Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Alraun
Alraun
Alraune f., Alraun m. Wurzel der Alraunepflanze (Mandragora); sie hat menschenähnliches Aussehen und gilt seit dem Altertum als Zaubermittel für Reichtum und Glück. Mandragora kommt nur im Mittelmeergebiet vor, der Zauberglaube ist offensichtlich orientalischen Ursprungs. In Deutschland wurde die Wurzel gehandelt bzw. durch menschenähnliche Wurzeln einheimischer Pflanzen (besonders der Zaunrübe) ersetzt. Der Volksglaube unterscheidet männliche und weibliche Wurzelgestalten und bildet danach grammatisch maskuline und feminine Formen. Ahd. alrūn m., alrūna f. (Hs. 12. Jh.), mhd. alrūn m., alrūne f., mnd. alrūne, mnl. alrune, nl. alruin machen ein älteres *albrūn- wahrscheinlich, das dem Namen einer bei Tacitus genannten germanischen Seherin Albrūna entspräche, zusammengesetzt aus dem unter Alb ‘Kobold, Mahr’ (s. d.) behandelten Substantiv und dem in ahd. rūnēn ‘heimlich und leise reden, Zauberworte sprechen’ (s. raunen) belegten Verb. Oder man deutet ahd. alrūn(a) als ‘besonders zauberkräftiges Wesen’ (s. all und Rune).