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Anonȳm

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Meyers
Anchors
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Anonȳm

Bd. 1, Sp. 551
Anonȳm (griech., »namenlos«), von Schriftstücken (z. B. Briefen) oder gedruckten Aufsätzen und Werken, deren Verfasser sich nicht genannt hat, daher dieser selbst Anonymus heißt. Für manche Fächer der Literatur, namentlich für das politisch-journalistische, ist die Anonymität Regel; doch sind in neuerer Zeit von verschiedenen Regierungen Maßregeln getroffen worden, sie zu beschränken oder aufzuheben, wie z. B. in Frankreich durch Gesetz vom 16. Juli 1850, das sie für Artikel politischen, philosophischen und religiösen Inhalts untersagte. Auch hat die literarische Sitte selbst in neuester Zeit die Anonymität eingeschränkt. Sowohl bei anonymen wie bei pseudonymen Werken ist der Herausgeber, falls aber ein solcher nicht angegeben ist, der Verleger berechtigt, die Rechte des Urhebers wahrzunehmen (ebenso die Berner Übereineinkunft [s. d.] in Art. 11, Abs. 2). Ist der wahre Name des Urhebers nicht bei der ersten Veröffentlichung angegeben worden, so endigt der Schutz des Urheberrechts mit dem Ablauf von 30 Jahren seit der Veröffentlichung. Wird jedoch der Name binnen dieser Frist (z. B. bei einem Neudruck oder einer Neuaufführung) ordnungsmäßig angegeben oder von dem Berechtigten zur Eintragung in die bei dem Stadtrate zu Leipzig geführte Eintragsrolle angemeldet, so endigt der Schutz des Urheberrechts erst, wenn seit dem Tode des Urhebers 30 Jahre und außerdem seit der ersten Veröffentlichung des Werkes 10 Jahre abgelaufen sind (Urheberrechtsgesetz von 1901, § 7, 31). S. Urheberrecht. – Die Kenntnis der anonymen und pseudonymen (mit falschem Namen gezeichneten; s. Pseudonym) Schriften macht einen eignen Zweig der Bibliographie aus. Die wichtigsten Nachweise für Deutschland bieten: Weller, Index pseudonymorum. Wörterbuch der Pseudonymen aller Zeiten und Völker (2. Aufl., Regensb. 1886) und das von der Gesellschaft der Bibliophilen herausgegebene »Deutsche Anonymenlexikon« in 3 Bänden (Bd. 1, bearbeitet von Holzmann und Bohatta, Stuttg. 1901); für Frankreich: Barbier, Dictionnaire des ouvrages anonymes et pseudonymes (3. Aufl., Par. 1872–79, 4 Bde.; Supplement von Brunet, 1889); Quérard, Les supercheries littéraires dévoilées (2. Aufl. von Brunet, das. 1869–71, 3 Bde.); Drujon, Les livres à clef (das. 1885–88, 2 Bde.); d'Heylli, Dictionnaire des pseudonymes (neue Ausg., das. 1887); für Belgien: Delecourt, Essai d'un dictionnaire, etc. (Brüssel 1863); für Italien: Melzi, Dizionario di opere anonime e pseudonime di scrittori italiani (Mail. 1848–59, 3 Bde.; »Appendice« von Passano, Ancona 1887); für die Niederlande: Doorninck, Vermomdeen naam looze schrijvers etc. (2. Aufl., Leid. 1883–84, 2 Bde.), und de la Montagne, Vlaemsche pseudoniemen (Rousselaere 1884); für England: Halkett und Laing, Dictionary of the anonymous and pseudonymous literature of Great Britain (Lond. 1881–88, 4 Bde.); für Nordamerika: Hayne, Pseudonyms of authors (New York 1883); Cushing, Initials and pseudonyms (das. 1885–88, 2 Bde.) und Anonyms, a dictionary of revealed authorship (Cambridge 1889, 2 Bde.); für Skandinavien: Collin, Anonymer og Pseudonymer (Kopenh. 1869, für Dänemark, Norwegen, Island) und Pettersen, Anonymer og Pseudonymer i den norske literatur 1678–1890 (Christiania 1890, für Norwegen); für Rußland: Ghennadj, Spissok rußkich anonimnych knig (1874); für Südamerika: Barros Arana, Notas para una bibliografía de obras anónimas i pseudónimas (1882); für das Mittelalter: Franklin, Dictionnaire des noms, surnoms et pseudonymes latins de l'histoire littéraire du moyen-âge (Par. 1875). Ein Lexikon der anonymen und pseudonymen Schriften der Jesuiten lieferte Sommervogel (Par. 1884, 2 Bde.).
3653 Zeichen · 59 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    anonymAdj.

    Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer) · +1 Parallelbeleg

    anonym Adj. ‘ohne Namensangabe, namenlos, ungenannt’, besonders vom Verfasser eines Schriftwerkes. Anfang des 18. Jhs. w…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    anonym

    Goethe-Wörterbuch

    anonym frühester Beleg 1779, überwiegend nach 1800; auch subst ohne Nennung eines Namens, namenlos; überwiegend als sach…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Anonym

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Anonym , namenlos; eine Schrift, deren Verfasser sich nicht nennt; er selbst heißt der Anonymus.

  4. Spezial
    anonymadj

    Dt.-Russ. phil. Termini · +2 Parallelbelege

    anonym , adj анонимный , п → FiloSlov anonymisch, adj

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Wortbildung

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Anonymakatalog

FiloSlov

Anonymakatalog , m каталог , м анонимных произведений

Anonȳme Gesellschaft

Meyers

anonym·e·gesellschaft

Anonȳme Gesellschaft , soviel wie Aktiengesellschaft (s. d.), insbes. im französischen, italienischen und spanischen Handelsrecht. Früher na…

Anonymenlexikon

FiloSlov

anonym·en·lexikon

Anonymenlexikon , n указатель , м анонимных произведений, библиографический

Anonȳmisch

Adelung

anonym·isch

Anonȳmisch , adj. et adv. aus dem Griech. und Lat. anonymus, ungenannt, nahmenlos.

Anonymität

Pfeifer_etym

anonym Adj. ‘ohne Namensangabe, namenlos, ungenannt’, besonders vom Verfasser eines Schriftwerkes. Anfang des 18. Jhs. werden zu dem in der …

Anonymus

GWB

Anonymus eine alte Landkarte .. daß sie nicht von Ribera sey, sondern von einem A. B34,271,6 Güldenapfel 30.5.21 Elke Umbach E. U.

Anonymus Belae regis Notarĭus

Meyers

Anonymus Belae regis Notarĭus , kurzweg auch »der Anonymus« genannt, ein dem Namen nach unbekannter Notar des ungarischen Königs Béla III. o…

ANONỸMVS

Hederich

ANONỸMVS , i, Græc . Ἀνώνυμος, ου, ein Riese, welcher mit seinem Helfer, dem Perlpnous, der Juno Gewalt anthun wollte, allein, darüber auch …