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wohnsitz

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

wohnsitz m.

Bd. 30, Sp. 1227
wohnsitz, m. , dauernder aufenthaltsort, domizil. stanza, domicilio Kramer dict. (1700) 2, 824a: wer sich an einem ort ständig niederläszt, begründet an diesem ort seinen wohnsitz bürgerl. gesetzb. § 7; der wohnsitz einer person befindet sich an dem orte, wo sie sich mit der absicht dauernden verbleibens aufhält Schweiz. ziv. gesetzb. art. 23. der begriff der dauer ist im freien gebrauch relativ, vgl.: hier (im waldhäuschen) nimmt der jäger sein nachtquartier, wenn ein später gang ihm die rückkehr nach seiner heimath nicht mehr erlaubt, oder er schlägt wohl auch für mehrere tage seinen wohnsitz dort auf H. v. Barth Kalkalpen (1874) 357; wandernde schauspielergesellschaften haben bald da, bald dort ihren aufenthalt ohne eigentlichen wohnsitz Weigand synon. 1, 104. 11) wohnsitz, stammsitz, residenz: an der Güntz liegt ein städtlein ..., vorzeiten der grafen von Güntz wohnsitz S. v. Birken Donaustrand (1684) 52; der verwitibten gräfin wohnsitz oder leibgeding Ludwig teutsch-engl. lex. (1716) 2517; von je her hielt es die familie so, dasz die neuen sprossen in dem wohnsitze des senioris familiae intabuliert wurden Hippel kreuz- u. querzüge (1783) 1, 154; auf dem wohnsitze des herrn von Hohenauf Nicolai Seb. Nothanker (1773) 1, 165; herr Jenkins ... bewohnte ... ein sehr stattliches gebäude, den ehemaligen wohnsitz des jesuitengenerals Göthe I 32, 119 W.; zur erhebung dieses geldes (war) ein fester wohnsitz in Preuszen nothwendig Hoffmann v. Fallersleben ges. w. 8, 13 Gerstenberg; bleibender wohnsitz O. Jahn Mozart (1856) 2, 218; mit stolz wies man den gästen das ... land, die reichen wohnsitze und ortschaften G. Keller ges. w. (1889) 5, 255. als 'siedlungsgebiet', meist pl.: sie streiften durch die wohnsitze eines reichen ... volkes A. v. Haller Usong (1771) 13; Attila brach ... mit seinem volk aus ihren wohnsitzen auf J. P. Hebel w. 2, 363 B.; die wohnsitze der Siculer K. O. Müller die Etrusker (1828) 1, 57. von der erde als wohnsitz der menschen: alles, was auf der oberfläche des planeten, dem wohnsitze des menschengeschlechts, abwechslung der formen ... erzeugt A. v. Humboldt kosmos (1845) 1, 317. von göttern und geistern: (es hatten) in einer nahangräntzenden höle die drei parcen ihren wohnsitz S. v. Birken Pegnitzschäferei (1645) 47; die musen ... haben ... ihren wohnsitz auf universitäten Th. Abbt verm. w. (1768) 4, 29; Herkules wird von Minerva nach dem wohnsitz der götter gebracht H. Meyer gesch. d. bild. kunst (1824) 2, 20; J. H. Voss Odyssee 103 B.; Solger nachgelass. schr. (1826) 1, 41. von tieren uud pflanzen im sinne von 'nest, lager, heimat': (ein) eichenwald, in welchem ... ackerraben ihren horstenden wohnsitz zu haben pflegten E. M. Arndt s. w. 1 (1892) 9 R.-M.; Platen w. 1, 258 H.; Naumann vögel (1822) 1, 338; v. Sömmerring menschl. körper (1839) 8, 1, 421; (die alpenkugelblume) hat (den) eigentlichen wohnsitz in den Alpen Schlechtendal flora von Deutschland5 18, 75. 22) übliche verbalverbindungen: Andreas Hofer hatte in der hofburg zu Innsbruck seinen wohnsitz aufgeschlagen Häusser dtsche gesch. (1854) 3, 553; Göthe IV 35, 44 W.; Eichendorff s. w. (1864) 2, 151; die schwedische königin ... hatte hier ... einst monatelang ihren wohnsitz genommen E. M. Arndt s. w. 1, 61 R.-M.; Ranke s. w. (1867) 17, 179; Bennigsen nationallib. partei (1892) 149; die Ubier hatten ... neue wohnsitze suchen müssen Mommsen m. gesch. (1894) 5, 23; den wohnsitz verlassen Göthe I 41, 1, 330 W.; Voigt hwb. f. geschäftsführung (1807) 2, 548; [] M. v. Ebner-Eschenbach ges. schr. (1893) 4, 39; den wohnsitz ändern H. Grimm Michelangelo (1890) 2, 426; (die mitteilung), dasz ich meinen wohnsitz definitiv aufgegeben hätte Stefan Zweig welt v. gestern (1947) 441; Napoleon (hatte) von ihm gefordert, seinen wohnsitz nach Paris zu verlegen Thomas Mann Lotte in Weimar (1946) 188. 33) in bildlicher verwendung für sitz, ort der wirksamkeit, besonders im 18. jh. häufig: alle diese tugenden (haben) in ihnen (anrede) ihren wohnsitz genommen Holbergn. schaubühne (1743) 1, 150; bey ihm bleiben die eindrücke der leidenschaften nicht blosz auf der oberfläche, sondern dringen durch bis zum wohnsitze seiner vernunft Bode M. Montaigne (1793) 1, 88; so ist der wohnsitz der tugend allein das innere der seele W. v. Humboldt ges. schr. 1, 64; (die) herzenseinfalt, worin alles mächtige und göttliche seinen wohnsitz hat E. M. Arndt schr. für u. an s. l. Dtschen (1845) 2, 359; Göthe I 37, 351 W.
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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    WohnsitzDer

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    Der Wohnsitz , — es, Mz. — e , der Sitz, der Ort, wo man wohnet. Seinen Wohnsitz an einem Orte, in der Stadt, auf dem La…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Wohnsitz

    Goethe-Wörterbuch

    Wohnsitz [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Wohnsitz

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Wohnsitz , lat. domicilium , örtlicher Mittelpunkt des Aufenthalts und Geschäftsverkehrs einer Person, als maßgebend für…

  4. Spezial
    Wohnsitz

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Wohn|sitz m. (-es,-e) residënza (-zes) f. , aciasënza (-zes) f. , inciasënza (-zes) f. ▬ mit Wohnsitz in aciasé a.

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