Eintrag · Mecklenburgisches Wb.
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Wossidia Zucker1 m. wie im Hd. 1. Sachliches; die Verwendung von Zucker wird früh bezeugt: 'VIII s. pro II punt suckers' (Schw 1373; Ausgaben des herzoglichen Vogts) UB. 18, 271; 'do dar zucker to' (zu pulverförmiger Arznei) Rost. Arzn. 4a; 'dat to brutlachten vele bruthanenn van zugker unnd avertagener specerey gegeven sin worden' (1516) Jb. 57, 291; 'Gewürtze, Thee, Zucker, Coffe, Zitze, Kattun ... rechne ich unter die wahren Nothwendigkeiten' Nützl. Beitr. 1768, S. 132; die Einfuhr erfolgte über Kopenhagen und Hamburg: 'welcher jährlich sechs bis sieben Reisen zwischen Kopenhagen und Rostock machet, auf welchen er Zucker und Syruppe nach Meklenburg ... bringt' Buchw. Reise 1; 'aus Dännemark (bekommen wir) ... Candice und Lumpen-Zucker, auch Moscobade (Rohzucker, s. Muschbaasch')' Langerm. 165; 'aus Hamburg feine Zuckern und die mehresten andern Gewürzwaaren' 166; in der zweiten Hälfte des 18. Jh. begann man, den Rohzucker im Lande zu veredeln: '1765 übernahm ein Mann ... die Anlegung einer Zuckersiederey in Boizenburg' 136; 'seit ein paar Jahren hat der ... Kaufmann Velthusen eine Zuckersiederey in Wismar angelegt, die guten Absatz hat' ebda; 'Zuckersiedereien in Rostock, Boizenburg und Wismar' (1810) Contrib.-Ed. 15; um 1800 begann die Verdrängung des Rohrzuckers durch den Rübenzucker: 'kurze Nachrichten von der Zubereitung des Zuckers und dem neuerfundenem Preussischen Zucker aus der Runkelrübe' Gem. Aufs. 1799, S. 41 ff.; 'Runkelrüben werden seitdem, daß Achard Zucker daraus fabricirte, hier in Menge angebauet' Drev. Acker, 62; 'die inländische Zuckerfabrikation aus Runkelrüben vermag leicht das Bedürfnis des Landes zu decken' Meckl. Wochenbl. 1836, S. 4; von sparsamem Verbrauch wird berichtet: Zucker, dat wir früher nich gab es nicht recht zu essen HaHagenow@NeuhofNeuh; brunen Zucker hadd' 'n groten Wiert in min Kindheit LuLudwigslust@TewswoosTewsW. 2. weiterer sprachlicher Niederschlag; Vgll.: 'se is em sOeter alse Sucker und Honnichseme' Gry. Both. Ez. B 8a; as wenn Zucker in heiten Kaffe smäten ward, so fix is de Snee smölt't RoRostock@AltheideAHeide; de oll Jahn was so fidel, as wenn hei sinen Apen Zucker gewen hadd Reut. 6, 464; Rdaa.: hüt hett hei sinen Narren ok wedder Zucker gäben seiner Narrheit nachgegeben MaMalchin@Groß HelleGHelle; Reut. 2, 213; von üppigem Leben: dee streu't sick Zucker up 'n Sirup RoRostock@RibnitzRibn; denn' (einen Hartnäckigen) ward einer mit Zucker wedder los Kühl; de Inspekter hett de Lüd' Zucker henhollen durch ein Versprechen zu vermehrter Arbeit angereizt StaStargard@KrickowKrick; hei versteiht dat, de Lüd' Zucker up de Backen tau smeren, wenn s' dornah licken, is 't luter Snappen RoRostock@AltheideAHeide; Erziehungsregel: bi de Raud' möt 'n Stück Zucker liggen! HaHagenow@GülzeGülze; der Geizige süggt Zucker ut 'n Sneiball SchöSchönberg@SchlagsdorfSchlagsd; jem., der einen Zylinder trägt, will woll Zucker in 'n Haut köpen Warn; RoRostock@KühlungsbornKühl; wenn man von starkem Regen durchnäßt ist: wir ick von Zucker, wir ick upweikt GüGüstrow@NiendorfNiend; wenn ein Kind sich vor dem Regen scheut: du versmöltst nich, von Zucker büst nich WaWaren@ZiddorfZidd; ironisch: ji sid säute Kinner, wenn ji mit Zucker bestreu't un mit Sirup besmeert sid WiWismar@PoelPoel; Beispielsprw., wenn eine Arbeit vollendet ist: nu is 't ut, seggt Zucker, Säutsmecken hett 'n Enn' HaHagenow@RedefinRed; Reime: Zucker in 'n Kaffe un Botter in 'n Stoll, Ja, dat magst du (wählerisches Kind) woll Wi; Wo se den Zucker mit Läpels äten Wo. V. 3, 29; Eenen lütten Wagen, mit Zucker beladen, Dormit sall N. nah Großmudder jagen 81; Een blankes Pierd, mit Zucker beslagen, Dor sall lütt N. up riden un jagen ebda; Eddelmann von Spanien, Zucker von Arabien 434. 3. Brauch und Aberglaube: beim Martensmannmahl aß man Reis mit rotem Zucker StaStargard@WustrowWustr; der Drak bringt brunen Zucker SchwSchwerin@PlatePlate; ein junges Mädchen muß zuerst Zucker in den Kaffee tun und erst dann die Milch, sonst bekommt sie keinen Mann Ro. — Zss.: Aust-, Sand-, Stoff-, Streuel-, Thooms-, Wörpelzucker. — Mnd. sucker. — Dä. 562b; Kü. 3, 865; Me. 4, 928.
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DialektZucker1m.
Mecklenburgisches Wb. · +1 Parallelbeleg
Zucker 1 m. wie im Hd. 1. Sachliches; die Verwendung von Zucker wird früh bezeugt: 'VIII s. pro II punt suckers' (Schw 1…
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Cotta, M. (2026). „zucker1". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/zucker1/meckwb
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Cotta, Marcel. „zucker1". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/zucker1/meckwb. Abgerufen 19. May 2026.
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Cotta, Marcel. „zucker1". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/zucker1/meckwb.
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