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zaufen

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

zaufen verb.

Bd. 31, Sp. 397
zaufen, verb. , ein obd. und md. wort, das erst in der nhd. periode zu tage tritt und aus noch einigemal belegtem zûfen diphthongiert ist; die obersächsische mundart entwickelt, wohl unter dem einflusz von lofen laufen, daraus die form zofen (Müller-Fr. 2, 692b). z. liegt dem intensivum zuppen zoppen zurückgehn, zurückziehen und zupfen, nd. tuppen zerren, ruckweise reiszen zu grunde und besitzt selbst gleichbedeutende mundartliche nebenformen mit -p- und -pf-. eine verwandte wurzel germ. *tab *tēf erscheint in zafen (sp. 20), das seinerseits landschaftlich auch den stammvocal zu au wandeln kann (vgl.: ire felder und gärten bawen und zauffen A. Diether F. Cortesii v. d. newen Hispanien [1550] 2, 3b). grundbedeutung der wurzel *tub *tūf ist ziehen, die von zûfen zupfen (thür) im besondern zurückziehen. 11) trans., selten; die zugthiere vor einem wagen mit den zügeln anhalten und zurückziehen, so dasz sie diesen zum stillstehn bringen und zurückschieben: Westenrieder gloss. 684; so wohl auch aufzufassen: zauchen, z. mit gewalt ziehen, z. b. bey fuhren Klein prov. 2, 242; bergmännisch: zaupf, spricht auf bergwercken der ausrichter im göpel, wenn der fuhrmann die pferde auf- oder zurückhalten soll J. Hübner-Zinck natur-, kunst-, berg- ... lex. 2317, auch G. Junghans gräublein ertz F 3c, und wird darum nach Jablonski lex. 1428a auch zaupter (verdruckt für zaupfer?) genannt; z. aufziehen, frisch anziehen; zauf! ein wort, damit der anschläger dem haspelknecht zurufet, wenn der kübel gefüllet ist, dasz er ziehen soll bergm. wb. (1778) 612; hierher auch das reflexive sich zufe sich aufrecht zu halten suchen, z. b. von einem kranken (Nordhausen) Hertel Thür. 263; 22) intrans. 2@aa) eig. als folge dieses zügelzuges zurücktreten, ein vorsichtig erfolgendes zurücksetzen der hufe, darum im hd. gebiet dafür weithin auch hufen (th. 4, 2, 1868), das auch im übertragenen gebrauch mit z. übereinstimmt: die pferde z. oder zurückz. lassen oder mit den pferden z. Kramer teutsch-it. 2, 1426a; modern bezeugt von Schmeller2 2, 1087, Unger-Khull, Loritza (zurückfahren, rückwärts tauchen), Hertel Thür., Schultze nordthür. 47a (-ū-), Müller-Fr., Jungandreas schles. zeitw. 42; ältere belege: Ch. Schmidt els., Fischer schwäb.; früh auch von lastthieren, die angehalten werden und zurücktreten, überhaupt allgemein vom zurückweichen des viehs, nam. auch, wenn es sich dabei stätig und störrisch erweist: widerspennig, hinder sich zuffende, stettig Frisius dict. 1158b; bovinari hinter sich zauffen, nicht fort wollen Corvinus 114; der esel scheücht, zaufft hinder sich Forer Gesners thierb. 50b; es ziehen zwey rosz basz neben denn vor einander, dergleichen ist auch am hinder sich zauffen und halten Fronsperger kriegsb. 1, 76b; damit sie (die pferde) nit stettig werden oder im wenden hindersich oder zuruck zaufen M. Herr vierf. thier 39b; dasz (die schlange) hinter sich zohfete Bucholtz Herkul. 843; ebenso von reitern: dieweil wir aber zuo rosz warn, kundten wir in si eintringen und sicher wider hindersich zauffen X. Betuleius new. Hispanien 1, 5a; überhaupt weichen, aus einem gefecht, ohne sich umzukehren: sunst hat sein fan ain yeder hauff, das niemandt an dem treffen zauff J. v. Schwarzenberg Cic. 152v; H. Sachs 22, 288 G.; Schöpper syn. c 7c; Aler dict. 2, 2228a; 2@bb) übertr. in wort und werk nicht standhalten. seinen standpunkt aufgeben, unfolgsam sein: tergiversari auszflucht und auszschlüpf suchen, sich winden oder z. Frisius dict. 1303b; tergiversari, fallere et dicta mutare hinder sich z., betriegen Pinicianus prompt. R 1b; Megiser pol. 2, 617b; z. etwas, das man zu voreilig sagte, wieder mildern, zurücknehmen Westenrieder gloss. 684; so der prediger ... sie aufweckt, das sie busz an sich nemen, z. sie hinder sich als ein bös rosz Keisersberg schiff d. penit. 10a; kanst mit deiner treu so geschwind zurücke zaufen Goedeke-Tittm. liederb. 62; das wir nit von der warheyt wider in schatten z. S. Franck weltb. 124b; da wir aber etwas bey Christo ... wagen ... sollen, da rümpft sich blut und fleisch und zaufft hindersich Mathesius postilla 1, 114a; zeufen wider hindersich und sehen ... nach den fleischhäfen in Egypto J. Andreä wucher 13; Adelung, Campe, Götze gl.dazu zaufung, f., tergiversatio Frisius 1303b; ursach der hindersich z. Pinicianus Scanderbeg 34b; zaufern, verb., eig., die zügel unsicher führen, bald straff, bald lose: wenn ein narr drauf sitzt und jetzt zauffert, dann neben, hinder und für sich fert, der macht bald stetige pferd Agricola sprw. 288a; ein thür.-schles. verbum z. sich vor kälte krümmen, sich sperren, sich weigern aus arbeitsscheu (Hertel Thür. 263, Jungandreas 61) weist auf stätige, störrische zugthiere zurück; dasselbc wort ist wohl zauwern zögern Hertel Thür. 263.
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    Neuhochdeutsch
    Zaufen

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    * Zaufen , verb. regul. welches im Hochdeutschen völlig fremd, und nur in einigen Oberdeutschen Gegenden üblich ist. Es …

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Cotta, M. (2026). „zaufen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/zaufen/dwb?formid=Z02344
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Cotta, Marcel. „zaufen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/zaufen/dwb?formid=Z02344. Abgerufen 19. May 2026.
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Cotta, Marcel. „zaufen". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/zaufen/dwb?formid=Z02344.
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