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zänker

nhd. bis sprichw. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

zänker m., nomen agentis

Bd. 31, Sp. 243
zänker, zanker, m., nomen agentis zu zanken und zänken; obd. früher ohne umlaut, heute noch landschaftlich; zäncker und zancker Alberus dict. (1540) e 3b; selten mit e: czenker (pl.) Tilo v. Kulm sib. inges. (1331) 91 Ko. (frühester beleg); diesen neidischen zenckern L. Thurneysser alch. 82. die wbb. übersetzen mit altercator, rixator, homo litigiosus (Steinbach 2, 1070), disceptator (Diefenbach 184a) und geben die vier hauptbedeutungen richtig an: 1) derjenige, welcher zankt, d. h. streit beginnt, schilt, mäkelt und schimpft, 2) der, welcher sich mit einem andern in streit, im wortwechsel, rechtsstreit, disput befindet; 3) und 4) beide bedeutungen können für eine vorübergehende handlung wie für eine eigenschaft (ein zu zank neigender mensch) verwandt werden. 11) vom einseitigen zank: tadler, mäkler; stets in singularischem sinne gebraucht. 1@aa) von einer vorübergehenden handlung: da kostete ihr es mühe, nicht mit dem zanker zu zanken O. Ludwig ges. schr. 2, 357; zank' o her mit meinen zánkern Schede (Melissus) psalm. 127 ndr. 1@bb) häufiger einen zanksüchtigen, zum streit neigenden menschen bezeichnend, als attribut gern mit sinnverwandten ausdrücken zusammengestellt: selig wird und soll sein friedfärtig, der fluchs ein zäncker ist gewertig Kirchhof wendunmuth 2, 172 lit. ver.; aber der Belial ein grober und unverschämter zancker ist J. Ayrer process. juris 381; sogar noch mit verbaler construction: der zänker mit sich selbst Thümmel reise 1, 43; wahrhaftig! du hast mich aus einem spötter zum zänker gemacht. so sehr keife ich ohne die geringste ursache J. J. Schwabe belustigungen 1, 125; wenn ich ein zänker wäre, so würde ich sie fragen, wie es zugegangen ist, dasz ich keine (briefe) bekommen habe Klopstock briefe 222 Lapp.; solche falsche hofleuth, die ... in worten zucker, im hertzen zancker seynd Abraham a S. Clara Judas (1692) 3, 278; seit der 2. hälfte des 17. jhs. häufig endreimend mit stänker: dasz offt die ärgsten zäncker und stäncker denen unschul digsten und frömsten leuten überlegen seyn Chr Weise erznarren 22 ndr.; in den ruf eines zänckers und stänckers bringen J. Mattheson kleine generalbaszschule (1735) 32; in verbindung mit anderen ausdrücken für menschen mit ähnlichen charakterfehlern und anlagen: man gehet immer lieber mit ihm (einem frommen manne) um als mit einem zänker und trunkenbold J. M. Miller predigten 1, 79; einen buhler, einen zäncker ... hat in dem man zu erkennen, den man kan versoffen nennen Logau sinngedichte 209, 11 lit. ver.; wobei gebiete des öffentlichen oder privaten lebens als deren nährboden erscheinen: eben dieses (die auferlegung einer geldstrafe) soll auch von den verläumbdern, schändern, schmähern und zänckern verstanden werden, wann sie gütlichen vergleich ... ausschlagen v. Hohberg georgica curiosa aucta 3 (1715) 41b; die männer, welche die ehre haben sollen, euch zu führen, dürfen keine breittreter sein, keine zänker und schwätzer, wie die fortschrittler! F. Lassalle ausgew. red. u. schr. 1, 132; die eigenschaftsbedeutung wird durch ein adj. hervorgehoben: ein beschwerlicher zänker, der sich aus verwandtschaft zu allen grobheiten berechtiget glaubt Lessing 10, 196 M.; von unliebsamen mahnern: die propheten musten nova tores, newling, zäncker und lermenbläser heissen Dannhawer catechismusmilch 4, 104; klaff' um staat und kirch', o zänker! lerm vermeid' ich stiller denker J. H. Vosz sämtl. ged. (1802) 5, 275; Voltaire ist ein nickelhafter zänker Fr. Th. Vischer altes und neues 3, 86; wie die alten philosophen ... durch ihre subtilen vernunftschlüsse ihre schüler nicht zu ... forschern der wahrheit, sondern zu zänkern machten: so macht ein solcher künstler die liebhaber ... zu eingebildeten, windigen virtuosen Sulzer theorie d. schönen künste 4, 727; von politischen widersachern, aufrührern: so ist das gantze landvolck gut, das uns keins wegs verlassen thut, sonder helffn uns die zancker dempffen J. Ayrer 2, 1017 Keller; dieses gantzn kriegs redleinführer, im volck die zäncker und auffrührer ebda 1, 182; es fehlen hier nur noch der zänker und der liberale Lichtenberg Hogarth. kupferst. 1, 98; als zuname für Heinrich von Bayern, kaiser Ottos I. neffen, Riezler gesch. Bayerns 1, 359; auf das gelehrte leben bezogen: (den titel der juristen) giebt man der ungelehrten schaar der zänker und der rabulisten Gottsched ged. (1751) 1, 177; es finden sich unter den herren geistlichen ja solche ... miszgönstige und tadelsüchtige zäncker J. Rist friedejauchz. Teutschland (1653) vorber. (:) (:) 4b. 22) vom wechselseitigen streit mit worten, auch wohl mit einer thätlichen zugabe, nur im plur. möglich 2@aa) von vorübergehenden geschehnissen: damit aber das fest nicht unterbrochen würde, stellte man gleich einen andern an die trommel und jagte die beiden zänker zum hause hinaus G. Forster schr. 1, 331; die zänker machten bald grössern lerm als der orkan Pfeffel poet. versuche 7, 119; itzt kömmt der bischof angefahren, hört im wagen den lärm, geht in ein nahes haus, und ruft die zänker vor Ramler fabellese 3, 191; das lustspiel die verliebten zänker ist aus den neuesten werken des ruhmvollen dr. Goldoni ... übersetzt worden sammlung von schauspielen Wien 1764—69 bd. 7, vorbericht s. 5; von thieren: nicht selten flattern zwei ... zänker ... in senkrechter richtung eine kleine strecke aufwärts, ehe eins nachgiebt (von rothkehlchen) J. A. Naumann naturgesch. d. vögel 2, 1, 404. 2@bb) eine neigung oder eigenschaft bezeichnend: dieses volk sind gute boxer, sie sind unruhige zänker, ... durch ihre ungestümen schlägereien und ihre händel berüchtigt Ritter erdkunde 7, 734; lasz die sonne nicht im zorn bey den zänckern untergehen B. Schmolcke trost- u. geistr. schr. 1 (1740) 34. 33) in fach- und standessprachen: zänker gendarm, zänkerer polizeiwachmann H. Ostwald rinnsteinsprache 169; zancker ein schlagwerk zum eintreiben von pfählen Cgm 2941 f. 128 (Schmeller2 2, 1137); name der dachshunde: dem hunde den namen Zänkerle gegeben Auerbach schatzk. 1, 183 (Fischer 6, 1041). dazu das femininum zänkerin, zankerin (wofür kölnisch und hessisch zänkersch[e]), nur in der bedeutung zanksüchtige frauensperson, keifendes weib belegt, obwohl auch alle beim masculinum vorkommenden bedeutungen denkbar wären, vgl. z. b. man konnte die beiden zänkerinnen nicht von einander fernhalten. zuerst bei H. Sachs 20, 137, 8 lit. ver. anzutreffen: (sie) war ja eine stoltze zankerin; die übrigen belege aus der schauspiellitteratur des 18. jhs.: mich eine ... zänkerinn zu nennen! das geht zu weit! theater der Deutschen 1768ff. 14, 139; the taming of the shrew heiszt nicht die zahmgemachte zauberinn, sondern zänkerinn Gerstenberg recens. (d. lit.-denkm. 128) 44, 27; nie war ich böse, bin keineswegs geschickt zur zänkerin Shakespeare 1, 244.
6829 Zeichen · 136 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Zänker

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Der Zänker , des -s, plur. ut nom. sing. Fämin. die Zänkerinn, eine zankende, oder zänkische Person.

  2. modern
    Dialekt
    Zänkerm. f.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Zänker m. , Zänkerin , Zänkersin f. : ' wer (gerne) streitet ', Zänkeʳ [IB-Ensh ( Glass 134)], Zänkrin [ Lambert Penns 1…

  3. Sprichwörter
    Zänker

    Wander (Sprichwörter)

    Zänker 1. Der Zänker fasst gern den fünften Zipfel am Sack. – Eiselein, 654; Simrock, 11972. 2. Ein Zancker ist kein gut…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit zaenker

7 Bildungen · 7 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von zaenker 2 Komponenten

zan+ker

zaenker setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

zaenker‑ als Erstglied (7 von 7)

Zänkerei

Campe

zanke·rei

Die Zänkerei , Mz. — en , die Handlung, da man zanket, und zänkische Reden. Zänkerei anfangen. Ih kann die Zänkereien nicht leiden.

Zänkerey

Adelung

zanke·rey

Die Zänkerey , plur. die -en, die Handlung des Zankens, das Gezänk. Eine Zänkerey anstiften.

zänkergewäsch

DWB

zaenker·gewaesch

zänkergewäsch , n. , zänkisches, streitsüchtiges geschwätz, gerede: ein so niedriges, haberechtiges ( rechthaberisches ), lästerndes zänkerg…

zänkerig

RhWB

zanke·rig

zänkerig Saar (u. -ərtsiχ Merz ), Siegld Adj.: zum Zanken geneigt.

zänkerisch

DWB

zanke·risch

zänkerisch , adj. , wohl grammatikerbildung: zänckerisch litigiatorius Steinbach 2, 1070 ; Chr. Ludwig 3 2258.

zänkerlein

DWB

zaenker·lein

zänkerlein , n. , bayer. mundartlich zankerl kerbung, zackung am rande, gezähntes brett oder band Schmeller 2 2, 1136, Unger-Khull 643 a , s…

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APA
Cotta, M. (2026). „zaenker". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/zaenker/dwb?formid=Z01005
MLA
Cotta, Marcel. „zaenker". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/zaenker/dwb?formid=Z01005. Abgerufen 18. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „zaenker". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/zaenker/dwb?formid=Z01005.
BibTeX
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