af-gan
V. [verbr.] 1.1. fortgehen, sich (gehend) entfernen. Gǫ af! (Kr. IserlohnIsl Isl). Hei genk ganz spui (sprachlos vor Ärger) aff (Kr. LippstadtLst Kr. Lippstadt@DrewerDr). — Ra.: Hai sall wuäl bǫlle met ’m Däue afchn er wird wohl bald sterben (Kr. IserlohnIsl Is || mehrf.). He geht aw ass ’n Ssisemännken (länglicher Knallkörper) er läuft sehr schnell davon, hat es sehr eilig (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@KirchhellenKh = ROTT-MANN 20). Hai genk aff, ä wenne Liär friätten hä
[] er war ganz niedergeschlagen, hatte eine schwere Niederlage einstecken müssen (Kr. SoestSos Kr. Soest@AmpenAm || mehrf.). — Sagw.: Iek goa af, saggte de Heïrjunge, at hei miärkere, dat se ne futjagen wollten (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@Gegend LüdenscheidLs). — Abzählreim: Enne menne / dunke funke / rābe snābe / dicke dābe / chǫ düu mǫl dǫvan af (Kr. IserlohnIsl Is). — 1.2. prüfend entlanggehen. De Strecke afgōan (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). — 2.1. eine Ausbildungsstätte, bes. eine Schule, verlassen. He is frohtidig von de Schole afgaohn (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@AltenrheineAr). — 2.2. seinen Arbeitsplatz aufgeben, aus dem Dienst scheiden; in Pension gehen. Af- un Togaun beim Wechsel des Personals (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@ReckeRe). Ik bün van de Zeche afgahn (Kr. BeckumBek KRÜRW 256). Hä es am Äißen afgōan (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). Austern gǟit usse Schaulmester af (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). — 2.3.1. konfirmiert werden [Mark]. Hä es met mi afgōan (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). — 2.3.2. Erstkommunion haben (Ennepe-Ruhr-KreisEnr Ennepe-Ruhr-Kreis@AltendorfAd). Dä gott met aff (Ennepe-Ruhr-KreisEnr Ennepe-Ruhr-Kreis@AltendorfAd). — 3. einen Platz, Ort, eine Stelle (fahrplanmäßig) verlassen (um irgendwohin zu gelangen). De Zugg geit af (Kr. LippstadtLst Kr. Lippstadt@GesekeGe). — 4. von etwas ausgehen, abzweigen. Hīr gǟit minn Weäch af (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). — 5.1. sich lösen. De Bast geit aff (Kr. Unna u. die krfr. Stadt HammUnn Kr. Unna u. die krfr. Stadt Hamm@AltenböggeAl). Dat Ouer am Köppken (Tasse) es awgegoen (Ennepe-Ruhr-KreisEnr Ennepe-Ruhr-Kreis@RüggebergRb). De Knaup gǟit af (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). — Ra.: Bo dä iährlik es, gäit iäm et Fell aff er ist nicht ehrlich, ihm ist nicht zu trauen (Ennepe-Ruhr-KreisEnr Ennepe-Ruhr-Kreis@BosselBo || mehrf.). — 5.2. abgetrennt werden. Däm gaiht dä Kopp af er wird enthauptet (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@OldinghausenOh). — Ra.: Un wenn mi de Kopp afgeiht, ick deau ’t nich ich tu das unter keinen Umständen (Kr. LübbeckeLüb Kr. Lübbecke@BlasheimBl). De Kopp chāit ’r nich af! die Sache ist eigentlich unwichtig (Kr. BeckumBek Vh). — 6. ausgeschieden, abgesondert werden (bes. von Blut im Kot). Met’n Stohl is em auk Blōt afgaohn (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@AltenrheineAr). Diäm Kinne es Blaut afchn (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@IserlohnIs). — Ra.: Mi es vannacht enner afgōan ich hatte eine Pollution (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl || mehrf.). — 7. (+ sik) (beim Gehen) ganz müde werden [Mark]. Fi hett us awwegōn (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Al). — 8. sterben. Süs chäiste ümmeteïd (frühzeitig) af (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Al). — 9. Absatz finden. De Wāre geiht guet af (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@AltenrheineAr). De Appeln gt chūt af (Kr. IserlohnIsl Is). — Ra.: Afchn wi wāme Zīmeln sagt man auch von heiratsfähigen Töchtern (Kr. IserlohnIsl Is). — Sprichw.: Wem de Piarde guott statt un de Wiefer guott affgatt, de kann balle rieke werden (Ennepe-Ruhr-KreisEnr HOLTHAUS). — 10. abgezogen, abgerechnet werden. Do gott noch twäi Prozänt van af (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). — 11. abschüssig sein (vom Gelände). Et chāit so slēip (schräg, schief) af (Kr. BeckumBek Vh). — 12.1. etwas zum Richtpunkt, Ziel nehmen, etwas planen (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh). Up wat afgon (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh). — 12.2. in feindlicher Absicht auf jmdn. zugehen (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh). Up oinen afgon (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh). — 13.1. jmdm. fehlen, mangeln. Dat chāit mi so nai af das vermisse ich schmerzlich (Kr. BeckumBek Vh). Hä lätt sick niks afgōan es geht ihm gut (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). — 13.2. aufgegeben werden, nicht mehr erhalten bleiben. Dat hort auk oll teo den affgohn Dingern (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@IstrupIs = PLATENAUWB). Oalle Lüde sind ’n affgaohen Dink sagt man zum Trost für junge Leute, die mit ihren Eltern in einem Haushalt
[] leben (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@WettringenWt). — 14.1. in einer bestimmten Weise ablaufen. Dat kann minliäwedage nich guet afgaohn (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@AltenrheineAr). Dat es noch guet afgōan (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). — 14.2. leichtfallen, ohne große Mühe gelingen. Dē Arbǫit chǫit önne hännich af (Kr. HöxterHöx Kb). Dat gęïd emme gutt af er arbeitet schnell (Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)Wal Ro). — 15. sich abspielen; los sein. Wat gēt traff? was ist da für ein Lärm? (Kr. CoesfeldKos Ge).