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zerbersten

mhd. bis Dial. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

zerbersten verb.

Bd. 31, Sp. 654
zerbersten, verb. , in stücke bersten, platzen, zerspringen, risse bekommen; eine nd.-nordd. form (mnd. tobersten Schiller-L. 4, 554a; auch ags. tóberstan), welche seit Luther das hd. und noch im obd. als mda. wort geltende zerbresten (ahd. za-, zi-, zarprëstan Graff 3, 274, mhd. ze-, zerbrësten mhd. wb. 1, 258b, Lexer 3, 1064; auch as. tebrestan) verdrängt, seinerseits aber sich vor zerbrechen im rückzuge befindet; s. bersten th. 1, 1527 und bresten 2, 373. zur entwicklung der form: präs. ind. 3. sing.: zerbirst Lohenstein Epicharis v. 539; Gottsched anmuth. gel. 6, 273: E. M. Arndt 6, 79 R.-M., und modern; zerbirstet Bodmer crit.-poet. schr. 1, 80; Schiller 2, 352 G.; zerberstet Jac. Böhme schr. 6, 198; O. Ludwig ges. schr. 1, 127; prät. 3. sing.: zerbarst Luther 10, 3, 146 W.; regelmäszig so erst wieder im 19. jahrh.: Fr. Kind ged. 1, 161; zerborst Luther 29, 237 W.; J. D. Falk sat. (1800) 2, 224; zerbarste Immermann 12, 53 H.; zerborste Lohenstein Ibrah. v. 50; Lichtwer fab. 61; zerberstete J. v. Müller s. w. 4, 302; zerbarstete Schupp schr. (1663) 418; abweichende vocalfärbung: zerbrst (präs.) Neumark fortgepfl. lustw. 2, ehrenverse 7; zerbrstet (präs.) P. Stockmann bei Fischer-T. ev. kirchenl. 2, 33; zerbrsten (inf.) S. Faber ges. krankh. (1677) 8; Harsdörfer gesprächsp. 5, 454; zerbOerst (präs.) Eppendorf Plin. 11, 201; zerbOerstet (präs.) Äg. Albertinus zeitkürtzer 51b; zerbOersten (inf.) vern. tadl. 1, 229; zerborsten (inf.) Harsdörfer secr. 2, 495; Stieler geh. Ven. 43 ndr. seit der ahd. zeit und in der mhd. periode reich bezeugt, wird zerbresten, -bersten 11) in der regel intrans. gebraucht und bedeutet a) durch druck von innen oder unten bersten oder zerplatzen; α) von gegenständlichem: di steine zebrâsten dar abe (vom erdbeben) Vor. sündenklage 837; kam aus der z-den erde ein gespenste herfr Lohenstein Arm. 2, 1346b; bis ... die eisdecke ... sich krachend hebt und zerbirst Gaudy s. w. 10, 32; freier: so bleib ich fest, und das zerbrest die welt allgar J. Sanfdorfer bei Wackernagel kirchenl. 3, 172; die luft zerbirst H. Arent mod. dichterchar. 286; β) von lebenden wesen und deren körpertheilen: der bauch zerborst Luther 29, 237 W.; Harsdörfer gesprächsp. 5, 454; flAeugk, blatter, und nicht zubrist, das gebeut dir der herr Jesu Christ Rüdinger proceszact. (1597) in J. W. Wolfs zs. f. d. myth. 1, 280; soll das gehirn ... anwachsen, so musz mein kopf ... z. Tieck schr. 20, 397; ich zerberste Nestroy ges. w. 1, 248; insbes. infolge einer gemütsbewegung und deren äuszerung (lachen u. a.): hör fort, wes ich thet lachn so ser, daz ich auch schier zuprastet wer! sat. u. pasqu. 1, 102 Schade; fr lachen ich schier zubOerstet engl. com. A a a 6b; jetzt meist vor lachen z. wollen (mögen), so Heinse 2, 62 Sch. u. a.; in mda. und umgangssprache stellenweise dafür zerbrechen, s. d. unt. II 2 b; von leydt wolt im sein hertz zerbOersten Aimon D 2b; b) durch äuszere einwirkung, welche innere spannung erzeugt, bersten, durch schlag oder stosz zerbrechen: endi that fêha lacan tebrast an middion an twê (scissum est in duas partes) Hel. 5664; schild: Nibel. 926, 3 L.; schiffe: 1.n. 22, 49 erste bib. 5, 348 (worden zubrochen Luther); glas vor kälte: Stieler 237; gleich einer zerborstenen glocke Jean Paul 3, 53 H.; das erdreich vor hitze: Ritter erdk. 1, 763; von lebenden wesen: ez (das pferd) viel hinab, deiz gar zebrast Parz. 444, 29; Schiller-L. 4, 554a; sie strtzeten sie (die gefangenen) von der spitzen des felses, das sie alle zuborsten 2. chron. 25, 12; die hirnschale zerbarst (durch stosz) Immermann 4, 29 B.; 22) nur vereinzelt trans.: daz newe (stück eines gewandes) zerprist di zesamenfügung (so reiszet das newe Luther) Luk. 5, 36 cod. tepl. 1, 82; welcher (der feurige drache) ... also toll ist, dasz er sein leben vor boszheit zerberstet Jac. Böhme schr. 6, 198; damit (mit seinem hammer) er (Donar) die berge zerbarst W. Schäfer büch. d. deutsch. seele 9; 33) lex.: Stieler 170; 237; Frisch 1, 86c; Adelung2 4, 1686; Camper 5, 840b; H. Fischer 6, 1128; lux. wb. 501b. — dazu zerberstung, f., risz, spalte: z-en oder brche J. Barth weiberspieg. B 5b; das zerbersten: der berge ... z. Hohberg georg. 1, 21. —
4287 Zeichen · 176 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    zerbërsten

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    zer-bërsten s. zerbrësten.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Zerbêrsten

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Zerbêrsten , verb. irregul. neutr. (S. Adelung Bersten ,) mit dem Hülfsworte seyn, berstend aus einander fallen.

  3. modern
    Dialekt
    zerbersten

    Bayerisches Wörterbuch

    zerbersten Band 2, Spalte 2,307

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit zerbersten

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Ableitung von zerbersten

zer- + bersten

zerbersten leitet sich vom Lemma bersten ab mit Präfix zer-.

Zerlegung von zerbersten 2 Komponenten

zer+bersten

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