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Allod

Allod

frk. alodis f., mitunter m., latinisiert alodis u. alodus, später alod(i)um; endlich allgemein allodium; frz. alleu; prov. aloc od. alo; mnl. alloy. Das von Grimm auf Grund der in einst westgot. Gegenden seit dem 9. Jh. vorkommenden Form alaudis od. alaudum vermutete got. *alauds ist nicht bezeugt. Ebensowenig ags. *alead, an. *alauðr
I Herkunft: germ. Wort, W. zusammengesetzt aus al (voll ganz), u. ôd (Gut, Vermögen). GrRA.⁴ II 3; DWB. I 238; Graff I 220. 237; Waitz,VG. II 1 S. 285; Kluge, WB.⁶ 9; Paul,WB. 12; vanHelten,Gl. 485. - Die Ableitung der Silbe al von adal versucht Braune, ZRomPhil. 10, 266f. - Bezweifelt wird die germ. Herkunft von Müllenhoff bei Waitz, Das alte R. 278, EtWB.² 12f.
II Verbreitung
II – Zuerst in der LSal. Sehr häufig in allen fränk. Quellen. Schon in frk. Zeit auch in bair., alam. u. thühr. Quellen. Hier vermutlich aus der frk. Rechtssprache. So wegen des unveränderten d-Lautes GrRA.⁴ II 4; a. M. Waitz,VG. II 1 S. 287
II – In der nachfränk. Zeit durch Vermittlung des Lateinischen allgemein verbreitet. Mehr und mehr errang nun die Form alodium und bald allodium die Herrschaft; seit dem 11. Jh. verschwanden die älteren Formen alodis und alodus überhaupt. Während des ganzen Mittelalters findet sich das Wort auf deutschem Boden nur in lateinischen Texten; in den deutschen Texten wird es ausnahmslos durch ein anderes Wort ersetzt. Anders in Frankreich, wo (franc) aleu usw. in die frz. Quellensprache überging: La Curne, Dict. Et. I 345ff. Auf frz. Einfluß beruht es wohl, daß in Brabant das Wort alloy gelegentlich in einem mnl. Text erscheint:
II – Im 9. Jh. muß das Wort in ostfrk. Gegenden noch der dt. Rechtssprache angehört haben:
II – Dann aber ward es als Fremdwort empfunden. Schon seit dem 10. Jh. wird es in Glossen mit eigen verdeutscht:
II – Ebenso in Urkunden des 13. Jhs.:
  • quoddam allodium, quod vulgari appellacione eigen nuncupatur ... proprietatis jure comparavit
    1264 BaselUB. I 318
  • pro allodio quod vulgariter dicitur eigen
    1284 DOrdenUB. II 286
II – Verdeutschungen in jüngeren Glossarien und Vokabularien:
II – Mit der Vorherrschaft der deutschen Sprache in den Rechtsquellen verschwand ,Allod" allmählich vom deutschen Boden. Mit der Rezeption drang es aus der Gelehrtensprache wieder ins Deutsche ein, behielt aber auch in deutschen Texten die Form allodium. Bezeichnenderweise wird es noch im PreußALR. lat. dekliniert:
II – Im übrigen begegnet namentlich die lat. gebildete Ableitung allodial als Adjektiv und in Zusammensetzungen. Erst im 19. Jh. hat sich die deutsche Rechtssprache das Wort in der Form allod voll wieder angeeignet.
III Bedeutung. Ursprünglich: Vollgut, Gut in vollem Eigentum, freies Vermögen. Diesen Sinn hat das Wort im allg. stets bewahrt. Seine Anwendung aber hat sich im Zusammenhange mit den wirtschaftlichen u. rechtlichen Wandlungen des Vermögens mehrfach verschoben
III 1 Bei seiner Entstehung kann es nur das fahrende Gut im Gegensatz zum liegenden Gut bezeichnet haben. Solange nur die Fahrnis ôd war, lag ein Anlaß zur Steigerung des Begriffes ôd durch den Zusatz al nicht vor. Seit Ausbildung des Sondereigentums an Grund u. Boden nahmen auch Grundstücke am Namen ôd teil, ohne doch zunächst der gleich vollen u. freien Einzelherrschaft wie die Fahrnis zu unterliegen. Nunmehr konnte innerhalb des Vermögens ein Unterschied zwischen ôd und alôd gemacht u. gegenüber dem beschränkten und gebundenen Grundbesitz die bewegliche Habe als alôd ausgezeichnet werden. Es ist aus inneren Gründen wahrscheinlich, daß bei der Abfassung der LSal. das Wort alodis noch lediglich auf die Fahrnis bezogen wurde. Dafür spricht aber auch die Fassung des von der Erbfolge handelnden Titels (Hessels-Kern Tit. 59 in Cod. 1. 3. 4. 6 u. 5, Tit. 61 in Cod. 2, Tit. 92 in Cod. 7-9, Tit. 62 in Cod. 10 u. Emend.) de alodis (Cod. 1-4 u. 10). Das Wort hereditas gebraucht er von der terra wie von der Fahrnis, stellt also offenbar innerhalb der hereditas die terra in einen Gegensatz zur alodis. Sohm, Fränk. R. u. G. V. 118 (anders die herrschende Meinung). Bestätigt, nicht widerlegt wird diese Auffassung durch den Zusatz in einer späteren Handschrift:
  • sed vbi inter nepotes avt pronepotes post longvm tempvs de alode terrae contentio svscitatvr
    507/11 (Hs. 9. Jh.) Hessels-Kern Tit. 62, 6 (Cod. 10), Sp. 385 [In einer Zeit, in der die terra durchweg zur alodis gerechnet wurde, empfand man eben das Bedürfnis, dies gegenüber der auf das Gegenteil hinweisenden Fassung zum Ausdruck zu bringen]
III 1 – Lediglich den Fahrnisnachlaß bezeichnet alodis auch im folgenden, der LSal. einverleibten Kapitel. Denn der intertiatio unterliegen nur bewegliche Sachen:
  • si quis super alterum de rebus in alode patris inuentas et intertiauerit, debet ille super quem intertiauit tres testimonia mittere quod in alode patris hoc inuenisset
    Anf. 9. Jh. (Hs.) Hessels-Kern Tit. 99 (Cod. 1), Sp. 412 [vgl. auch Tit. 78 (Cod. 2)]
III 2 Schon früh in frk. Zeit wurde infolge der Verstärkung des Privateigentums an Grund und Boden der Grundbesitz in den Begriff der alodis einbezogen, ohne daß zunächst die Fahrnis ausgeschieden worden wäre. Die alodis umfaßt daher nunmehr liegendes und fahrendes Gut.
III 2 a In jüngeren Volksrechten bezeichnet alodis das ganze Vermögen
III 2 a –
  • [Überschrift:] alodibus
    1. Hälfte 7. Jh. (Hs. 9. Jh.) LRib. Tit. 58
  • [Überschrift:] de alodis
    1. Hälfte 7. Jh. (Hs. 9. Jh.) LRib.(Sohm) 207 [Tit. 56 in Hs. A 3 u. 4] Faksimile
  • [Glosse:] alodibus: proprietatibus
    Cod. S. Petri S.277 (zu LRib. 56)
  • [Rubr.:] de alodibus
    LThur. 26-33 S. 123 Faksimile
III 2 a – Desgleichen im bayr. u. alam. Volksrecht:
  • dotis ... legitima 400 solidis constat aut in auro aut in argento aut mancipia aut qualecunque habet ad alodo dandum
    um 725 LAlam. 54, 1 (Cod. A), S. 112
  • vel dimidiam partem allodii sui perdat, quod in ducis sit potestate
    um 725 LAlam. add. Cod. B 18 ad Tit. 44 S. 104
  • ut nullus liber Baiuvarius alodem aut vitam sine capitali crimine perdat
    um 741/48 LBai. 2, 1 S. 282
  • um 741/48 LBai. 2, 1 Text III S. 387
  • um 741/48 LBai. 9, 1 Text II S. 242
  • ut si quis liber Baiuvarius vel quiscumque alodem suam ad ecclesiam vel quamcumque rem donare voluerit
    um 741/48 LBai. 358 Faksimile
  • a propria alode alienus efficiatur
    um 741/48 Additio 5 nr. 14/LBai. 467 Faksimile
  • = a proprio alienatur patrimonio
    um 741/48 Additio 5 nr. 14/LBai. 468 Faksimile
III 2 a – Allgemein in merov. Formeln ,alodis" = liegendes und fahrendes Gut
  • in omni alode mea post meum discessum, ... hoc est tam in terris, domibus, accolabus, mancipiis, viniis, silvis, campis, pratis, pascuis, aquis aquarumve decursibus, movilibus et inmovilibus, peculium utriusque sexus, majore vel minore, omnique suppellectile domus, in quocumque dici potest
    oJ. Marculfi Form. 2, 10/Form. 82 Faksimile
III 2 a – Teilungsvertrag
  • de alode parentum mit Verteilung der einzelnen villae nebst mancipia und des presidium [beweglichen Vermögens]
    oJ. Marculfi Form. 2, 14/Form. 84 Faksimile
III 2 a – Vergabung von Todes wegen unter Ehegatten bzw. Verlobten:
  • de alote meae ... tam in domibus, edificies, mancipiis
    oJ. Form. Andecav. 41/Form. 18 Faksimile
  • de alode
    oJ. Marculfi Form. 2, 7/Form. 79f. [unter Aufzählung unbeweglicher und beweglicher Sachen] Faksimile
  • mobilibus et inmobilibus ... de alode
    oJ. Form. Turon. 14/Form. 143 Faksimile
III 2 a – Mitunter erscheinen Unfreie für sich als Bestandteile der alodis:
  • ancilla mea ... una cum infantes suos, ... quem de alode visimus habere
    oJ. Form. Arvern. 3/Form. 30 Faksimile
  • servo nostro ... de alode parentorum meorum
    oJ. Form. Arvern. 4/Form. 30 Faksimile
III 2 a – Manchmal werden nur Grundstücke hervorgehoben:
III 2 a – In einigen Formeln kann bereits überhaupt nur das Grundeigentum gemeint sein:
  • [Rubr.:] carta, ut filia cum fratres in paterna succedat alode. [Text:] diuturna, sed impia inter nos consuetudo tenetur, ut de terra paterna sorores cum fratribus porcionem non habeant
    oJ. Marculfi Form. 2, 12/Form. 83 Faksimile
  • de res meas, quod mihi ex alode parentum meorum obvenit, apud germanos tuos, filios meos (tu, filia mea) minime in hereditate succidere poteras
    oJ. Cart. Senon. 45/Form. 205 Faksimile
III 2 b Wie in der LSal. (oben zu 1), so wird auch später das Wort alodis vorzugsweise für das Vermögen als Nachlaß gebraucht
III 2 b – In der LRib. u. LThur. benennt es die hereditas (oben zu a). Oft wird ererbtes Gut als väterliche, mütterliche oder elterliche alodis bezeichnet:
  • quod in Rotenaco de alode materna per pactionis titulum ad eodem noscuntur pervenisse
    628 MGDiplImp. I 14 (nr. 12) [Urk. Dagoberts] Faksimile
  • Avie ipsius Asoarii Theodile in alode
    797 MGDiplKarol. I 243 (nr. 180) Faksimile
  • dedit ... vir ... villas ... quas aut munere regio aut de alodo parentum vel undecunque ad presens tenere videtur
    oJ. Marculfi Form. 1, 12/Form. 50 Faksimile
  • si quis super alterum de rebus in alode patris inuentas et intertiauerit, debet ille super quem intertiauit tres testimonia mittere quod in alode patris hoc inuenisset
    Anf. 9. Jh. (Hs.) Hessels-Kern Tit. 99 (Cod. 1), Sp. 412 [oben zu 1]
  • de res meas, quod mihi ex alode parentum meorum obvenit, apud germanos tuos, filios meos (tu, filia mea) minime in hereditate succidere poteras
    oJ. Cart. Senon. 45/Form. 205 [oben zu a; dazu Form. Arvern. 4, Andec. 41] Faksimile
  • quod vestrum antea de parte genetrice vestrae fuit alodae [der Vater spricht zu den Söhnen von ihrem Muttererbe]
    oJ. Marculfi Form. 2, 9/Form. 81 Faksimile
  • genitor (alicuius) ... illo ex alode conscriptam (rem) ... ei (dimisit)
    oJ. Form. Sal. Merk. 27/Form. 251 Faksimile
III 2 b – alodis als Gegenstand von Erbschaftsteilungen:
  • divisio vel exequatio ... de alode
    oJ. Marculfi Form. 1, 20/Form. 56 [dazu 2, 14 S. 84] Faksimile
  • convenit inter illo et germano suo illo de allote, qui fuit genitore illo, ut inter se aequalentia dividere vel exaequare deberent
    oJ. Cart. Senon. 29/Form. 197 Faksimile
  • Form. Sal. Bignon. 19/Form. 235 Faksimile
III 2 b – alodis als Gegenstand eines Erbstreites:
III 2 b – alodis nennt aber auch bei Vergabungen von Todes wegen der Verfügende sein Vermögen als künftigen Nachlaß:
  • in vestra potestate omne alode (genetricis) ... recipistis
    oJ. Marculfi Form. 2, 9/Form. 81 [dazu 2, 10 (oben zu a)] Faksimile
  • per legem cum filiis meis, avunculis vestris, in alode meo ad integrum minime succedere poteratis, ideo ... volo, ut in omni alode meo post meum discessum quicquid moriens dereliquero ... succedere faciatis
    oJ. Form. Turon. 22/Form. 147 Faksimile
  • Form. Sal. Merk. 24/Form. 250 Faksimile
  • [Rubr.:] carta, ut filia cum fratres in paterna succedat alode. [Text:] diuturna, sed impia inter nos consuetudo tenetur, ut de terra paterna sorores cum fratribus porcionem non habeant
    oJ. Marculfi Form. 2, 12/Form. 83 Faksimile
  • de res meas, quod mihi ex alode parentum meorum obvenit, apud germanos tuos, filios meos (tu, filia mea) minime in hereditate succidere poteras
    oJ. Cart. Senon. 45/Form. 205 Faksimile
III 2 b – Bei der gegenseitigen Vergabung unter Ehegatten:
III 2 b – Anerkennung der Unvererblichkeit eines Leiheguts:
  • [der Beliehene bekundet in der Precaria:] heredis meos in alote derelinquere pontifitium non habeam
    oJ. Form. Sal. Bignon. 21/Form. 236 Faksimile
  • [Entsprechend heißt es in der Comandatia:] heredes tuos in alote derelinquere ... potestatem non habeas
    oJ. Form. Sal. Bignon. 22/Form. 236 Faksimile
III 2 c Aus dieser regelmäßigen Verwendung des Wortes für den Nachlaß entwickelt sich der Sprachgebrauch, innerhalb des Vermögens das ererbte Gut im Gegensatz zum erworbenen Gut als alodis zu bezeichnen.
III 2 c – Häufig unter Verdeutlichung des Gegensatzes:
III 2 c – Vgl.:
III 2 c – Ähnlich:
  • quicquid de alode parentorum meorum aut de atracto aut unde mee consotium suppetit
    oJ. Form. Arvern. 2 (a)/Form. 29 Faksimile
  • tam de alode paterna quam de conparatum
    oJ. Marculfi Form. 2, 12/Form. 83 Faksimile
  • tam de alode genetorum meorum quam et de adtracto vel de quocumque modo ad me noscitur pervenisse
    oJ. Form. Bitur. 15 (a)/Form. 175 Faksimile
III 2 c – Sehr häufig aber drückt schon das einfache Wort alodis den Gegensatz zum erworbenen Gut aus:
  • tam de alote quam et de comparatho seo de qualibet adtractho
    709 Tardif,MonHist. 43
  • 772 MGDiplKarol. I 100 (nr. 68) Faksimile
  • 799 MGDiplKarol. I 484, 25 (nr. 319)
  • de alode vel de atracto
    oJ. Form. Arvern. 6/Form. 31 Faksimile
  • tam de alode aut de conparatum vel de qualibet adtractu
    oJ. Marculfi Form. 2, 7/Form. 79 [ebenso Form. Turon. 14/ebd. 143; add. 3/ebd. 160, 20; app. 2/ebd. 164; Cart. Senon. 50/ebd. 207; app. 1/ebd.. 208; Form. Sal. Merk. 9/ebd. 244; Form. Lindenbrog. add. 3/ebd. 283; Coll. Flavin. 7/ebd. 475; Form. extrav. 22/ebd. 547] Faksimile
  • quicquid ... nostra videtur esse possessio ... tam de alode quam et de comparato ... per hanc cartolam donationis sive per fistucam atque per andelangum ... donamus
    oJ. Form. Lindenbrog. 1/Form. 267 [ähnlich Form. Lindenbrog. 2/ebd. 268] Faksimile
III 2 c – So auch in alaman. u. bayr. Gebieten:
III 2 c – Doch schloß dieser engere Begriff von alodis wohl niemals aus, unter alodis im weiteren Sinne das erworbene Gut mitzuverstehen:
  • illorum alodes de hereditate et de conquisitu
    860 Cap. II 158 (c. 7)
  • 865 Cap. II 330 Faksimile
  • qui ... sibi deum heredem constituit et omnia sua allodia tam hereditate quam suo labore juste conquisita ad deo serviendum contulit
    1109 OÖUB. II 129 (nr. 129) Faksimile
  • res, tam quod regio munere, quam quod per vindictiones, cessiones, donationes commutationesque titulum vel reliqua alode, quod ad presens ... possedit, deinceps in iurae et dominatione eius confirmare
    oJ. Marculfi Form. 1, 33/Form. 64 Faksimile
  • ut in mansis suis de alode, vel naturali vel comparato, feminae habeant
    oJ. Migne,PatrolLat. 126 S. 254
  • Cap. I 1 S. 238 (c. 6)
  • DuCange I 198f.
  • Hincmari Rem. Archiep. Epist. XXXIV/Migne,Patrol.Lat. 126 S. 25h
III 3 In der späteren frk. Zeit setzt ein neuer Sprachgebrauch ein, der unter Allod zuerst vorzugsweise und dann ausschließlich liegendes Gut versteht entsprechend der gleichzeitigen Begriffsverengung von eigen und erbe. Folgeerscheinung der sich entfaltenden wirtschaftlichen und rechtlichen Vormacht des Grundbesitzes, der nun als das Vermögen im wahren und vollen Sinne gilt.
III 3 a Die Ausscheidung der Fahrnis begegnet in Kapitularien des 9. Jhs.:
  • qui sine beneficiis sunt et alodes atque pecunias habent
    846 Cap. II 66 (c. 8)
  • alodium et mancipia et ceteras facultates
    oJ. Cap. I 1 S. 238 (c. 6)
III 3 a – Nicht mehr als Bestandteile des Allods, sondern als Pertinenzen eines Allods werden nun Unfreie aufgeführt:
  • alodem nebst servus qui custodit
    772 FreisingTrad. I 69 (nr. 42) Faksimile
  • cum omnibus servis et ancillis seu mancipiis eidem allodio pertinentibus
    1152 SteirUB. I 337 (nr. 350)
III 3 b Das Wort kann den gesamten Grundbesitz einer Person bezeichnen:
  • in loco ... qui antea appellatus est M., in alodo fidele nostro E. comite
    727 MGDiplImp. I 85 Faksimile
  • ibique multitudo Saxonum baptizati sunt et secundum morem illorum omnem ingenuitatem et alodum manibus dulgtum fecerunt
    777 Annal. Lauresh. maj. S. 158 [dulgere = aufgeben DuCange II 961]
  • si alodem habuerit, ipso fisco regis recipiat
    779 Cap. I 1 S. 48 (c. 5)
  • ut comes illos distringat aut cum alode aut per quodcunque potest
    853 Cap. II 75 (c. 3)
  • alodis eius in bannum mittatur; et si annum et diem in nostro banno permanserit, ad fiscum nostrum redigatur
    oJ. Cap. I 2 S. 362 (c. 6) [auch Cap. II 273, 10 v. 7 von 852, 343, 5 u. 345, 1 c. 1 u. 4 von 873]
  • alodis sui reparatur
    oJ. Form. Senon. add. 1/Form. 224 Faksimile
  • alodem meum, hoc sunt terras, silvas adjacentes ... tibi concedo
    oJ. Form. Extrav. I 10/Form. 539 Faksimile
III 3 b – Insbesondere heißt auch das Königsgut Allod:
  • si autem in nostro solo et allodio sunt palatia episcoporum, cum profecto omne quod inedificatur solo cedat, nostra sunt et palatia
    1159 MGConst. I 250 (nr. 179) Faksimile
  • allodium imperii seu regale
    1287 DortmUB. I 115 (nr. 182) Faksimile
  • in fundo et allodio imperii volumus vos libere et sine exactione residere
    oJ. Keutgen,Urk. 126 [angebl. 1218 BernStR.] Faksimile
  • oJ. MGDipl. I 78 (nr. 43) [unecht, angeblich von 432] Faksimile
  • dono itaque s. Pictavensis aecclesiae de meo regali alodo ... curtem
    oJ. MGDiplImp. I 121 [unecht, angeblich von 524] Faksimile
III 3 c Überwiegend bezeichnet es das einzelne Grundstück als Gegenstand eines Rechtsverhältnisses, Rechtsgeschäftes oder Rechtsstreites.
III 3 c – So in freilich unechten merov. Königsurkunden:
III 3 c – Deutlich in LBaiRubr. u. Eingang von Tit. 17, 3 (in Text II Tit. 42) S. 337, 339, 354, 439:
  • de his qui propriam alodem vendunt eadem alodes und haec alodes für bestimmte Grundstücke in Pfettrach
    773 FreisingTrad. I 87 (nr. 60) Faksimile
  • (cedo) in ... loco qui dicitur C. alodem meum de integro medietatem
    oJ. Form. Extrav. I 9/Form. 539 Faksimile
III 3 c – Häufig in Kaiserurkunden von Otto I., Otto II. u. Heinrich II., die einen kirchlichen Besitzstand bestätigen:
III 3 c – Ebenso in zahlreichen Urkunden vom 12.-14. Jh.:
  • D. nobilis ... et uxor ejus T. ... allodium suum Obberemburch ... sancte A. ecclesie tradiderunt
    1140 Orožen,Oberburg 4
  • pro emendo allodio
    1189 SGereonUB. 38 (nr. 29) Faksimile
  • ministeriales nostri G. et C. allodium, quod habebant ... majestati nostre contradiderunt eo tenore, ut nos ipsum allodium ecclesie ... in Salem conferre curaremus
    1193 SalemUB. I 74 (nr. 46)
  • allodium in Ottenheim
    1209 SGereonUB. 55 (nr. 56) Faksimile
  • allodium quod habebat in Scherren
    1216 WormsUB. I 92 (nr. 120) Faksimile
  • qui allodium vel decem mansos emerit
    1233 PreußUB. I 1 S. 80 (nr. 105)
  • allodium Sedingen appellatum
    1246 SteirUB. II 581
  • allodium suum Harbach
    Mitte 13. Jh. OÖUB. I 742 (nr. 415) Faksimile
  • 1263 SamlandUB. 43 (nr. 77) [und öfter]
  • allodium sex mansorum
    1288 SchlesDorfU. 4 (nr. 3) Faksimile
  • apud Totenchouen v talenta pro allodio dedimus und zahlreiche ähnliche Kaufpreisangaben
    13. Jh. FreibDiözArch. 15 (1882) 159ff.
  • hoc idem allodium
    1124 SteirUB. I 126
  • allodium Stadelhouen appellatum
    1136 SteirUB. I 172
  • allodium suum Obbremburch
    1140 SteirUB. I 188
  • allodium unum ... in tres possessiones diuisum
    1147 SteirUB. I 275
  • allodium unum ... in tres curtes diuisum
    1159 SteirUB. I 382
  • pro allodio de C.
    1197 SteirUB. II 57
  • DuCange I 198f.
III 3 c – Im Einklang hiermit wird von mehreren Grundstücken das Wort im Plural gebraucht:
  • Drei Geistliche vergaben ein jeder suum (suam) alodem durch donatio post obitum; dann heißt es prenotatas allodes
    773 FreisingTrad. I 91 (nr. 64) Faksimile
  • illorum alodes
    860 Cap. II 158 (c. 7)
  • qui alodes in regno nostro habere volunt
    864 Cap. II 298 (c. 3 a)
  • et sicut ipsi ipsos alodes in sua manu tenuissent, ita de ipsis alodibus fiat
    865 Cap. II 330 (c. 5)
  • allodes
    878 Migne,PatrolLat. 126 S. 811 (nr. 174)
  • et hec sunt nomina allodorium, de quibus prefati sumus, predium Marchuardi Threbeia, predium Stoigei usw.
    1115 OÖUB. II 150 (nr. 100) Faksimile
  • allodia
    1136 SteirUB. I 172 [uö.]
  • allodia ... inter quae allodium quoddam ... cujus allodii vocabolum est Cogel
    1161 OÖUB. II 312 (nr. 212) Faksimile
  • de prenotatis quatuordecim allodiis
    1226 SPantaleonUrb. 99 Faksimile
  • audivimus, ut allodes suos vos invadentes tenere non formidetis
    oJ. Migne, PatrolLat. 126 S. 787 (nr. 144)
III 3 d Das Wort bezeichnet genau wie eigen sowohl das Grundstück als Eingentumsgegenstand wie das daran bestehende Eigentumsrecht.
III 3 d α Als Eigentumsgegenstand wird die alodis durch Zusätze wie propria oder propria res gekennzeichnet:
  • de his qui propriam alodem vendunt
    um 741/48 LBai. 17, 3
  • rem propriam atque alodem, quam genitor meus Heripaldus in hereditatem mihi reliquerat
    772 FreisingTrad. I 69 (nr. 42) Faksimile
  • de propria alode
    776 FreisingTrad. I 99 (nr. 75) Faksimile
  • de proprietatibus ... quas vos allodum dicitis
    878 Migne,Patrol.Lat. 126 S. 786f. (Cr. 143)
  • propriam alodem meam
    10. Jh. OÖUB. I 42 Faksimile
  • ex eodem sue proprietatis allodio viii mansos tradidit
    1015 MGDipl. III 434 (nr. 340) Faksimile
  • allodium unum in villa Grudesvin situm ... in omnimodam proprietatem delegaverit
    1136 SteirUB. I 172 (nr. 172)
  • specialem quoddam allodium situm apud civitatem Vriberc jure proprietatis possidendum
    1259 FreibergUB. I 17 (nr. 23) Faksimile
  • in alode proprio construxit
    oJ. Coll Flavin. 44/Form. 481 Faksimile
  • FreisingTrad. I 107 (nr. 87) Faksimile
  • Migne,Patrol.Lat. 126 S. 811 (nr. 174)
III 3 d β Das Eigentumsrecht wird durch das Wort ausgedrückt, wenn es von einem Grundstück heißt, daß es jemandem zu Allod gegeben oder hinterlassen sei:
  • sub nostro jure et allode
    762 FreisingTrad. I 46 Faksimile
  • mihi in alodem reliquit, ... in alodem dimisit
    762 MGDiplKarol. I 33 Faksimile
  • quia genitor eorum Lantbertus in legitima alode eos vestitos dimisisset
    782 MGDiplKarol. I 201 Faksimile
  • 845 Cap. II 408 (c. 42)
  • et postea in alodem sunt data
    853 Cap. II 268 (c. 2)
  • de rebus ecclesiarum in alodem datis
    854 Cap. II 278 Faksimile
  • eo videlicet jure ... ut ipsa terra omni homini cujuscunque condicionis liceat emere, vendere et libere in allodio possidere
    1100 Radolfszell/ZGO. 44 (1890) 142
  • ad allodia habenda reservatis
    1177 SchleswHUSamml. I 1 Faksimile
  • Brianus ... vendidit ... atque tradidit castrum de Castrobarco Conrado ... episcopo ... nomine allodii et proprietatis
    1198 CWang. 136 (nr. 62) Faksimile
  • jure proprii et alodii
    1236 ActaTir. II 125 (nr. 125)
  • que curtis est allodium dicte ecclesie
    1236 SPantaleonUrb. 139 Faksimile
  • insuper addimus ei quinque mansos cum uno prato liberos pro ipsius allodio
    1253 CDPolon.³ I 288 (nr. 322)
  • terre Haynonie que est allodium b. Marie et b. Lamberti Leodiensis
    1253 MGConst. II 473 Faksimile
  • domum meam ... ipsi ecclesie ratione allodii vendidi
    1278 KaiserswerthUB. 82
  • actio super bonis sue ecclesie mere proprietatis et allodii titulo attinentibus
    1282 MGConst. III 264 (nr. 272) Faksimile
  • particule .. que sunt allodium
    1290 DOrdenUB. I 426
  • ego possessiones ... vendidi juste venditionis titulo, tradidi et donavi in perpetuum libere possidendas nomine allodii
    1290 SalemUB. II 382 (nr. 779) Faksimile
  • propriam hereditatem, quam genitor meus in alodem mihi reliquit
    oJ. FreisingTrad. I nr. 47
  • OÖUB. I 174 Faksimile
III 4 Seit der Verbreitung des abgeleiteten Besitzes an Grund und Boden trat im Begriff des Allods der Gegensatz zu unvollkommenerem Besitzrecht in den Vordergrund.
III 4 a In karol. Zeit bildet die alodis den Gegensatz zum beneficium
III 4 a – Entscheidend ist dabei vor allem der Mangel der Vererblichkeit:
  • donamus in pago Riboariensi illam portionem in Reginbach, quam vassus noster Anglibertus per beneficium habuit (et) genitor meus Karolus mihi in alodem dereliquit
    762 MGDiplKarol. I 23 (nr. 16) Faksimile
  • audivimus, quod aliqui reddunt beneficium nostrum ad alios homines in propietatem, et in ipso placito dato pretio comparant ipsas res iterum sibi in alodem
    806 Cap. I 1 S. 131 (c. 7)
  • si ... aut in beneficio aut in alode annonam habuerit et venundare voluerit
    806 Cap. I 1 S. 132 (c. 18)
  • quis de beneficio suo alodem comparavit
    811 Cap. I 1 S. 177 [uö.] Faksimile
  • in beneficiario jure aut in alodo
    845 Cap. II 403 (c. 20) [uö.]
III 4 a – In spätkarol. Zeit werden dem Allod die honores (ansehnlichere Benefizien, vgl. Waitz,VG. IV 216; Roth, BenefW. 432; Brunner,RG.² II 355) entgegengesetzt:
  • ut omnes in honoribus et in alodis vestris interim consistatis exceptis his, quorum honores senior noster donatos habet. et si aliqui sunt ex vobis, qui honores non habent, si volunt in suis alodibus consistere ... faciant
    856 Cap. II 285 (nr. 265) Faksimile
  • 877 Cap. II 358 (c. 10)
III 4 a – Auch in österr. Urk. des 10.-12. Jhs. wird bei Vergabungen von Todes wegen hingegebenes Allod als lebenslängliches beneficium zurückempfangen:
  • trado atque transfundo propriam alodem mean ad s. Michahelem archangelum ... ea tamen racione hanc traditionem facio, ut id ipsum habeam et beneficiolum meum quod inde accepi usque ad finem vite mee
    10. Jh. OÖUB. I 42 (nr. 71) Faksimile
  • de alodys suis immo et de beneficiis
    1119 Freyberg II 180
  • allodia und beneficia
    1147 SteirUB. I 272 (nr. 261)
  • 12. Jh. OÖUB. I 174 (nr. 183) Faksimile
III 4 a – Dem entspricht die Wiedergabe von Allod mit erbe:
  • tradidit ecclesie ... sartaginem unam ... partemque allodii et silve ad eandem sartaginem pertinentem = geben hat der kirchen ... ain saltzpfann ... ain tail ains erbs und des walts
    1130 (Übers. 15. Jh.) SteirUB. I 138 (nr. 122)
  • Exfestukation eines allodium cum adjacente molendino durch Freie, quibus idem allodium hereditario jure contingebat, obschon es nicht frei veräußerlich ist, vielmehr die Übereignung presente et annuente mundibordo allodii Gerhardo de Mulesvat erfolgt
    1136 SGereonUB. 13 (nr. 8) Faksimile
III 4 b Buchland
  • si liberalis homo, quem Angli þegen vocant, habet in alodio, id est bocland, suo ecclesiam que habeat cimiterium
    1100 Liebermann,AgsG. 295
  • Liebermann,AgsG. 317 (II Cnut. 13)
III 4 c Seit der Ausbildung des Lehnswesens wird Allod regelmäßig als Gegensatz zu feudum gebraucht
III 4 c – So in den Libri feudorum:
  • 1159 MGConst. I 271 (nr. 191) [und öfter] Faksimile
  • quod ... habet in Caldare, feudum per feudum, alodium per alodium
    1189 CWang. 86 Faksimile
  • si alios pueros genuerit, his tenetur relinquere mobilia et allodia post acquisita. feoda autem tam priores pueri quam posteriores mortuo patre pariter habebunt.
    angebl. 1218 Bern c. 48 § 3/Keutgen,Urk. 132 Faksimile
  • Trienter Lehnsweistum, nach dem kein Vasall ohne Zustimmung des Herrn ein feodum ganz oder teilweise per allodium verkaufen darf: andernfalls kann der Herr es herausfordern, und quantum venditum est per alodium alicui ad dominum suum debeat venire et ei apertum esse debeat
    1220 ZFerd.¹ 3 (1827) 103, VI
  • Otto et filius suus Hugo professi sunt ... dominum C. seniorem de Eberstein prelibatum feodum pro quingentis marchis pure argenti ratione alode quieta prescriptione sine ulla interruptione possidere
    1257 WirtUB. V 205ff.
  • jus feodi ejusdem decime in usus ... fratrum permutans et transferens in jus allodii
    1285 DOrdenUB. II 424
  • Auflassung von 15 jornales allodii, um sie in feodo zu behalten
    1287 SGereonUB. 184 (nr. 185) Faksimile
  • si de allodio aliaque re extra beneficium (=feudum) inter dominum et vasallum contentio fuerit.
    oJ. Cap. extraord. Baraterii c. 8
  • inter filiam defuncti et agnatos ejus de quodam praedio quaestio mota est, agnatis feudum, filia vero allodium sive libellarium esse asserentibus
    oJ. II F. 26 §§ 1.2
  • quis probare debeat, quaeritur et primo dominus vel parentes, feudum fuisse, et si non poterit probare, tunc filia probabit allodium
    oJ. Lehmann,LangobLehnr. 202 (App. A III)
  • Lehmann,LangobLehnr. 200
  • MGConst. I 247 (nr. 176 c. 11) Faksimile
III 4 c – Dem Gegensatz von allodium und feudum entspricht in den deutschen Texten des Mittelalters der Gegensatz von eigen und lehen. Begriffswesentlich ist dabei für Allod das echte Eigentum des Besitzers. Die bloße Vererblichkeit des Besitzrechtes reicht nicht aus, da auch das echte Lehen nunmehr vererblich ist und zum Erbgut gehört:
  • hereditatibus, allodiis et feudis
    1277 MGConst. III 125 (§ 6) Faksimile
  • Verleihung des Rechts, bona allodialia zu Erbzins auszutun (in emphiteosin locare)
    1354 NeumarktRb. 241 (nr. 37)
  • in bonis paternis et maternis, tam feudalibus quam allodialibus
    oJ. MGConst. III 548 (nr. 577) Faksimile
III 4 c – Demgemäß verschwindet nun die Gleichsetzung von Allod mit hereditas oder erbe. Dafür wird die Gleichsetzung mit proprietas oder eigen sehr gebräuchlich; oben 3 d. Auch die vollere Form eigen und erbe begegnet als Verdeutlichung:
  • ad nos allodialiter seu jure proprietario pertinentes ... transtulimus ... ad habendum tenendum et utifruendum jure hereditario et proprietario
    1345 Lamprecht,WL. III 194 (nr. 166) Faksimile
  • Lamprecht,WL. I 2 S. 748ff.
III 4 d Eine weitere Steigerung erfuhr der Begriff des Allods durch die Einschränkung auf lastenfreies Grundeigentum im Gegensatz zu allem belasteten Grundbesitz einschließlich von zinspflichtigem Eigen. Diese Erscheinung, die in Frankreich häufig auftritt (DuCange I 199) begegnet auch in deut. (bes. rhein.) Gegenden. Vgl. v.Amira,Grundr.³ 123; Mayer,DFrzVG. I 46ff.
  • dictam silvam esse allodialem et salicam ecclesie nostre s.M. et ad ipsam ecclesiam pleno iure per omnia pertinere
    1266 Lamprecht,WL. III 51 Faksimile
  • Aufzählung aller Besitzungen eines Ehepaars, unter denen als allodia nur die nicht zu Zins ausgetanen Grundstücke bezeichnet werden, im Gegensatz zu denen, a quibus censum recipimus
    1269 Lamprecht,WL. III 56 (nr. 44) Faksimile
  • apud L. unam particulam vinee in deme Lande et unam uf deme Wachen, que due particule sunt allodium
    1275 Lamprecht,WL. III 68 (nr. 52) Faksimile
  • agri censuales sive alodia
    oJ. Lacomblet,UB. II 275 Faksimile
III 4 d – Doch wird dieser engere Sinn oft durch einen lat. Zusatz verdeutlicht, der den deutschen Bezeichnungen lûter, vrie, dorslacht eigen u. dem frz. franc alleu (liberum o. francum allodium) entspricht:
III 4 d – Solche Zusätze zeigen, daß auch zinspflichtiges Grundeigentum immerhin Allod bleibt:
  • dedi claustro in Ozzek marcam unam argenti et quatuor modos tritici, qui vulgariter strich vocantur, quos eis in perpetuum de allodio meo solvere debebit
    1278 BrüxStB. 9 Faksimile
  • 1440 PaulinzelleUB. 20 Faksimile
III 4 d – In Konstanz wird wachszinspflichtiges Allod durch den Zusatz censuale als Zinseigen charakterisiert:
  • nomine censualis allodii ... sub censu annuo possiderent
    1227 Beyerle,Konstanz II 17 (nr. 11)
  • domum eandem nomine allodii seu feodi censualis ... possident
    1260 Beyerle,Konstanz II 48 (nr. 40)
III 4 e Das bloße Obereigentum an erblich verliehenem Gut scheint, weil es eben kein Volleigentum ist, im deut. MA. nicht als Allod bezeichnet zu sein, während es doch eigenschaft o. proprietas heißt. Ein Grundstück kann des einen lehen o. erbe u. des anderen eigen, nicht aber des einen Lehen o. Zinsgut u. des anderen Allod sein:
III 4 e – Zweifel erregen könnte eine Stelle aus dem Lehnbuch Werners II. von Bolanden S. 24 b. Aber vgl. die Übersetzung. Es ergibt sich, daß W., der als Grundherr den Zins fordert, sich an dem Grundstücke, wem es gehören möge, zwar Herrenrecht (als dominus) u. eigenschaft zuschreibt, dies aber nicht durch die Wendung, es sei sein allodium, ausdrücken kann:
  • [Werner hat ein beneficium in K., tertiam videlicet partem frumenti et totius justitie, que solvitur de silva illi allodio. cuicunque autem pertineat allodium, nichil ad me, si tanquam dominus allodii de meo beneficio ponam beneficiatum et ab illo requiram statutum. [Übersetzung:] wem der grundt zuhoret, do kern ich mich nit an, danne alse sein here des grundes oder der eigenschaft setzen ich ein manne, von dem fordern ich min recht.
    oJ. Lamprecht,WL. I 2 S. 749
III 5 In manchen Gegenden blieb schließlich der Name Allod an einzelnen Güterarten o. Gütern haften. Das Verständnis für den eigentlichen Wortsinn ist dabei verloren gegangen.
III 5 a Fronhof
  • 1140 SteirUB. I 188 (nr. 180)
  • totum allodium meum dominicale in loco qui dicitur Babindorf cum omnibus servis et ancillis seu mancipiis eidem allodio pertinentibus
    1152 SteirUB. I 337
  • 1175 ZBergr. 22 (1881) 199
  • domum, que allodium vulgariter nominatur, quam habetis in villa
    1249 StötterlgbUB. 13 (nr. 14)
  • 1268 MühlhsnUB. 70 (nr. 186) Faksimile
  • duodecim namsos sitos in Ammera ..., curiam quoque, quae olim allodium nostrum fuerat
    1275 Schöttgen-Kreysig I 767 (nr. 40) Faksimile
  • curiam sitam apud allodium ... archiepiscopi
    oJ. ErfurtUB. I 77 (nr. 137) [ähnlich ErfurtUB. I 78 nr. 138]
  • StötterlgbUB. 22 (nr. 22)
III 5 b Umgekehrt bedeutet in vielen Gegenden im 12. - 15. Jh. allodium ein Vorwerk, Außengut:
  • castrum Arinsberg cum toto allodio ... castrum Pirremont cum allodio de Ozendorp usw.
    1184 Seibertz,UB. I 118 (nr. 84)
  • concessimus, ut ... in loco competenti locum eligant pro allodio, ... ita ut et nobis ... in eisdem terrulis allodium ... liberum sit instaurare
    1257 SamlandUB. 21 (nr. 54)
  • allodium ... situm apud civitatem Vriberc
    1259 FreibergUB. I 17 (nr. 23) [uö.] Faksimile
  • ecclesia s. Petri Moguntina habet in Schonresteden quandam curiaum sive allodium quoddam, quod in illo idiomate vocatur ein forwerk
    1264 GrW. III 618 Faksimile
  • Johannes impignoravit prefato Henrico Albo hereditatem suam cum allodio, quod adheret hereditati
    1281 MecklUB. III 3
  • nostrum allodium in Ufeln et tres mansos ad ipsum pertinentes
    13. Jh. Wenck,HessLGesch. III 165 (nr. 195)
  • in curiis seu allodiis suis
    1311 MecklUB. V 606 nr. 3500 Faksimile
  • tempore ipsius inchoata est reaedificatio allodii nostri in Sweideldorff
    1453 GlatzGQ. II 229
  • Verdeutschung v. allodium mit forwerc in vielen Glossarien
    oJ. DiefenbGl. 24 Faksimile
  • Schulze,Kol. 345; 371ff.
III 5 b – Der auffallende Sprachgebrauch erklärt sich wohl daraus, daß das Vorwerk, auf vorbehaltenem Herrenland neben verliehenen Hufen angelegt, diesen gegenüber als Teil des Allods bezeichnet wurde u. dann diesen Namen behielt, als er für den Herrenhof außer Gebrauch kam. Dazu stimmt:
  • in villa Carowe decimam quatuor mansorum, quos ibidem sub nomine allodii habuit collocatos, ita tamen, si allodium transsumptum fuerit, ita quod aliqui coloni particulariter colant agros eosdem, ecclesie tamen supradicta decima conservetur
    1229 MecklUB. I 354 [Die 4 mansi sind als herrschaftliches Vorwerk eingerichtet; mit der Umwandlung in Kolonenhufen hören sie auf, allodium zu sein. Vgl. HFSchmid / ZRG. Kan. 15 (1926) 18f. Kisch / ZRG. 63 (1930) 198]
III 5 c Bisweilen Gegensatz zu Neuland. Vielleicht handelt es sich um neu angelegte Kolonenhufen, die aus dem Allod ausscheiden:
  • communi utilitati ... commodum duximus confirmare qualiter et a quibus personis predys allodys et novalibus sit sublimata et ditata annuos reditus
    1125 Freyberg II 184
  • tam de allodiis comitis, quam de novalibus per omnia
    1154 MecklUB. I 50
III 5 d Manchmal werden bei Aufzählung der Besitzungen einer Kirche einzelne Güter unter Hinweis auf ihre Herkunft aus dem Besitz von Edlen mit dem Namen allodium ausgezeichnet. Dies läßt vermuten, daß hier an den konkreten Gütern der Name Allod haften geblieben war, obschon das gegenwärtige Besitzverhältnis an ihnen von dem an den andern Gütern nicht verschieden war:
  • allodia Tovernich et Chirchain ex dono nobilium
    1184 SteirUB. I 595 (nr. 625)
  • allodium magnum ad Houehaim, quod a nobilibus de Abensperch emistis
    1185 SteirUB. I 614 (nr. 641) [uö.]
III 5 d – Vgl. auch die Betonung der Freiheit der Schenker von allodia:
III 5 e So erklärt es sich, daß vielfach auch Lehen und hofrechtliche Leihegüter den Namen allodium fortführen:
  • Meiergut als allodium
    1085 ActaTir. I 136 (nr. 397)
  • bäuerliches allodium quod persolvit
    1157/64 ActaTir. I 172 (nr. 490a)
  • 1234 ZFerd.¹ 3 (1827) 104
  • allodium situm in villa Bobirt ... quod idem Bertoldus a nobis tenuit justo tytulo feodali
    1280 FreibergUB. I 17 (nr. 34) [dazu 1294 FreibergUB. I 38 (nr. 50)] Faksimile
  • contulit Siffrido de Polenczk jure castrensi (als Burglehen) allodium in Polenczk cum agris et rubetis attinentibus
    1349 MeißenLehnb. 24 (II 30)
III 5 e – Aufzählung von Lehen unter allodia:
  • H. Niese, Die Verwaltung des Reichsgutes im 13. Jahrhundert (Innsbruck 1905) 9 Anm. 2. 11 Anm. 1
  • NLausMag. 53 (1877) 169 [allodium für Ritter- u. Bauerngüter in der Oberlausitz, obwohl hier alle Landgüter Lehen sind]
  • Schulze,Kol. 345. 371ff.
III 5 e – Besonders deutlich sprechen die Verzeichnisse der der Brixener Kirche in Tirol gehörigen Güter u. ihrer Abgaben in der Hs. des "Liber prediorum ecclesie Brixinensis" aus dem 13. u. 14. Jh. Nach den von Ferdinand Bilger für diesen Artikel handschriftlich vorgelegten Auszügen werden zahlreiche Güter als allodium bezeichnet, ohne daß an ihnen ein besseres Besitzrecht ersichtlich wäre, als an den praedium, praediolum, mansus, huba o. auch feudolium genannten Gütern. Die vermerkten Zinsungen sind weder der Art noch dem Umfange nach verschieden. Daß es sich um Leihegüter handelt, erhellt oft mit Sicherheit. Vgl. die folgenden Belege. Die als allodia ausgezeichneten Güter sind in dem älteren Urbar viel zahlreicher als in den jüngeren Verzeichnissen und fehlen in einigen Bezirken ganz. Eine deutsche Fassung S. 120ff. setzt immer gůt o. hof, für allodium incultum stets ungepaewen gůt. Hiernach scheinen die allodia ehemalige Freiengüter zu sein, an denen der Name eine Zeitlang forthaftete, bis allmählich seine Bedeutung in Vergessenheit geriet. Dies meint auch Bilger.
  • allodium auf dem puchel quod tenuit Chunrad colonus comitis
    Prags/Liber prediorum ecclesie Brixinensis (Hs. 1320) S. 34
  • allodium in Lengenstein, quod colit Geldnaer ... allodium quod colit Christina in L.
    Ritten/Liber prediorum ecclesie Brixinensis (Hs. 1320) S. 91f.
  • tenet allodium
    Liserhorn/Liber prediorum ecclesie Brixinensis (Hs. 1320) S. 62f.
  • [zweimal] allodium jagelehn [und zweimal] allodium preconatus [(Büttellehn) im älteren Urbar v. 1253 S. 153ff., dann im Jahr 1320:] allodium piscatoris, feudum piscarie [sowie] allodium hirtlehen
    Prags/Liber prediorum ecclesie Brixinensis (Hs. 1320) S. 163f.
  • de allodio quod villicus habet ... item de alia huba ibidem villicus solvit
    Liber prediorum ecclesie Brixinensis (Hs. 1320) S. 168f.
III 5 f In der Gemarkung von Rickenbach in S. Gallen ist sogar Allot zum Eigennamen eines Grundstückes geworden:
  • usz disen hernach benempten zelgen, namlich Würen, Langnow, Ebnet, Fetz, Sedelberg, Allot
    1495 GrW. I 214 Faksimile
III 6 Bei seiner Wiederbelebung nach der Rezeption empfing das Wort Allod seinen begrifflichen Inhalt lediglich aus dem auf Grund des langob. Lehnr. entwickelten Sprachgebrauch der Feudisten.
III 6 a Seine eigentliche Bedeutung ist daher nunmehr "dem Lehnsverbande nicht unterworfenes Gut".
III 6 a α Das einfach Wort Allodium wird auch jetzt für ein einzelnes Grundstück (oder liegenschaftliches Recht) gebraucht:
  • so soll sowohl ermeldtes drittel der landsteüer alsz auch besagten tatz meine ... gemahlin ad dies vitae zu genüssen haben, nach ihrem todt aber meinen in- und substituierten allodialerben als ein allodium zufallen
    1646 KrummauClarissUB. 358 Faksimile
  • benannte standesherrschaft Pleß vor ein ordentliches allodium nochmals zu erklären
    1748 Bellerode,BeitrSchlesRG. I 155
  • Auftragung eines allodium zu Lehn
    1756 CMax. IV 18 § 19 Faksimile (Abschnittsbeginn)
  • Umwandlung eines Lehns in allodium
    1756 CMax. IV 18 § 29. 56 Faksimile
  • unterpand, so ferne dieses ein allodium ist, sich gerichtlich oder nichtgerichtlich versichern zu lassen
    oJ. CCBrandenbCulmb. II 1 S. 187 Faksimile
  • [Übschr.:] commutatio feudi in allodium
    oJ. MBoica XI 126, XV 289, XVI 152 und XVIII 65
III 6 a α – Zugleich aber wird nunmehr als "das Allodium" das gesamte freie Vermögen des Vasallen bezeichnet:
III 6 a α – Demgemäß nimmt der Begriff die Fahrnis wieder in sich auf:
III 6 a β Das Adjektiv allodial drückt die Zugehörigkeit zum lehnsfreien Vermögen aus:
  • mein allodial- und erbeigenthumbliches hertzog- und fürstenthumb Crummau
    1696 KrummauClarissUB. 358 Faksimile
  • 1756 CMax. IV 18 § 2. 55
  • die ... mühl ... so ... ich ... an mich erkaufft habe und hierdurch allodial worden, solche allodialmühle soll ... bey dem fideicommissgut Ehrenhausen auf ewig bleiben
    oJ. KrummauClarissUB. 357 Faksimile
III 6 a β – Vgl. über die Allodial-Reichs-Grafschaften:
III 6 a β – Die allodialen Gegenstände werden auch als die Allodialia zusammengefaßt:
  • da es aber eine printzessin wäre, disser alle die allodialia zuzukommen hätten
    1730 FRAustr. 38 S. 300
III 6 a β – Früchte und Nutzungen des Lehns sind allodialien:
III 6 a γ Sehr gebräuchlich wurde seit Ende 16. Jh. Allodialgut und für den Inbegriff des dem Lehnsverbande entzogenen Vermögens, Allodialgüter:
III 6 a δ Seit dem 18. Jh. begegnet Allodialvermögen:
  • zur Bezahlung von Lehnschulden sind die darbey befindlichen erb-stücke, nebst denen inventariis und übrigen allodial-vermögen zu verwenden
    1724 Kursächs.PrO. Tit. XI § 3
  • ob durch die ausser landes erfolgte bestellung eines vormundes eo ipso ein stillschweigendes unterpfand in dessen allodial-gutern und vermögen
    1748 CAug. Forts. I 1 Sp. 370 Faksimile
  • allodialvermögen
    oJ. PreußALR. I 18 § 231 [uö.]
III 6 a ε Im Gegensatz zu den Lehnerben ist nun von Allodialerben die Rede:
  • meinem ... in- und substituierten allodial- und eigentumserben allodialiter und erbeigenthumblich zukommen
    1696 KrummauClarissUB. 358 Faksimile
  • allodialerben
    1756 CMax. IV 18 § 28. 36. 51. 57. 58 Faksimile
  • eine tochter ... vererbt den ... brautschatz ... auf ihre allodialerben
    oJ. Hinterpomm./Lünig,CJFeud. II 1090 Faksimile
  • allodialerbschaft
    oJ. PreußALR. I 18 §§ 274, 275
  • allodialnachlaß
    oJ. PreußALR. I 18 § 321 [und öfter]
  • wann gleich der vater nach einiger töchter aussteuer eine reiche allodialerbschaft bekähme oder sonst ein ansehnliches allodium acquirirte und davor neue lehen ankaufte
    1694 Hinterpomm. Lehnskonst. T. III § 7/Lünig,CJFeud. II 1089 Faksimile
  • PreußALR. I 18 § 513 [uö.]
III 6 a ζ Als Gegensatz zu Lehnsschulden erscheinen Allodialschulden:
III 6 a η Für das Allod gilt anstatt Lehnrechts Allodialrecht:
III 6 b In neuerer Zeit wurde das Wort Allod mit seinen Ableitungen auch als Gegensatz zu dem Fideikommißvermögen für das freie Vermögen des Besitzes eines Familienfideikomisses gebraucht
  • allodium wird zwar im gemeinen verstand nicht nur dem lehn, sondern auch dem fideicommiss, im eigentlichen aber nur dem ersten allein entgegengesetzt
    1756 CMax. IV 18 § 2 Faksimile
III 6 b – Anscheinend schon 1672 im Kurbayr. Mand.:
  • wenn bei einer adligen Familie keine andere als allodialgütter wehren, soll dem ältesten Manneserben ein ansehnlicher Vorteil gewährt werden
    oJ. Lünig,CJFeud. II 527 Faksimile
III 6 b – Durchweg gebr. im CMax.
III 6 b – Dem PreußALR. u. ÖstABGB. ist dieser Sprachgebrauch fremd. Dagegen findet er sich in Gesetzen des 19. Jh. und in der Literatur
III 6 c Eine analoge Anwendung des Wortes Allod begegnet bei Meiergütern für das dem Gutsherrn nicht gehörige, jedoch nur zum Teil freie, zum Teil mit dem Meiergut verbundene Vermögen des Meiers:
  • aus dessen allodio
    1781 Hildesheim/M. Busch, Beiträge zum Meierrecht (Hildesheim 1855) Anh. S. 204ff. I § 4
  • zu dessen allodio
    1781 Hildesheim/M. Busch, Beiträge zum Meierrecht (Hildesheim 1855) Anh. S. 204ff. I § 10
III 6 c – Vgl.:
III 7 In Siebenbürgen bezeichnet seit dem 18. Jh. allodium die Gemeinde als Vermögenssubjekt. Davon: allodiälkasz, allodiälrechnung, allodiälvermögen. Früher (16. Jh.) auch hier ein Landgut, insbesondere einen Meierhof. Die heutige Bedeutung scheint von den städtischen Einkünften aus Meierhöfen ihren Ausgang genommen zu haben.
IV Ableitungen
IV – allodiones (pl.) für Miterben:
  • quantumcunque mihi ibidem obvenit de genitore meo Pippino, quod contra allodiones meos recepi, totum ad integrum dono atque transfundo
    717 Pertz,DA. 9
IV – Schwerlich von alodis abgeleitet ist aloarii:
  • tris aloariae et 12 conlaudantes schwören als Eideshelfer den Reinigungseid mit
    oJ. Cart. Senon. 17 u. 21/Form. 192 und 194 [DuCange I 201 nimmt es als Allodbesitzer = allodarius]
IV – Dagegen stammt von alodis das Wort alodiarius (alodarius, aloerius, allodiarius), das später in roman. Ländern den Allodbesitzer bezeichnet:
IV – In der Westschweiz begegnen allidotarii, allodleute als zum Allod gehörige Eigenleute:
IV – Die lat. Ableitungen allodialis u. allodialiter begegnen in Deutschland zuerst im 13. u. 14. Jh. (vgl. Allod III 4 c und Allod III 4 d) u. gehen in der Neuzeit in der Form allodial in die deutschen Texte über (siehe Allod III 6 a β)

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    AllodDas

    Campe (1807–1813) · +5 Parallelbelege

    ✱ ✱ Das Allod , des — es, Mz. die — e, ein ganz eigenes vererbliches Gut (Allodial gut), in Gegensatz von Lehngut; verst…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Allod

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Allod (ganz eigen), freies Eigenthum im Gegensatz zum Lehen; Allodialerbrecht , alles Erbrecht mit Ausnahme der Erbfolge…

  3. modern
    Dialekt
    Allodn.

    Pfälzisches Wb.

     Allod n. : ' das echte (vererbliche) Eigentum '. a. 1437: ... daß eynen Wildegrauen von Dauen sin weg hin dahynen drag…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit allod

24 Bildungen · 24 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

allod‑ als Erstglied (24 von 24)

Allodiāl

Adelung

Allodiāl , adj. et adv. aus dem mittlern Lat. allodialis, in den Rechten, von niemand zu Lehen rührend, freyeigen; im Gegensatze des feudal,…

Allodial-Êrbe

Adelung

allodial·erbe

Der Allodial-Êrbe , des -n, plur. die -n, derjenige, welcher ein Allodial-Gut erbet, in Hessen und andern Gegenden der Landerbe, im Gegensat…

Allodialherrschaft

GWB

allodial·herrschaft

Allodialherrschaft lehnsfreie Herrschaft Graslitz .. Bergstadt in der A. gleiches Namens im Elbogner Kreise B43,159,7 Leonhard [9.]11.27 K U…

allodialisieren

DRW

allodialisieren 1816 SchrBodensee 28 (1899) Anh. 470 Faksimile

Allodial-Schuld

Adelung

allodial·schuld

Die Allodial-Schuld , plur. die -en, eine Schuld, welche auf ein Allodial-Gut gemacht wird; zum Unterschiede von einer Lehensschuld.

ALLODIALVERMÖGEN

DWB2

allodial·vermoegen

ALLODIALVERMÖGEN n. einem eigentümer uneingeschränkt zugehöriges vermögen: ⟨1724⟩ zur bezahlung von lehnschulden sind die darbey befindliche…

allodiare

DRW

allo·diare

allodiare lat. Lehen in Allod umwandeln 1300 SGereonUB. 219 Faksimile 1321 DOrdenUB. II 355 allodial machen 1668 Sachsse,MecklUrk. 396f. Fak…

Allodifikation

DERW

Allodifikation, F., »Umwandlung von bestimmten Beschränkungen unterliegendem Gut (z.B. Lehen) in keiner zusätzlichen Beschränkung unterliege…

Allodifizieren

Meyers

Allodifizieren , zum Allod machen (s. Allodium ).

Allodig

Campe

allo·dig

✱ ✱ Allodig , adj. u. adv. ganz eigen, vererblich. Allodige Erben, die Erben eines Allodes. Allodige Schulden, die auf ein Allod gemacht wer…

Allōdium

Meyers

all·odium

Allōdium ( Alodium, Allod , von alodis , einem Worte gallischer Abstammung) bezeichnet ursprünglich (in der Lex Salica ) das Eigentum an fah…

Allodoxie

Herder

Allodoxie , anderer Glaube, gewöhnlich Heterodoxie.