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BEDEUTNIS

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Eintrag · Grimm Neubearbeitung (1965–)

BEDEUTNIS f.

Bd. 4, Sp. 419
BEDEUTNIS f.,vereinzelt n. mhd. bediutnisse. 1 durch deutung, auslegung ermittelbarer sinn, häufig in geistlichen kontexten: ⟨u1220⟩ wis mich, dat ich müg bekennen, / din suͤʒen namen, hilp mir in nennen! / dins (Marias) namen beduͥtnis lere mich rhein. marienlob 517 LV. ⟨u1370⟩ red ich (Paulus) mit menschen vnd mit der engel czung .. vnd waizz alle geistleich bedeutnuzz Johann v. Neumarkt 2,127 K. ⟨u1394/5⟩ von des schildes und helmes bedêutnüss zuͦm lesten an dem fümften puͦch diser kroniken ich aigenleich han geschriben öst. chr. 101 MGH. 1444 dit is dat betzeichen ind beduytnis / van dem (geistlichen) sweerde .. / ind van den slusseln ouch de lere pilgerfahrt d. mönchs 1321 M. 1521 so hat uns doctor Luther .. geleert in dem hayligen vatter unser, das wir yetz wissend, wie wir got soͤllen bitten, was grosser bedeytnuß alle wort habend Bucer I 1,473 S. ⟨1522⟩ Jhesus Christus .. diße zwen nahmen hatt ehr nitt vorgebens und ane ßonderlich bedeuttnuß Egranus pred. 160 B. 1554 nun dises maͤrlin vnnd jhr bedeütnuß will ich etwas weitlaͤuffiger beschreyben Herold heydenweldt z 4b. u1640 o herr, sag und leg uns uß die gleichnus und beteitnus! Ernstin chr. Bickenkloster 45 LV. 1741 Arlequin wolte damal seine figur und deren bedeutnüs etwas auslegen Lindenborn Diogenes (1740)2,351. aussage eines textes (oder bildes): 1347 geleicher weise, als aller der brif bedeutnuͦzze in aller irer gestalt in disem brif geschriben stuͦnden in: L. E. Schmitt urkundenspr. Karls IV. (1936)138. ⟨1460⟩ sprach der schultheiss mit luder virnemelicher stymme diese, ader in deme sinne ader betutnisse diser worte tzu den scheffen: .. weist. 3,480 G. 1616 was aber solche leut für ein heiloses gesindel seyen, das gibt die bedeutnuß der viererley in der karten verhandenen bletter gnugsamb zuerkennen Albertinus Lucifer 218 DNL. 2 hinweis auf etwas, zeichen für etwas. a bild, symbol, gleichnis von, für etwas, auch im sinn der figuraldeutung: ⟨u1300⟩ (in Jerusalem) worden / begangen opher aller slachte, / di mit bedûtnis wârer achte / bezeigten unsern hêren Christ, / der daz wâre opher ist Johannes v. Frankenstein 8278 LV. ⟨1421⟩ vonn eyme bischouffe zu Thuron, der gefallen was ynn eyne ketzereie. der sprach, das unssers herren lichnam, den wir entphaen, were nicht werlichen Cristus lichnam, sundern is were uns eynn gotliches bedutnisse Rothe düring. chr. 198 L. 1522 als das Moyses mit der ruͦten hat den felsen bruͤrt der da von wasser gab, ist ein bedütniß gewesen des waren felsen Christi Zwingli freiheit 6 HND. 1548 darumb gebürt vns christen nit mer auff die ceremonischen bedeütnussen vnd anbildungen, sonder vil mer auff die ding so darinn bedeütet .. werdend, fleyssig zesaͤhen Stumpf chr. 1,217a. ⟨1579⟩ dan so wirs recht ansehen, was ist Melchisedech anders gewesen dann ein figur vnnd bedeitnuß des h. papstes von Rom? Fischart binenkorb (1588)79b. 1612 der vogel oder auis, wird also genent vom a vnd via .. zur bedeutnuß, daß der sündig mensch kein rechte regel helt Albertinus tummel-platz 405. ⟨1872/86⟩ (historisierend:) nach dem waschen hat das waschweib das wassergefäß hinausgetragen und auf dem steinhaufen zu scherben zerschlagen – ein „bedeutnus, daß es der tote zum letztenmal gebraucht hat“ Rosegger ges. w. 3(1914)126. charakteristisches merkmal, wesenszug: 1473 das (eine bestimmte handlungsweise) doch nit ains wyplichen gemuͤtes, sunder manlicher .. wysshait starke bedütnusz ist Steinhöwel de claris mulieribus 256 LV. b vorausdeutung auf die zukunft, vorzeichen, hinweis auf zukünftiges, kommendes, meistvorzeichen in form von traum oder omen’: ⟨1331/5⟩ daz sie sich solden schichten, / des troumes en berichten / mit siner bedutnisse / ware und gewisse Daniel 577 DTM. 1420/41 das großer zaichen zway waren und bedeutnus gaben der zukunftigen zeit (Nürnb.) chr. dt. städte 1,353. 1565 so aber sonst einem andern mehr zaͤn den wie vermeldet wachsen, das sol ein bedeutnuß seines langen alters sein Heyden Plinius 27. 1573 welchen bescheid die umbstehenden fürsten fur ein bedeutnuss auffnamen, und gwüsse hoffnung dess siegs erfasseten in: Frauenholz heerwesen (1935)2,2,75. 1583 vnd redten allerley vngleiche meynungen, was dieser stern fuͤr ein bedeutnuß auff jm tragen moͤchte Amadis 1,219d. c äußeres (kenn)zeichen, abzeichen selten: 1384 die cziͤr der har und der hent und dez antluͤcz sind .. aufgesaczt von got den priestern der alten ee zw ainer bedewtnuͤz in: frnhd. wb. 3,408. n1495 und auff den tischen send gewesen .. bedeittnuss des bundts pilgerreisen 309 R./M. 3 (lexikalische) bedeutung eines sprachl. zeichens, auchübersetzungsäquivalent’: ⟨1331/5⟩ Danyel, / Ananyas .. / groze bedutnisse sint .. / Danyel ich zu pflichte, / Ananyam ‘genade’ Daniel 414 DTM. 1473 wann sie alle zehen mit gemainer bedütnus Sibillen haissen, das ist wyssagerin Steinhöwel de claris mulieribus 77 LV. 1493 dan̄ das wort ierarchia als Dionisius sagt begreyft in im bedeuͤtnus einer ordnung Schedel, weltchr. 6a. 1523 dannenhar etwan das wort „volck“ in der gschrifft gebrucht würt für das wort „gemeind“. dise also gemeinsame oder gemeind würdt in der gschrifft in zwey gar nach glychen bedütnussen gebrucht Zwingli 2,56 E./F. 1531 haben sye (die weisen) den vrsprung vnd bedeütniß der buͦchstaben gar nit gmoͤcht erfinden Hedio Josephus 1,189b. 1535 paronomasia .. so die woͤrter schier gleich lauten, vnnd aber die bedeütnuß vngleich ist Dasypodius dict. P 3a. 1693 in vocabulis simplicibus, welche ich zuvorderst nach ihrem wesen und eigentlicher bedeutnüß betrachte samml.d. schr. 3,37 I. 4 besonderheit, wichtigkeit, belang: ⟨1393/9⟩ ich waiß nit war umb es syge (daß die fische freiwilig aus dem wasser kommen) wann daz es mich sere und vast wundert wann kain ding daz ich ye gesach, wann sicher es muͦß ain gros betútnúß sin Velser Mandeville 118 DTM. ⟨1511⟩ darumb sie (die beisitzer bei gericht) an burgerlichen wirden ander in den selben staͤtten vnd maͤrckten übertreffen vnd jr aller bedeutnüß haben Tengler n. layenspiegel (1514)4a. 1519 umb der ehr willen, das vormischung mans und weybs eyn ßo groß ding bedeut, muß der eelich stand sulchs bedeutniß genießen Luther w. 2,168 W. noch mdal.: 1942 wat dat för ne bedüd’nis hett meckl. wb. 1,702. 1965 bedüdnis(se) bedeutung, wichtigkeit, ns. wb. 1,761.Schmitt
6289 Zeichen · 111 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    bedeutnisn. f.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    bedeutnis , n. f. significatio: gesicht, träum und bedeutnus. Keisersb. ausg. der juden H 3 ; Judas ist ein verjeher got…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Bedeutnis

    Goethe-Wörterbuch

    Bedeutnis häufig im 16. Jh (nur vereinzelt, meist obd, im 17. Jh) ‘der Welt B-se’: bedeutende Weltereignisse, allg Mensc…

  3. modern
    Dialekt
    Bedeutnis

    Rheinisches Wb.

    Be-deutnis bədøknes MüEif ; -y- Köln ; -yt- Dür-Langerwehe ; -økt- Malm-Amel ; -egdə- Prüm-Ihren f.: 1. Bedeutung. De Dr…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit bedeutnis

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Ableitung von bedeutnis 3 Analysen

be- + deutnis

bedeutnis leitet sich vom Lemma deutnis ab mit Präfix be-.

Alternativen: bedeuten+-nis be-+deut+-nis

Keine Komposita gefunden — bedeutnis kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.

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Cotta, M. (2026). „bedeutnis". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/bedeutnis/dwb2
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Cotta, Marcel. „bedeutnis". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/bedeutnis/dwb2. Abgerufen 19. May 2026.
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Cotta, Marcel. „bedeutnis". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/bedeutnis/dwb2.
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