Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
weidelich adj.
1. jägermäßig. vgl. wêdanlîhi Graff 1,776. weidenlîcheʒ frâgen, weidenlich gelæʒe Hadam. 8. durch weidenlîchen wandel, den ich sach an manigem weidemanne das. 7.
2. stattlich, ausgezeichnet. vgl. jegerlich. wie weit das wort in dieser bedeutung in das dreizehnte jahrhundert hinaufgeht, bleibt noch zu untersuchen. in der Gudrun hat die handschrift weidelich wo die herausgeber das synonyme wætlich setzen (s. d. w.), vgl. Vollmer zu Gudr. 140,1. Nib. 2054,4 nach der handschrift h. sô wil ich dich für einen weidelîchen knappen haben leseb. 833,6. eine schône weidelîche tochter altd. bl. 1, 157. ein weidelich schône wîb das. 121. ein freulein waidelich Wolk. 36,1,4. — weîdelîche grôʒe kerzen Ludw. 93,29 u. anm. — nu was sîn muot verfliʒʒen gar ûf alliu weidelîchiu dinc H. Trist. 1135.
3. überhaupt stark, bedeutend. weidelîche hitz Wolk. 89,3,3.