widerstreitig,
adj., '
streitend gegen(
einander),
widersetzlich, nicht im einklang stehend mit(
einander)'.
ahd. uuidarstrîtig Graff 6, 750;
mhd. widerstrîtic Lexer 3, 861;
mnd. wedderstridich Schiller-Lübben 5, 638
a;
mnl. *wederstridich Verwijs-Verdam 9, 1990;
vgl. widerstrittig.
ein gebrauch des wortes in neuerer sprache ist nur vereinzelt zu belegen: es wirken hier viel mehrere widerstreitige und gegenstrebische ursprüngliche elemente E.
M. Arndt
pro populo germanico (1854) 256.
mundartlich: wërstridig Doornkaat Koolman
ostfries. wb. 3, 542
a. Campe
wb. 5 (1811) 703
b kennzeichnet widerstreitig
als veraltet. bezeugung in älteren wbb.: rebellis widerstreytigk (
hs. v. j. 1470) Diefenbach
ml.-hd.-böhm. wb. 232;
vgl. auch desselben gl. 486
a s. v. rebellis; wiederstrebiger, wiederspeniger, wiederstreittiger
rebellis, voc. theut. (
Nürnberg 1482) oo 3
a;
repugnax widerstreitig, widerwertig, der stäts widerpart haltet Calepinus
undec. ling. (1598) 1256
a; widerstreitend, widerstreitig
contradittorio, implicante, contrario, pugnante Kramer
t.-ital. 2 (1702) 1010
c.
auch in der literatur überwiegend im sinne von '
widersetzlich, -spenstig, aufsässig'
gebraucht: (
aliter admonendi sunt)
pertinaces niderstritico
l. uuiderstritico (
atque aliter inconstantes) (
anf. d. 9.
jhs.)
ahd. gl. 2, 233, 70
St.-S.; wan ir gote ie warint widir stritig gar Rudolf v. Ems
weltchron. 15 636
Ehrismann; (
Adam) wart zornich. do er sich zuornete zu sinen lieden (
gliedern) die im wuorden widerstritich (14.
jh.)
dt. pred. 30, 34
Leyser; (
Kuno) was allzeit widerstreitig kaiser Hainrich dem dritten, wann er selb ser nach dem reich stallt (1478/81) U. Füetrer
bayer. chron. 156
Spiller; noch sind vnser tollen papisten so widerstreitig, das sy solchs nit mercken wöllen (1522)
in: reform.-flugschr. 2, 90
Clemen; uber das sei der von Orangien ... ein anfänger, ursächer, helffer, schirmer und auffnemmer worden, der widerstreitigen, auffrührischen friedstörer unnd ächtern A. Henricpetri
niederlend. ersten kriegen ... ursprung (1575) P 1
a.
daneben aber auch '
nicht im einklang stehend mit(
einander),
einer sache oder einander widersprechend' (
s. o. bei Kramer
namentlich die glossierung mit '
contradittorio'): dz ... dem heiligen ewangelio gleichmessig vnd in keinen weg widerstreitig Gebweiler
beschirmung d. lobs Marie (1523) 9
a.
bei Luther: da steht nu eynsz widder das ander: naturlich fleisch und blut Abrahamsz sein unnd doch nit von mann unnd weyb naturlich geporn werden ...: wer wil hie ein mittel treffen, das gottis wort und eyd war bleyb, darinnen solch widderstreittige dinck auff einander stossen (1521) 7, 599
W.; was schadets nu, das wir schlecht hin gleubten, ... sein (
Davids) regiment were das aller höheste, beste, liebste fur gott gewest, obs gleich fur uns menschen ... sich auffs aller schendlichst ansehen lesst? doch wenn ichs thuon wolte, kündte ich solche widerstreitige sachen noch wol zimlich vertragen (1534/35) 51, 264. —