Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
aneval stM.
1.1 ‘Auftreten’ , im relig. Kontext ‘Versuchung’
1.2 ‘etw. von außen Herangetragenes’
2 häufig im rechtl. Kontext (vgl. DRW 1,619f. für weitere Belege)
2.1 ‘Erbteil’
2.2 ‘Anspruch auf ein Erbe oder Lehen’
2.3 ‘Nachfolge’
2.4 ‘Herrschaftsübergang’
2.5 ‘Abgabe bei Besitzübernahme’
1 allgemein 1.1 ‘Auftreten’, im relig. Kontext ‘Versuchung’ so ist daz ein irrsal / der da hat ainn anval / unglaubens Teichn 564,3378; der heilige geist [...] benam den aneval der erbesunden HvFritzlHl 18,9; allen schaden und verlust / siner habe uber al / von ungeluckes ane val Hiob 250. 161; durch dis ertzes aneval [Vorkommen] ebd. 10670; vil groz wart der aneval [Andrang der Turnierzuschauer] Krone 2887; waz dw chirch gepoten hat, / daz ist ordenleich tat. / so haist ains ein anvall [zufälliges Ereignis] / das ist in der vreien wall Teichn 406,59; weis [eines Liedes] ist nur ein an val, / aver wort sind an beginn ebd. 440,214 1.2 ‘etw. von außen Herangetragenes’ wanne di sêle ist ein substancie, di gnâde in der sêle ist ein aneval HvFritzlHl 181,8. 181,14; dâ von kumet [...] der mensche [...] ze gotte, enkleidet von irdenschem anevalle PrEkkewint 234 2 häufig im rechtl. Kontext (vgl. DRW 1,619f. für weitere Belege) 2.1 ‘Erbteil’ do [...] sich sanctus Franciscus willeclîche hate verzigen alle sînes anevalles, dô zôch her ûz sîne kleider [...] und sprach zu ime: nimmer habe ich dînes gutis HvFritzlHl 214,7 2.2 ‘Anspruch auf ein Erbe oder Lehen’ racione hereditarie devolucionis, quod vulgariter anval nuncupatur UrkMühlh 380 (a. 1325) 2.3 ‘Nachfolge’ der groze chaam der regnyret unde helt dy herschaft ewiclich in synen kindern dy syn an val sint MarcoPolo 16,28 2.4 ‘Herrschaftsübergang’ biz daz man sit / schreib dez ersten jaris zal / des kunges Cyri, an val / riches untz an Darium Daniel 324 2.5 ‘Abgabe bei Besitzübernahme’ dc ichs [das Gut] sinen kinden sol liehen ane schaden vnd an anval UrkCorp (WMU) 434,31
MWB 1 296,10; Bearbeiter: Diehl