zeicheln,
zeichnen schw.: 1. '(mit einem Stift) zeichnen, abbilden',
zeichele (dsaiχələ) [KU-Rothsbg (Mang 131)],
zaaichle (dsāiχlə) [KU-Brück],
zeechele, -ää-, -äi- (dsēχələ, -E-, -ęi-) [mancherorts, »Landmda.« (Otterstetter 105) Müller Dietschw 73 Schandein Ged. 253 Krämer Gal 246],
zeechle, -ää- (dsēχlə, -E-) [mancherorts, Bergz (Kamm 70) Heeger Südostpf. 29 Juner 107 Karch Gimmdg/Muttstdt 238 Schandein Bav. IV,2 241],
zaachele (dsāχələ) [KU-Altkch Christmann Kaulb 94],
zeichene (dsaiχənə) [vereinzelt],
zeichne (dsaiχnə) [vereinzelt »Stadtmda.« (Otterstetter 105) Krämer Gal 246],
zääschne [Hussong Kirkel 180],
zeeschene [Schneckenburger 30, 34]; Zs.:
ab-,
an-,
auf-,
ein-,
ver-,
vor-,
herum-,
nach-,
unterzeicheln 2; auch
subst. 'Zeichenunterricht' [mancherorts];
sauber uf Papier gezeechelt [Münch Werke I 152].
Fä guud zäächle se kenne, mußmer hald de Vorddl haushaa [Braun Lääsebuuch II 286].
Zu gere hert er 's Orjelschlah', / Dut zēchele, dut schreiwe [Schandein Ged. 21]. — 2.a. 'mit Zeichen versehen, kennzeichnen',
die Hemder z. 'Namensschildchen einnähen' [Krämer Gal 246].
Bei de Gluck hat mer die Aajer gezaachelt [KU-Altkch]. SprW.:
De Wolf frißt aach gezäächelde Schoof 'Auch was gekennzeichnet ist, ist nicht sicher' [vereinzelt]. a. 1792: Ausgabe der Gemeinde für
Holtz zu Zeigeln [Zweibr I A. 743]. — b. 'unterschreiben, unterzeichnen' [vereinzelt].
Un alle deitsche Leit han glei / Gezeechelt uf die Kriegsanleih [Münch Werke I 148]. — 3.a. 'prügeln' [KU-Herschw/Petth ZW-Hengstb RO-Obd KL- Enkb Fischb Mehling Mölschb Wörsb PS-Glashtt NW-Haardt Der Wasgau-Bote 1934 Nr. 11]; Syn.
s. verhauen 1.
Den han ich emol gezäächelt [PS-Geisbg].
Wart, Kerl, ich z. dich! [BZ-Dernb]. — b. 'kratzen'.
Die Katz zäächelt dich! [LU-Alsh]. — 4. von einem behinderten, mißgebildeten Menschen, dem man oft auch einen schlimmen Charakter nachsagt, nur
Part. Perf.,
gezäächent [Rockhs],
gezeechelt, -ää-, -ei-, -äi- [mancherorts], auch
subst. de Gezäichelde [KU-Schmittw/O];
e gezäächeldi Stern (Stirne) [LU-Alsh].
Hitt dich vor eme Gezeichelde 'Hüte dich vor einem Menschen, der ein Mal hat' [WD-Niedkch]. RA.:
e gezäächelt Schoof 'Mensch mit einem Mal' [NW-Frankeck].
Er isch gezäächelt, sagt man von einem mit einer übergroßen Nase [Der Wasgau-Bote 1934 Nr. 11].
Dene hot unser Herrgott gezäichelt 'Dessen wahren Charakter erkennt man an seinem Gebrechen' [KU-Schmittw/O].
Der isch gezäächelt for sei Lebdaa [ZW-Battw PS-Rodalb (Bernhard 191)].
Die Jurre (Juden)
sinn all gezeechelt [BZ-Dernb um 1930]. Volksgl.:
Vor rode Hoor soll mer sich hiede, dann das sinn die Gezeichelde [Buch-Illisch]. —
Rhein. IX 739;
Lothr. 555 zeichen;
Els. II 892 zeichnen, zeichlen.