Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
bediutunge stF.
2 ‘Zeichen, Vorzeichen’
3 ‘Mitteilung, Verkündung’ (?) (vgl. bediuten 2.1 )
4 ‘Erklärung, Auslegung’
1 ‘Sinn, Bedeutung’ – von sinnbildlichen Bedeutungsträgern, meist im Zusammenhang christl. Allegorese: ich wil ir betuͥtunge och sagen dir: / es betuͥtent die rosen rot / daz man dur got sol williklich liden den tot Cäc 340. – von Träumen: sage den troum dinen knechten, so sage wir dir sin beduetunge Cranc Dan 2,4; EnikWchr 17161. – von sprachlichen Zeichen (Wort, Text, Rede): iedoch hât daz wort macis noch ain ander bedäutung, wan ez haizt auch ain muskâtplüet BdN 371,20; vernemt mit uzlegunge / der glosen bedutunge! Daniel 8176; der [ brieve ] bediutung und der meine / in dennoch unkunt was, / wand man ins noch niht las Ottok 35897; HvHürnh 70,1; Hester 676; ‘Übersetzung’ (?), zu 4.?: tabita cumi. daz ist in der bedaütvnge: ivnchfraw ich sag dir stand vf EvAug 88,23 u.ö. 2 ‘Zeichen, Vorzeichen’ durch daz stozet men die kerce in den toͮf, e man sie enzundet, ze betútunge daz niemer dehein mensche enphahet die gabe dez heligen geistes, er enwerde e gereineget in dem toͮfe Lucid 116,7; Pilgerf 605; wir vinden och ain ander betuͥtunge [ eine zweite Vorausdeutung (auf das Christentum)] in der alten ê PrSchw 2,122 3 ‘Mitteilung, Verkündung’ (?) (vgl. bediuten 2.1): geistlich gewant, / daz er an solt legen, / swenn er wolde phlegen / der bediutunge / der fursten meinunge Ottok 59531 4 ‘Erklärung, Auslegung’ manich wort ich gesprochin han, / daz wol darf bedutunge Brun 930; das ist die bedutonge / des swerts und auch bewisonge / der slußel und underichtonge Pilgerf 1150
MWB 1 469,48; Bearbeiterin: Baumgarte