zinsgut,
n.,
ein mit zinsabgaben an den grundherrn belastetes landgut: uber dem werden die bauergüter eingetheilet in erbzinsgüter oder in zinsgüter
dorff- u. landrecht (1719) 10;
die zinsgüter
heiszen auch schlechte zinsgüter
allg. haush.-lex. (1749) 3, 801; die tinsman ... erft sîn gebûw upphe sînen erben uphe tinsgûde
Sachsenspiegel landrecht 2, 21, 1
Eckh.; swer tzinsgût redeleke haben wil, die sol iz selbe arbeiden oder sîne knechte ... dût her iz ander lûden zu tzinse oder zu plege, sô is her selbe eyn unrecht tzinsman von deme gûde
ebda lehnrecht 60, 2
Eckh.; wale mach dit goizhus sien eigen koufen (
verkaufen) ende sien zensguit (
Jülich 1261)
corp. d. altdt. originalurk. 1, 88
Fr. Wilhelm; was aber stuck und güter ... es sey aigens, varendts ligendtes oder zinsgüter ... die sol hinfür Hans Engelmayr, besiczer des hauss, halten und nützen (1453)
bei O. Stolz
Deutschtum in Südtirol 2 (1928) 50; und so nhun uber kurtz oder lang der rechte erbe und man des zinssguetes queme ..., so sol der maiger den erben freuntlich empfahen und inen vermitz zwaier zinssen und einer bouszen einsetzen und einlassen (
Untermosel 1493)
weist. 2, 315; item weg, steg, stigl machen ein jeder, als verr sein zinsguet wert (
Steierm. 15.
jh.)
österr. weist. 6, 225; und wo dann auf paurechten und allen zinsgüetern mannesstamen vorhanden sein, so sollen und haben weibsstamen kain gerechtigkait in diesen güetern zu erben (
Tirol)
ebda 5, 724; ist denen bauern auch verbotten ihre aignen zinssgieter zu vill auszhaken zum verkauf des holz weder auch prenter zu machen (
Steierm. 16.
jh.)
österr. weist. 6, 242; wo ein lehenmann sein lehen oder ein zinssman sein zinssguet zu verkaufen willens ist, soll er dasselb seinen freundten anfaillen (
Niederösterr. 1522) B. Walther
privatrechtl. traktate 27, 36
Rintelen; die zinssgutter in dem bezirck sollen alle hauptleude haben und bestheuptig sein (
Idarwald 1530—50)
weist. 2, 138; zinsgüter, darausz uns oder andern ewiger zins gereicht würdt (1610) H. Fischer
schwäb. 6, 1225; die zinsgüter verschwanden bald und die sogenannte edelmannsfreiheit wurde auch auf sie ausgedehnt Zschokke
s. ausg. schr. (1824) 33, 155
anm.; über zinsbuszen und das recht des gutsherrn das zinsgut einzuziehen Eichhorn
dt. staats- u. rechtsgesch. (1821) 2, 590; auf dem nahen zinsgut ..., welches sein vater von der stadt inne hatte G. Freytag
ges. w. 11 (1887) 121;
über zinsgüter,
die nicht grundherrlich sind, vgl. H. Brunner
dt. rechtsgesch. 22, 369.
buchungen: agri vectigales davon man zinss giebt zinnsgüter Corvinus
fons lat. (1623) 865;
canon ... das jährliche erbs-zinss-geld, so man von den zinssgütern gibt
ders. (1646) 699; zinssgut
heritage ou possession censable et faillable, quelque terre dont on paye cens et tribut à un seigneur Duez
germ.-gall.-lat. (1664) 716; zinsguht
bonum censuale Stieler
stammb. (1691) 717; zinsgut, zinsthof
podere censuale che serve (
paga)
censo Kramer
t.-ital. 2 (1702) 1467
c; zinsgut, zinshof
a farm Ludwig
t.-engl. (1716) 2597;
praedium fructuarium Steinbach
dt. wb. (1734) 1, 656.
selten für zins, zinsabgabe: eilf malder korns und ander zinsguot (1298)
mon. Boica 38, 185;
eine bedeutung, die in Luther
s kreise wiederkehrt: durch die werk geben wir zinsgut, durch den glauben empfahen wir erbgut (1530/35)
tischr. 1, 546
W.; las uns doch dir (
lieber herrgott) die schlüssel nicht vor die füsze werffen, dan so wir tzuletzt tzornig uber dich werden und dir deine ehre und tzinsgutter nicht geben, wo wilttu den bleiben?
ebda 5, 438; durch den glauben empfangen wir erbgut, durch die liebe geben wir zinsgut Gigas
postilla (1595) 2, 127
b; der liebe gehorsam gibt got auss einem kindlichen hertzen ehre, preiss und dem nechsten zinss gut Mathesius
ausgew. w. 1, 212
L. in der üblichen verwendung: der glaube gibt uns das erbgut die werck die geben nur zinsgut J. Walter
ein gut new jar (1568) R 2
b; das vater unser ist armer leut vorrath und zinsgut Petri
d. Teutschen weiszh. (1605) A 6
a.