weidner,
m. zum verb. weidnen,
theilweise weiter verbreitet als dieses und damit auch für das verb. ein zeuge einst breiterer geltung. 11)
zu weidnen 1). 1@aa)
in der ausgangsbed. '
jagen'. 1@a@aα) '
jäger',
ahd. uueidinâri Graff 1, 776,
mhd. weidenære
mhd. wb. 3, 555
b; Lexer 3, 740.
in alter zeit alem.: Tristan 14 380;
Reinfried v. Braunschweig 22 022
Bartsch. im 18.
jahrh. aufgenommen von Klopstock: aber wenn er (
der auerochs) nun auf den hügel hinauf kömmt, und seinen lauf mitten durch die weidner nimmt? du weiszt, wie rasend die uhre jetzt sind 10, 233 (
Hermanns tod 14);
entspr. oden 1, 226. 2, 24. 1@a@bβ) '
jagdmesser',
noch nicht mhd. (
trotz Lexer 3, 740),
zufrühst: tolch, waidner Pinicianus
voc. rer. (1521) B 3
c,
während an der entspr. stelle seines prompt. (1516) waidmesser
steht. auch östr. weist. 9, 627
ist waidner
erst in e. zusatz von 1634
zum orig. von 1507
gefügt. eine hochalem. nebenform weidmer (
wie alem.-bair. meszmer
neben meszner
th. 6, 2138;
schweiz. id. 4, 464)
begegnet im 16.
jahrh.: weidmässer oder weidmer Maaler 487
d; Gesner
thierb. 81
a Herold. die dreisilbige form weidener
bucht Crecelius
oberhess. 901
aus rügeprotokollen des 16.
jahrh., auch Adelung
setzt so an. den letzten lit. beleg bietet Hohberg
georg. cur. 2 (1682) 571,
seitdem nur noch in wb. n, hier seit Adelung
und Schmeller
als veraltet bez., von Kehrein
weidmannspr. neben hirschfänger
gar nicht mehr genannt. auch Stieler 2453
kennt weidner
gewisz nicht mehr aus lebendigem gebrauch, wenn er herleitung von Wodan
für möglich hält. das wort ist stark landschaftlich bestimmt, wie schon Fischart
weisz: messer zu Saltzburg ... parmesser zu Cöln, weidner zu Moszbach, klingen zu Passaw
prakt. 654
Scheible, es gilt im els.: Golius
onom. 178;
von da Frisch 2, 432
c,
schweiz.: Wiederhold 412
a; Dentzler 2 (1697) 345
b,
schwäb.: Franck
mor. enc. 32
b;
aus Ulm Campe 5, 640
b,
bair./östr.: abdruck aktenm. hexenproc. (
Eichstätt 1821) 5;
östr. weist. 1, 106;
ostfränk.: Sachs
fab. 5
nr. 815, 29
neudr., hess.: Kirchhof
wendunm. 1, 377
Österley; zs. f. kult.-gesch. 8, 204 (
aus Niederwildungen 1612).
die bed. geht aus vom gebrauch in der hand des jägers: der weydmann ... soll auch mit eynem weydner an der seiten begürtet sein Sebiz
feldb. 564; weidner heist der hirschfänger oder degen, so die jäger zu tragen pflegen Hübner (1717) 1751,
doch gelangt der weidner
früh auch in die hand des henkers: der nachrichter ... nam ein groszen weidner, so under seim rock verborgen lag, herfir, huw in uf den halsz
F. Platter 210
Boos, und des gemeinen mannes: seit ihr ein reicher landgrave, und habt kein messer? ich bin ein armer schäffer und hab ihr wol drey; zeigt ihm darmit seinen plötzer oder weidner Kirchhof
wendunm. 2, 289
Österley; weydner,
m. une sorte de poignart court et large, que portent les bourgeois allemans Ravellus 407
b.
er spielt darum eine rolle bei raufhändeln: sich des verbotnen miszbrauch der messer, waidner, dolch und andern gfarlich wöhrn zu enthalten
östr. weist. 1, 121,
hier auch im demin.: alszbald zoch er sein waidnerlin ausz, welches er dann an der seyten hat Schumann
nachtb. 21
Bolte. bezeichnend sind die synonyma, neben denen weidner
gern auftritt: ist er mit einem weidner oder kochmesser erstochen worden Xylander
Plut. (1560) 19
a; sein grosz krumb messer, so sich einem rückner oder weydner gleichet Lussy
reiszbuch gen Hierusalem (1590) 57; poniart, weydner, hessen, mortpfriemen Fischart
Garg. 179
neudr., der hier H. Junius
nomencl. (1567) 301
folgt. 1@bb)
zu weidnen
in seiner hauptbed. '
pascere'
gehört weidner '
viehhirt'
: pabulator futrer, weidner
voc. theut. (
Nürnberg 1482); hyrt, weydner Roth
dict. (1572) M 2
b;
als veraltet aber brauchbar bei Campe 5, 640
b. 22)
zu weidnen 2) '
exenterare'
gehört: weidner ... kälber, schafe, schweine, die im ausgeschlachteten (ausgeweideten) zustande zu markt gebracht werden Martiny
wb. d. milchwirtsch. (1907) 137
aus Wien.