beisorge,
f. cura, sollicitudo, suspicio, besorgnis, verdacht: hatte vielleicht auch ein beisorge, es wäre nu an dem u.
s. w. Luther 3, 402
b; er setzet aber dazu eine warnung, als zur beisorge. 6, 212
b; die beisorge noch gar stark ist, dasz irer etliche unserm namen und glauben fast feind sein. Luthers
br. 4, 589; wo aber einer zum andern mal wiederkommet, so hat es beisorge, als sei es mutwilligklich und aus bosheit geschehen. Agricola
spr. 185
a; das ich aus dem bericht erstlich diese vermutung und beisorge schöpfete. Ringwald
tr. Eckh. A 3
a; dann er die forcht und beisorg hett. Spreng
Il. 414
a; aus beisorge, es möchte das heilige blut an dem barte hangen bleiben. Wiedemann
febr. 65; sein vorhin allzukühner geist mit übriger beisorge sich abzukühlen genötigt gewest wäre. Lohenst.
Arm. 1, 856; aus beisorge einer verräterei. 2, 245; der unnöthig gesetzten beisorg, er möchte sich vor dem commandanten verreden. Abele 3, 41; allein nachhero that er es aus der beisorge, Manlius werde die feinde dennoch angreifen und überwinden. Bünau 1, 72; nach Caroli absterben verfügte sich Ludovicus nach Achen, aus beisorge, dasz ihm Walo gefährliche händel machen möchte. Hahn 1, 100; der pabst wolte von Friderico nichts wissen, theils wegen seines geringen alters, theils aus beisorge, dasz er nach erlangter kaiserlicher hoheit wegen Neapolis kein vasall des rö
m. stuls sein wolle. 4, 52; indem er ohne allen zweifel die beisorge haben müsse. Weise
erzn. 23; aus beisorge, der vater möchte ihm sonsten eine unangenehme visitation anstellen. 110; aus beisorge, es möchte zu viel wasser darneben weg flieszen. 119; Florindo brach seinen worten ab, aus beisorge er möchte zu weinen angereizet werden.
kl. leute 19; sie hat sich absentiert aus beisorge, die bauern möchten nichts guts erzehlen.
opfer Isaaks 151; Hiob hatte zwar seine. freude daran, dasz seine kinder einig unter einander lebten, gleichwol hatte er die beisorg, sie möchten im essen und trinken zu viel thun. Schuppius 154; vielleicht aus beisorge, ich möchte daselbst etwa wieder auf meine alte schliche und abwege kommen.
Plesse 1, 99; inzwischen gibt mir meines hochgeehrten herrn stillschweigen wegen dieses puncts keine geringe beisorge. Leibnitz 2, 113; nicht aus beisorge, dasz sie, mein herr, es mir übel nehmen möchten. Liscov 51; weil ein solches verbot nothwendig aus einer beisorge herrühren müste, dasz die vollkommene creatur das böse dem guten vorziehen möchte. 643; wir enthalten uns, alle die solennitäten umständlich zu beschreiben, aus beisorge, es möchten schon viele unsrer leser des sinnes sein, als hätten wir bereits bei der feierlichen procession zu lange verweilet.
Siegfr. von Lindenb. 1, 231.
Die späteren meiden oder vergessen das wort, welches doch oft bequemer ist als besorgnis. Frisch 2, 288
b merkt aus einer chronik an, dasz beisorge
auch eine concubine bedeutete:
durch sie wachsen dem mann, der als vormund schon für frau und kinder zu sorgen hat, nebensorgen zu.