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wissenschaftlich

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

wissenschaftlich adj.

Bd. 30, Sp. 798
wissenschaftlich, adj., scientificus, scientiosus, ein bis zur mitte des 18. jhs. selten belegtes wort. Thomasius, Leibniz, Bodmer, anscheinend auch Gottsched und Lessing verwenden es noch nicht. vereinzelt steht noch im 17. jh. ohne zusammenhang mit der heutigen bedeutung: es ist das wesen aber, ohne würcklichkeit bedacht, nicht eine schlechte, sondern eine wissenschaftliche (d. i. real gedachte) grunddencklichkeit E. Weigel grund aller tugenden (1687) 4. auffallend sind die exacten buchungen bei Kramer 2 (1702) 1371c: wissenschaftlich scientiale, scientifico, secondo i principii scientiali ò scientifici; wissenschaftlicher redschlusz sillogismo scientifico ò dimostrativo; wissenschaftliche sprachen lingue scientifiche come è la hebraica, greca, latina e simili; Ludwig teutsch-engl. lex. (1716) 2509 verzeichnet nur: wissenschaftliche unterweisung, eine unterweisung in wissenschaften a scientifical information und Steinbach dtsches wb. (1734) 2, 1059: wissenschaftlich scibilis. zeitlich gehen diese lexikalischen aufzeichnungen der literarischen verwendung beträchtlich vorauf: ich gestehe ..., dasz personen ... einen verschiedenen geschmack in wissenschaftlichen dingen haben können J. A. Scheibe der critische musicus (1745) vorw. b 1a, d. h. in musikalischen dingen. wissenschaftlich ist also in dem weiteren sinne des älteren wissenschaft (s. o. C 1 b) genommen; dagegen zeigt deutlich die strengere fassung: es giebt in der that auch eine maler- und bildhauerwissenschaft, so wie es im eigentlichen verstande eine dichtkunst und eine redekunst giebt; denn man kann die malerei und bildhauerkunst wissenschaftlich und die poesie und redekunst im gegentheil kunstmäszig inne haben briefe die neueste lit. betr. 8 (1762) 349; die theorien der abstracten weltweisheit, systeme der tiefen gottesgelahrtheit (zeigen durch ihren ständigen wechsel), dasz nichts so sehr der mode und veränderung unterworfen war als diese vermeinte wissenschaftliche entscheidungen Dusch krit. u. sat. schr. (1758) 273. Joh. Andreas Stiehl versuch einer wissenschaftlichen wapenkunde Frankfurt 1757, ein mit absicht gewählter buchtitel wie aus den worten der einleitung erhellt (s. 11): die wapenlehre, in wiefern man sie in büchern hat, ist ein hinlänglicher inbegriff dessen, was zur erkänntnisz der wapen gehöret, hingegen eine wapenwissenschaft ist eine anleitung zur fertigkeit von den wapen das erforderliche zu erweisen ..., in jener müssen eben die regeln nicht erwiesen werden, das fortleben der wissenschaftsauffassung Chr. Wolffs (s. o. sp. 796) ist deutlich sichtbar. Herder verwendet wissenschaftlich in ausgedehntem masze, so als epitheton zu vernunft 1, 425 S.; vortrag 1, 425; sprache 5, 79; denkart 5, 164; stoff 12, 361; cultur (der sprache) 16, 12; unterhaltung 17, 409; scharfsinn 22, 12; erfinden 22, 199; system 23, 243. Göthe kennt die ganze weite der heutigen verwendung, er setzt es zu welt I 20, 47 W.; verbindung 23, 241; liebhaberei 24, 191; hunger 25, 85; gegenstand 41, 1, 183; motiv (im gegensatz zum naiven motiv des kunstwerks); mensch IV 13, 18; feld 23, 99; verhältnisse 23, 198; buch 25, 142; stunde 28, 97; bildung 28, 156; schatz 30, 134; gehalt (eines vortrages) 41, 115. ebenso verwendet er die substantivische form: (die schönheit) gibt dem wissenschaftlichen erst leben und wärme Göthe I 47, 174 W.; das wissenschaftliche wird von vielen seiten zusammengetragen und kann vieler hände, vieler köpfe nicht entbehren II 1, 373, und auch als wertendes epitheton kennt er das wort: ein meisterstück wissenschaftlicher behandlung II 2, 3; zeichnung hände und füsze sind besonders gut, geistreich und wissenschaftlich genug für die zeit, wissenschaftlich wie Albrecht Dürer war I 47, 340; unter anleitung höchst wissenschaftlicher männer IV 36, 204. der wertende charakter tritt gelegentlich noch schärfer hervor: je genauer sich die umrisse des menschlichen kopfes bestimmen lassen, desto wissenschaftlicher und sicherer wird die physiognomik Lavater physiogn. fragm. 4, 237; (er lehrte) zuerst das recht wissenschaftlich und ohne juristische spitzfindigkeit Nicolai reise durch Deutschland 3, 283; ein anspruch auf allgemeine gültigkeit, den nur die wissenschaftliche anwendung wissenschaftlicher wahrheiten zu machen hat A. W. Schlegel im Athenäum 1, 147; carricaturen mit wissenschaftlicher genauigkeit erfunden Herm. Grimm Michelangelo 1, 43.
4409 Zeichen · 58 Sätze

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    Neuhochdeutsch
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    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Wissenschaftlich , adj. & adv. von der dritten Bedeutung des vorigen Wortes, nach Art einer Wissenschaft, d. i. in einan…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    wissenschaftlich

    Goethe-Wörterbuch

    wissenschaftlich [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. Spezial
    wissenschaftlich

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    wis|sen|schaft|lich adj. scientifich (-cs, -ca). ▬ wissenschaftlich e Tätigkeit ativité scentifica f.

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Ableitung von wissenschaftlich 2 Analysen

wissenschaft + -lich

wissenschaftlich leitet sich vom Lemma wissenschaft ab mit Suffix -lich.

Alternativen: wissen+-schaft+-lich

wissenschaftlich‑ als Erstglied (3 von 3)

Ableitungen von wissenschaftlich (4 von 4)

unwissenschaftlich

DWB

unwissenschaftlich , adj. adv. , nicht wissenschaftlich im engern sinne ( vgl. unwissenschaft b). nl. onwetenschappelijk; dän. uvidenskabeli…

verwissenschaftlichen

DWB

verwissenschaftlichen , vb. , nach den methoden moderner wissenschaft umbilden; in der gelehrtensprache des 19. u. 20. jhs.: zuletzt hat noc…

verwissenschaftlichung

DWB

verwissenschaftlichung , f. : diese untersuchungen wollen der verwissenschaftlichung der probleme dienen zs. f. d. dt. unterricht 24, 380.