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wortreich

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

wortreich adj.

Bd. 30, Sp. 1612
wortreich, adj. , im 18. jh. auch in der form wörterreich; in gebundener rede einmal wortereich bei Hölderlin (s. u. 2 b α). um 1500 aufkommend. 11) zufrühest in der bedeutung 'beredt, redegewandt', vgl. wortreich disertus, facundus Stieler (1691) 1583. 1@aa) als charakteristisches merkmal eines menschen: Paulus hatt das zeychen vnd bezeychnet zusamen gesetzt, damit die auszlegung klAerer were. aber da mag Luter auch wol springen, wie wortreich er sunst ist Öcolampadius über M. Luters buch (1528) 161b; orator strigosus ... der nicht bered oder wortreich ist Bas. Faber thes. (1587) 805b. gelegentlich auch in junger sprache: der schulrat ... fühlte ein begehren, dem mann zu sagen, wie falsch und richtig das alles wäre; aber dem wortreichen kamen die worte nicht W. Schäfer wendekr. neuer anekd. (1937) 224. 1@bb) in der kennzeichnung menschlicher rede: bezierung flüsst uss glychniss: uss byspel, uss geurteilten sachen und andern stucken die unser red gebend swär und wortrych Riederer spiegel d. waren rhetoric (1493) f 1b; dass diese meine sprache, wie wortreich und kräftig sie auch ist, ... machtloss sich befindet Ph. Zesen rosenmând (1651) A 7b; mein ausdruck ist prächtig und wortreich, wenn ich unwissenheit abhandle; aber mager und ärmlich, so bald ich gelehrt seyn will J. J. Chr. Bode Montaigne (1793) 6, 806; im jahre 1552 hielt er fastenpredigten ... man fand seinen vortrag lebhaft, wortreich, flieszend Ranke s. w. (1867) 37, 287. 22) vornehmlich in eigentlicher beziehung auf das masz der rede. 2@aa) ohne deutlich üblen nebensinn. 2@a@aα) als charakteristisches merkmal bestimmter menschen, 'vielredend, mitteilsam, zu weitläufiger rede neigend': sind wir gleich nicht wörter-reich und haben nur zwei wörtelein, drein sich faszt und alles paszt, was ganz allein kann selig sein anh. u. zugabe z. d. gesangb. d. brüdergemeinde (1741) nr. 1826, str. 9; weisst du es nicht ohnhin dasz wir mädchen und weiber wortreich sind wenn etwas ... uns sehr schön dünkt? J. T. Hermes für eltern u. ehelustige (1789) 2, 280; die art dieser leute, die oft zugleich zudringlich und unterwürfig, wortreich und hinterhältig wären Ricarda Huch kampf um Rom (1925) 173. von einem schriftsteller, mit leicht tadelndem beisinn: Canitz habe diese fabel vom Fontaine erborget, und nur die unnöthigen umschweife weggelassen, womit der wortreiche französische dichter seine erzählung verbrämet hat Gottsched d. neueste a. d. anmuth. gelehrsamk. (1751) 6, 415. auch sonst liegt die pejorativbedeutung b manchmal nahe: aber ich bin immer zu wortreich, sagen sie: gut! ich will kürzer seyn Dusch verm. krit. u. satyr. schr. (1758) 4. 2@a@bβ) seltener auf das rednerische verhalten in einer bestimmten situation bezogen: wärst du wortreich gewesen, so wärs mit deiner liebe nichts Miller Siegwart (1777) 3, 606; nur die tante war wortreich in aufrichtigem bedauern der durchnäszten röcke G. Freytag ges. w. (1886) 4, 144. 2@a@gγ) meist in der beziehung auf die verschiedensten ausdrucksformen des redens, 'in vielen worten, mit groszem wortaufwand erfolgend, weitläufig': durch seine schreibart, die, wenn er in deutscher sprache schrieb, sehr weitschweifig und wortreich war v. Einem Mosheims vollst. kirchengesch. 9 (1778) 70; die klage ist ihrer natur nach wortreich und hat immer etwas erschlaffendes, denn die kraft kann ja nicht klagen (1795) Schiller briefe 4, 255 Jonas; seine gattin hatte seit lange keine so wortreiche unterhaltung mit ihm geführt Gutzkow zauberer v. Rom (1858) 4, 176; er schwelgte in edlen gesinnungen und wortreichen ergüssen Meinecke generalf. v. Boyen (1896) 1, 75. auch neben beziehungsworten, die nicht den vorgang des redens, sondern ein mehr zuständliches umschreiben: (sie) empfing Fortunat mit umständlicher wortreicher feierlichkeit Eichendorff s. w. (1864) 2, 368; so liegt in ihrem (der bettler) gesichte mitunter so viel gesundheit, so viel selbstzufriedenheit, so viel seelenruhe, dasz man trotz der lumpen und des schmerzes an dem ernste der wortreichen noth zu zweifeln versucht ist Venedey Irland (1844) 2, 14. adverbial: weil Klaus ... für änderungen stets neue gesichtspunkte ... fand und wortreich verteidigte Kolbenheyer Paracelsus (1926) 3, 378. 2@bb) schon früh in verächtlicher bedeutung, der die vorstellung eines übermaszes der rede oder eines miszverhältnisses zwischen dem aufwand an worten und dem tatsächlichen gehalt des gesagten zugrundeliegt, vgl. wortreich verbosus Calepinus (1598) 1526a. 2@b@aα) von menschen gesagt, 'geschwätzig, vielrednerisch': wo hat einer sein lebenlang wortreichere, neydigere schwätzer ye gehört Joh. Nas d. antipap. eins u. hund. (1567) 4, 166a; auszerdem bin ich ... etwas geschwätzig und wortreich Schwabe belustig. (1741) 3, 184; warum achtetet ihr mich mehr, da ich stolzer und wilder, wortereicher und leerer war? Hölderlin s. w. 3, 45 Hell. 2@b@bβ) meist in sachlicher beziehung: vil geschwätziger und wortreicher schrifften Schweickhart graf v. Helfenstein Basilius Magnus (1591) 9; diese wortreiche, aber dabey sinn- und kraftlose lehrsäze Bodmer slg. crit. poet. schr. (1741) 1, 106; die scenen aus dem heimlichen gericht (von Huber) gefallen mir weniger, je mehr ich sie lese, weil sie keinen gedanken im rückhalt haben, den sie nicht aussagen, kurz, weil sie erstaunlich wortreich sind (1788) Schiller briefe 2, 150 Jonas; aber den menschen ... ist das wortreiche beileid lieber, als die wortkarge hülfe Spielhagen s. w. (1877) 3, 354. adverbial: darüber mit einem schein von gründlichkeit zu vernünfteln, oder wortreich zu schwatzen Kant 3, 219 akad. substantiviert: doch verfällt er (der verf.) auch nicht selten in das wortreiche und blumichte allg. dt. bibl. (1765) 72, 184. 33) in anwendung auf den wortschatz, besonders auf den wortvorrat einer sprache, die über eine grosze menge von einzelwörtern verfügt. gern als kennzeichnendes epitheton der deutschen sprache: die teutsche sprach ist sehr zierlich und wortreich J. J. Weidner lustgärtlein (1621) 1, A 8b; dasz die deutsche sprache vor vielen andern mundarten schwer zu erlernen sey, pflegt man uns daher zu beweisen, weil sie überaus weitläuftig und wortreich sey Gottsched beytr. z. crit. hist. (1732) 1, 70; unsere wortreiche sprache Fr. L. Jahn w. 1, 174 Euler. und sonst: nun giebt es sowohl wortarme, als wortreiche sprachen Gottsched dt. sprachkunst (1748) 8. im blick auf den wortschatz eines dichters: das ... werk des wort- und bilderreichen Walter Scott Gentz schr. 1, 274 Schlesier.
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    Neuhochdeutsch
    Wortreich

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Wortreich , -er, -ste, adj. et adv. 1. Reich an Wörtern, d. i. an vernehmlichen Ausdrücken der Begriffe; im Gegensatze d…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    wortreich

    Goethe-Wörterbuch

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  3. Spezial
    wortreich

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    wort|reich adj. (einen großen Wortschatz besitzend) da tröpes parores, rich de parores, da n lessich rich.

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Wortreichthum

Campe

wortreich·thum

Der Wortreichthum , — es , o. Mz . der Reichthum an Wörtern. Der Wortreichthum einer Sprache. »Über den Wortreichthum der deutschen und fran…

wortreichtum

DWB

wortreich·tum

wortreichtum , m. , seit der mitte des 17. jhs. 1 1) zufrühest und vorwiegend wortreich 3 entsprechend, ' wortschatz, wortvorrat ' einer spr…

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Cotta, M. (2026). „wortreich". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/wortreich/dwb?formid=W27296
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Cotta, Marcel. „wortreich". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/wortreich/dwb?formid=W27296. Abgerufen 19. May 2026.
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Cotta, Marcel. „wortreich". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/wortreich/dwb?formid=W27296.
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