Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
ärztlich
ärztlich
Arzt m. ‘Fachmann auf dem Gebiet der Medizin, der Kranke heilt’, ahd. arzāt (9. Jh.), mhd. arzāt, arzet, mnd. arste, mnl. arsatere (nl. arts aus hd. Arzt) sind Entlehnungen aus mlat. arciater, spätlat. archiāter, archiātrus, griech. archiātrós (ἀρχιατρός) ‘Ober-, Leibarzt’, aus griech. arch(i)- (ἀρχ(ι)-) ‘Ober-, Haupt-, Erz-’ (s. Architekt) und iātrós (ἰατρός) ‘(Wund)arzt’. Letzteres ist Berufsbezeichnung für den Heilkundigen schlechthin und gleichbed. mit lat. medicus, während archiātrós und spätlat. archiāter (wie heute Oberarzt) Titel sind. Archiater heißen die Hof- und Leibärzte bei den Seleukiden in Antiochia, später die Stadt- und Hofärzte in der römischen Kaiserzeit, dann auch die Ärzte am fränkischen Königshof der Merowinger; vgl. Bezeichnungen f. d. Heilkundigen, in: PBB (H) 88 (1967) 262 f. Ahd. arzāt verdrängt ahd. lāhhi, dem aengl. lǣce, anord. læknari, læknir, schwed. läkare, got. lēkeis entsprechen, und wird zur allgemeinen Bezeichnung. Russ. (älter) lékar’ (лекарь) kann aus dem Germ. entlehnt, aber auch slaw. Neubildung auf -arь zu entlehntem *lěkъ ‘Heilmittel’ (vgl. kslaw. lěkь, tschech. lék, poln. lek) sein. – ärztlich Adj., mhd. arzātlich. verarzten Vb. ‘ärztlich behandeln’ (1. Hälfte 20. Jh.): vgl. ahd. giarzā̌tōn, giarzenōn (s. Arznei) und mit der Bedeutung ‘Kosten für Arzt und Arznei aufbringen’ mhd. vererzenīen, spätmhd. verarznen, nhd. verarzeneyen und verarzten (Stieler 1691).