lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Arkade

nhd. bis spez. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
5 in 5 Wb.
Sprachstufen
4 von 16
Verweise rein
4
Verweise raus
5

Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Arkade

Bd. 1, Sp. 769
Arkade (v. lat. arcus, »Bogen«), ein durch mehrere aneinander oder hintereinander gereihte, auf Säulen, Pfeilern oder Säulen und Pfeilern ruhende Bogenstellungen gebildeter Gang, der wenigstens nach einer Längsseite geöffnet ist. Arkaden kommen schon in den Tempeln und Palästen der alten Ägypter und in der altindischen Baukunst vor, weil der Orient vor der Sonne geschützte Raume im Freien verlangt. Griechen und Römer gaben ihnen die weiteste Anwendung; die öffentlichen Plätze für Volksversammlungen und Spiele, die Orte, wo ihre Philosophen lehrten, Straßen und Märkte waren häufig mit Bogengängen umgeben. Die Renaissance in Italien hat das Arkadenmotiv am weitesten ausgebildet und in den Städten so eingebürgert, daß südlich der Alpen fast jede größere Stadt einen von Arkaden umschlossenen Platz oder eine Straße mit Bogengängen hat (Hauptbeispiel: der Markusplatz in Venedig). Von Italien verbreitete sich die Anwendung der Arkaden weiter in das nördliche Europa. Die größten modernen Anlagen dieser Art sind das Palais Royal und die Rue Rivoli in Paris. Die altchristliche Baukunst trennte das Hauptschiff der Basiliken von ihren Seitenschiffen durch Arkaden (s. Tafel »Baustile II«, Fig. 17), das Mittelalter erweiterte im romanischen Stil sie bereits zum Kreuzgang (s. d.); die Gotik wie der romanische und schon der römische Stil kennt sie auch in kleinerm Maß stab als architektonisches Ornament. Wenn Bogen und Stützen zu dekorativen Zwecken unmittelbar an eine Mauer angelehnt werden, entsteht die Blendarkade, die besonders in der maurischen Baukunst sehr beliebt war (s. Tafel »Baustile I«, Fig. 12). In der Städtearchitektur des Mittelalters findet man sie als Laube (s. d.) im Parterregeschoß der Häuser von Städten wie Braunschweig und Bern ausgebildet und namentlich vor Rathäusern, wie in Bremen und Köln (sogen. Ratslauben), und andern öffentlichen Gebäuden (s. Tafel »Architektur IX«, Fig. 5; Tafel X, Fig. 5, und XI, Fig. 2 u. 5). Besonders mannigfaltig ist die Arkadenarchitektur im maurischen Stil (Alhambra) ausgebildet. Au Prachtgebäuden werden die durch die Pilaster auf der innern Mauerfläche gebildeten Nischenräume mit Malerei verziert; das schönste Beispiel einer solchen Dekoration aus neuester Zeit sind die Arkaden des Hofgartens in München. (S. Tafel »Architektur V«, Fig. 1, 11 u. 12; Tafel VI, Fig. 1; Tafel VII, Fig. 1).
2367 Zeichen · 33 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Arkadef.

    Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer) · +1 Parallelbeleg

    Arkade f. ‘auf Säulen oder Pfeilern ruhender Bogen’, meist im Plural für ‘Bogengang’, Übernahme (Anfang 17. Jh.) von gle…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Arkade

    Goethe-Wörterbuch

    Arkade a Bogengang Die neuerbaute .. Hauptkirche [ in Frankf ] .. Ein solcher [ antiker ] Vorhof wäre hier möglich gewes…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Arkade

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Arkade (v. lat. arcus, » Bogen«), ein durch mehrere aneinander oder hintereinander gereihte, auf Säulen, Pfeilern oder S…

  4. Spezial
    Arkade

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ar|ka|de f. (-,-n) ‹arch› (Bogen) arciada (-des) f.

Verweisungsnetz

12 Knoten, 8 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 2 Kompositum 7 Sackgasse 3

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit arkade

3 Bildungen · 1 Erstglied · 2 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von arkade 2 Komponenten

ark+ade

arkade setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

arkade‑ als Erstglied (1 von 1)

Arkadenmauern

Meyers

arkade·n·mauern

Arkadenmauern ( krenelierte Bogenmauern ), frei stehende Mauern mit Schießscharten und überwölbten Strebepfeilern.

arkade als Zweitglied (2 von 2)

blendarkade

DWB2

blendarkade f . (zu DWB2 3 ): 1884 Eger technol. wb. 2,138 a . 1930 Mathar Johannes 117.

wandarkade

DWB

wand·arkade

wandarkade , f. , blendarkade, fausse arcade, an einer mauer anstehende reihe von blendbogen Müller u. Mothes archäol. wörterb. 976 .