AUFKLOPFEN vb. mnd. upkloppen. 1
(mit einem gegenstand) leicht auf etwas pochen, schlagen (und damit ein akustisches zeichen geben): 1437 wan de olderlude hebben laten upkloppen
(um zur eröffnung einer versammlung stille zu gebieten) in: DRW 1,885. 1537
(trans.:) nae deme dat gedynge upgeklopt were
in: ebd. 1549 wan man nach dem eßen uffklopfft, dennechsten das gesindt uffstehe, zu seiner arbaitt sich fuege
hofordn. 2,142 K. 1614 uber tisch .. solle
(das gesinde) .. insonderheit deß bißhero veribten unhöflichen uffklopffens an gläßern und bechern .. sich hinfüro genzlich enthaltten
ebd. 150. 1688 soll des
(handwerks)hauses diener ümb neun uhr abends
(zum feierabend) auffschlagen oder wie die wort auff pommerisch lauten .. auffkloppen, und das haus schliessen Beier
handwercks-zünffte 341. 1850 daß .. in bronze der tod immer mit der hippe aufklopfe, wenn es eine neue stunde schlüge
(alte uhr) Gutzkow
ritter 3,414. 1916 er
(dirigent) klopfte auf, und die ouvertüre begann Lindau
erinn. 1,5. 1929 es wurde aufgeklopft, verkündet, das fest würde verschoben Bunsen
welt 88. 1980 er klopfte mit dem zeigefinger auf die tischplatte auf Brockhaus/W.
wb. 1,366b. 2
jmdn. niederschlagen, vernichten: 1639 hat er folgendes jahr .. sich wieder auffs newe auffgemachet vnd in einem streiffen in das culmische land alles verheeret vnd bey DC.
(sechshundert) mann von des ordens volck auffgeklopffet Micraelius
Pommer-land 1/3,281. ⟨1648⟩ diese Jangwitzer, als sie sahen, daß ihrer von diesen einigen zwey leuten also übel gewartet wurde, da doch sie in grosser anzahl sich beysammen befunden, griffen sie zu ihren zoberbäumen, brachten diese beyde fein ordentlich unter sich in die mitte und fiengen an mit hartem ernst und grosser gewalt auff sie hinein zu stürmen und auffzuklopffen Sohle
Kichote (1669) 177. 1670 so wurden auch die übrige .. hauffen
(‘truppen’), einer nach dem andern, aufgeklopfft und vernichtet Francisci
trauer-saal 1,1146. 3
etwas durch schlagen öffnen, aufstemmen: 1696 wollen .. den kern aufklopffen und das inwendige zukosten geben Goldmann
civil bau-kunst 8. ⟨1874⟩ mußte er .. ihr das wasser schöpfen, .. die nüsse aufklopfen Keller
(1894)5,204. 1946 hatten sie
(affen) keinen stein zum aufklopfen, so reichten sie uns die nüsse wieder heraus Gerlach
vierfüssler 179. 1999 den bürgersteig aufklopfen, den verbindungsdraht zum sprengsatz legen
berl. morgenpost (26.11.)7. —
süddt., öst.: 1997 rohe eier .. aufklopfen
süddt. ztg. (3.3.)12. 4
durch schlagen und schütteln auflockern, vor allem von bettfedern: 1791 Lise! klopfe doch geschwind das bett ein bischen auf Kotzebue
kind 38. ⟨1885⟩ so klopfte sie .. das kopfkissen .. auf Fontane
(1919) I 1,499 jub. ⟨v1957⟩ das leintuch wurde glattgestrichen, der polster mit der hand leicht aufgeklopft Fürnberg
4,175 ak. 1988 sie klopft das federbett auf Pieske
traumfrau 218. —
nur öst., mit schnellen schlagenden bewegungen bearbeiten: 1828 klopfe es
(eier u. zucker) mit dem tortenbeserl so lange auf, bis es dick wird Meixner
kochb. 410. 5
plötzlich schneller schlagen: ⟨v1791⟩ hoch klopfte mein herz auf, und thränen rieselten .. die backen herab Schubart
(1839)1,298. ⟨v1809⟩ sein herz klopfte hoch auf, und die heilige stimme der menschlichkeit hall te durch seine seele Pfeffel
pros. vers. (1810)5,170. 6
jmdn. durch klopfgeräusche wecken, aufschrecken: 1808 die Fränz klopfte ich auf und wurde bald in ein gutes bett gebracht W. Grimm
br. an Savigny 57 Sch. ⟨1856⟩ alle versanken in trübes schweigen. aus diesem klopfte sie der briefträger auf Holtei
erz. schr. (1861)25,230. ⟨1885⟩ in jener nacht, da sie
(anrede) mich
(arzt) aus dem besten schlaf aufklopften? Storm
6,380 K. 7
mit einem leichten geräusch auftreffen, aufschlagen: ⟨1903/4⟩ vom brückenbogen her tönten die laute des kartenspiels: kurz herausgestoßne worte, das aufklopfen der karten auf dem tornisterrücken Ratzel
glücksinseln (1911)178. 1918 zu deutlich fühlt man den tod .. im fallenden aufklopfen der früchte Bartsch
dichter 134.Grimm