Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
zerrinne stv.
1. persönlich, nur höchst selten. sô daʒ chorn zerinnet, sô ist daʒ vihe skiere furebrâht Genes. fundgr. 2,60, 25, wo indess die millst. handschr. hat des chornes. dô was an ir zerunnen alle freude ûf erden Pass. 132,84. hieher dürfte man auch ziehen, wenn auf den schreiber verlass wäre diu ros sint uns verdorben und spîse zerunnen Nib. Lm. 1577,2. die gem. lesart u. das original haben der spîse.
2. unpersönlich, vgl. Gr. 4, 239. mit dtv. der person u. gen. der sache; letzterer kann auch aus dem zusammenhange ergänzt werden. er forhte, daʒ ime zerunne Genes. fundgr. 2,62,13. dô im vile nâch, beinahe, zeran, des si præhten ê das. 65,1. swenne dir mîn zerrinnet Hartm. büchl. 1,410. der ie herzeliep gewan, des im dar nâch zerunne das. 2,17. ich vürhte, daʒ mir des guotes ode der tage ode beider zerinne Iw. 290. in was des tages zerrunnen Nib. Z. 245,31. das. 320,31. mirn zerinne mîner friunde, in wirdet arbeit erkant das. 26,14. diu gluot, dâ er inne brinnet, sô ime des lîbes zerinnet Hahn ged. 57,29. sît mir der spîse zeran das. 125,64. daʒ im der sprâche zerunnen was Wigal. 3024. dô in der spere gar zeran das. 6667. daʒ dir hie zuo uns zerinne maht unde triuwen, dass du in bezug auf uns ohne macht und zuverlass bist, daʒ du uns lâʒest hungers unde durstes verderben myst. 344, 23. der selben tât ouch mêr zeran Frl. 383,15. lât iu (so für euch zu lesen) niht zerinnen Hätzl. 1,91,50. er borget vil, sô im zerrinnt narrensch. 78, 23. vgl. noch Schmeller 3,104.