericht hattet, für Gota kamet, und wan Miconius gethan hette, so hett euch der teufel beschissen. Alberus wider Jörg Witzel L 3a; so solt mich wol der teufl bscheiszn. Ayrer fastn. sp. 42a; sonst wird euch der teufel zuletzte bescheiszen. Logau 1, 8, 46; da hat ein teufel den andern beschissen, wer wil sie nun beide wischen? Gryphius 1, 820. merkwürdig auch vom ritt (fieber): ja wenn irs wöllend niemand sagen, ritt bschisz mich, sölt mans innen werden. trag. Joh. L 3. 22) conspurcare, inquinare, beschmutzen, beflecken, beschmieren (vgl. Ducange 2, 507a) überhaupt. wie lat. concacatus catillus, sagt man arglos in Schlesien ein beschissener teller; beschissene, unsaubere wäsche; was du auftregst, setzs püntlich (voll, überflieszend) nider, dasz du das tuoch und dich bescheiszt, darzuo die gest ringsweis begeuszt. Scheit grob. G 1a; ein grosz par alter bschiszner schuo. B 2a; und bescheisz die hend aller ding. Eulensp. cap. 64; andere bescheiszen die hend mit dickem leim, als die mit groszen sünden umbgon. Keisersb. 15 staffeln 29b; mit todsünden beschissen. brösaml. 77d; da wil keiner herzu, bescheiszen dieweil viel guts papirs mit unnützen vergeblichen worten. Luther 3, 451; dein halben leib mit rusz bescheisz. H. Sachs IV. 3, 77b; je mer man wäscht ein pelz fürwar, je mer und mer bscheiszt man das har. Murner schelmenz. 88, 2; aus mit solchem schleck, es solt einer den magen nicht mit bescheiszen. Garg. 42a; beschisz oft die finger daran. 130b; das wasser (hat) die weide beschissen und verflöszet. Petr. 100b; er must die schmachwort in sich beiszen, und mocht sich nicht an ihm bescheiszen. Alberus 126. 33) impudenter decipere, altfranz. conchier. es wäre übel gethan, die belege zurückhalten und die derbheit der vorigen jahrhunderte verbergen zu wollen, auch noch heute hält das volk seine kräftigsten ausdrücke fest und die dichter greifen danach: er hat den duochman und den buren, einen ums duoch, den andren ums gelt beschissen. fastn. sp. 842, 5; wie iez die welt so gar ist geflissen, gefiert, listen vol und beschissen. 820, 7; und hat muot dich zu bescheiszen. Keisersb. nd. des munds 32a; wer aber ein schalk ist, kan liegen und die leut redlich bescheiszen. 44b; uf das du mich auch nit bescheiszest, als dan du beschissen hast die zwei menschen. 47b; du thuost das darumb, das du die leut wilt bescheiszen, so sie dir glauben. 56a; schampere wort geberent schand, der da einen laszt uber den fuosz fallen, bescheiszt in und betrügt in mit worten. 62a; du sprichst, bin ich ein beschissen man, wer hat mich dan beschissen? weltl. lewe 54b; die nichts mehr thun, dan das sie sich im herzen und mund mit frembden sünden tragen und bescheiszen. Luther 1, 71a; ich bin selbs diese jar her so beschissen und versucht von solchen landstreichern. 4, 381b; gleichwol hats (das ablasz) grosz unseglich geld getragen und ist alle welt damit beschissen. 6, 491a; dann sie mich all beschissen hant in teutschem und in welschem lant. Murner schelmenz. 2b; wir bschiszend unsre oberkeit. trag. Joh. B 8; dich nichts desto weniger umb dein gelt hast bescheiszen und betriegen lassen. Frey garteng. cap. 5; so mag ein mensch solich krankheit von dem andern auswendig ererben und beschissen werden. Seitz lustseuche 15; auswendig beschissen. 22; ob ich ein münch oder pfaffen bescheisz. Bocc. 1, 13b; mit dem bösen weib beschissen. 2, 83b; da gedacht er wol, das er beschissen was. Eulensp. cap. 66; du begerest ein jede zu bescheiszen, darumb gefelt dir am ersten anreiten ein jetliche. Wirsung Cal. S 1b; spricht er sie ganz freundlich an umb einen zehrpfenning, damit er mit ehren möcht die leut bescheiszen. Wickram rollw. 85; dann hett ich ims heimlich verholen, aus seiner täschen seckel gstolen, dieweil ich ihn darumb hab bschissen. bilger 28; grosz spilen toplens und bescheiszen thuond sich die kirbigsellen fleiszen. 54; (der esel beichtet) ich hab ein bös gewissen, ich hab einmal mein herrn beschissen! Alberus 38b; man seh sich für mit allem fleisz, dasz sich niemand an dem bescheisz, der nichts dann hon und spotten kan. 78b; man spricht, welcher den letzten bscheiszt, werd billich für ein meister gepreist. Kirchhof wendunm. 399a; ir wolt uns umb ein gricht bescheiszen. Scheit grob. K 3a; ir bescheiszet doch leut und land. H. Sachs III. 3, 74d; hett einen lieber umb hundert gulden beschissen, als im trunk. Garg. 43b; bescheiszen und vergiften die seel mit falschem wohn und glauben. 259a; und wenn die goldtinctur ein ganzes land beschissen. Günther 485; ihr klugen hütet euch, den hat ein narr beschissen. 1035; bestehlen und bescheiszen mich, wie die raben. Göthe 13, 77. vgl. ausscheiszen.
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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    bescheiszen

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    bescheiszen , concacare, prov. concagar ( Rayn. 3, 284 b ), franz. conchier. ahd. piscîʒan ( Graff 6, 560 ), mhd. bescîʒ…

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Wortbildung

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Ableitung von bescheiszen

be- + scheiszen

bescheiszen leitet sich vom Lemma scheiszen ab mit Präfix be-.

Keine Komposita gefunden — bescheiszen kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.

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Cotta, M. (2026). „bescheiszen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/bescheiszen/dwb?formid=B04985
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Cotta, Marcel. „bescheiszen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/bescheiszen/dwb?formid=B04985. Abgerufen 18. May 2026.
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Cotta, Marcel. „bescheiszen". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/bescheiszen/dwb?formid=B04985.
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